Louvre, Frankreich

Weitere Festnahmen nach Kunstraub im Louvre

30.10.2025 - 08:57:20

Nach dem Raub im Louvre fassen die Ermittler weitere VerdÀchtige. Die Suche nach der Beute lÀuft indes weiter.

  • FĂŒr ihren spektakulĂ€ren Diebstahl im Louvre waren die Einbrecher mit einer HebebĂŒhne auf einen Balkon gelangt (Archivbild). - Foto: Thibault Camus/AP/dpa

    Thibault Camus/AP/dpa

  • In der prĂ€chtigen Apollon-Galerie erbeuteten die Einbrecher Schmuck von unschĂ€tzbarem Wert. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

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FĂŒr ihren spektakulĂ€ren Diebstahl im Louvre waren die Einbrecher mit einer HebebĂŒhne auf einen Balkon gelangt (Archivbild). - Foto: Thibault Camus/AP/dpaIn der prĂ€chtigen Apollon-Galerie erbeuteten die Einbrecher Schmuck von unschĂ€tzbarem Wert. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

Nach dem spektakulĂ€ren Kunstraub im Pariser Louvre hat es weitere Festnahmen gegeben. FĂŒnf weitere VerdĂ€chtige seien im Großraum Paris festgenommen worden, nachdem es bereits am Wochenende zwei Festnahmen gegeben hatte, sagte die Pariser StaatsanwĂ€ltin Laure Beccuau im französischen Sender RTL. Die geraubte Beute im Millionenwert habe man bei den Durchsuchungen allerdings nicht gefunden.

Noch sei es zu frĂŒh, genaues zum Profil der Festgenommenen zu sagen, fĂŒhrte die StaatsanwĂ€ltin aus. Einer von ihnen werde aber verdĂ€chtigt, Teil des Einbruchskommandos vor Ort gewesen zu sein. Man habe DNA-Spuren von ihm, die ihn mit dem Diebstahl in Verbindung bringen. Die ĂŒbrigen vier Personen könnten eventuell Informationen zum Ablauf der Tat geben. Die Festnahmen erfolgten Beccuau zufolge am Mittwochabend an verschiedenen Orten in und um Paris.

Bereits am Wochenende waren zwei VerdĂ€chtige in Gewahrsam gekommen. Gegen die 34 und 39 Jahre alten MĂ€nner lĂ€uft mittlerweile ein Ermittlungsverfahren wegen RaubĂŒberfalls in organisierter Bande und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Sie haben teilweise gestanden und kamen in Untersuchungshaft. Beide sind wegen schweren DiebstĂ€hlen justizbekannt.

TÀter flohen mit Juwelen auf MotorrÀdern

Der Raubzug mehrerer TĂ€ter am 19. Oktober hatte international Schlagzeilen gemacht. Die Maskierten hatten einen mit einer HebebĂŒhne ausgestatteten Lkw neben dem Museum geparkt. WĂ€hrend zwei der TĂ€ter auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten die anderen beiden mit der HebebĂŒhne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museum.

Die Diebe flohen auf den Motorrollern mit acht kostbaren SchmuckstĂŒcken frĂŒherer Königinnen und Kaiserinnen - darunter waren mit Edelsteinen ĂŒbersĂ€te Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen. Die mit Smaragden und Hunderten Diamanten verzierte Krone der Kaiserin EugĂ©nie (1826-1920) gehörte ebenfalls zur Beute, wurde allerdings spĂ€ter in der NĂ€he des Louvre beschĂ€digt gefunden - offenbar hatten die TĂ€ter sie bei der Flucht verloren.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprachen das französische Innen- und Kulturministerium von SchmuckstĂŒcken, die ĂŒber ihren Marktwert hinaus «einen unschĂ€tzbaren kulturellen und historischen Wert» hĂ€tten.

Sicherheitsprobleme im Louvre waren bekannt

Nach dem spektakulĂ€ren Diebstahl im Pariser Louvre stellte Frankreich die Sicherheit der Museen im ganzen Land auf den PrĂŒfstand. Innenminister Laurent Nuñez wies die Polizeichefs an, die Sicherheitsvorkehrungen rund um Museen und KulturstĂ€tten zu ĂŒberprĂŒfen. Beim Louvre hatte es mehrfach Warnungen vor Sicherheitsproblemen gegeben. So bat die MuseumsprĂ€sidentin den Polizeichef vor zwei Jahren um eine SicherheitsĂŒberprĂŒfung. Außerdem prangerte das Personal bei einem Streik Mitte Juni SicherheitsmĂ€ngel an.

Dass die Einbrecher derart einfach in den Louvre gelangen konnten, sorgte fĂŒr KopfschĂŒtteln und Verwunderung. Das Pariser Kulturministerium begegnete der Kritik und betonte, die Alarmanlagen am Außenfenster der Apollon-Galerie sowie an den beiden betroffenen Vitrinen hĂ€tten funktioniert. Außerdem hĂ€tten die Museumsmitarbeiter zum Zeitpunkt des Blitzeinbruchs sofort eingegriffen. Die fĂŒnf BeschĂ€ftigten hĂ€tten die TĂ€ter in die Flucht geschlagen, die ein Teil ihrer AusrĂŒstung zurĂŒckließen.

Noch offen ist, wo die gestohlenen Juwelen im geschĂ€tzten Wert von 88 Millionen Euro geblieben sind. Experten befĂŒrchten, dass Komplizen der RĂ€uber die Diamanten und Edelsteine aus den SchmuckstĂŒcken gelöst haben könnten, um sie einzeln zu verkaufen. «Ich möchte die Hoffnung bewahren, dass sie gefunden werden und an das Louvre-Museum und die Nation zurĂŒckgegeben werden können», hatte Beccuau gestern gesagt.

@ dpa.de