Nach Schusswaffenattacke: Tschechien hÀlt Staatstrauer
23.12.2023 - 10:31:23Mit einer eintÀgigen Staatstrauer hat Tschechien kurz vor Weihnachten der Toten und Verletzten nach dem verheerenden Schusswaffenangriff an der Prager Karls-UniversitÀt gedacht. An öffentlichen GebÀuden wie Schulen und RathÀusern wehten die Fahnen am Samstag auf halbmast und waren mit einem schwarzen Band versehen. Um 12.00 Uhr mittags hielten die Menschen eine Schweigeminute ab. Im ganzen Land lÀuteten die Kirchenglocken. Die meisten Advents- und Kulturveranstaltungen wurden abgesagt. Die Fernsehsender Ànderten ihr Programm.
Ein Student hatte am Donnerstag im HauptgebĂ€ude der Philosophischen FakultĂ€t in der Prager Innenstadt 14 Menschen getötet. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei erschoss er sich dann selbst. Er soll ĂŒber ein ganzes Waffenarsenal verfĂŒgt haben. Bereits vor dieser Tat soll der 24-JĂ€hrige seinen Vater sowie vor einer Woche einen SpaziergĂ€nger und dessen Tochter getötet haben.
Im Veitsdom auf der Prager Burg fand ein zentraler Trauergottesdienst statt, an dem auch PrĂ€sident Petr Pavel teilnahm. FĂŒr jedes Opfer wurde eine Rose zum Altar gebracht. «Wir versuchen alle, ein Paradies auf Erden zu errichten, aber die RealitĂ€t des Lebens zeigt uns, dass das Böse existiert», sagte der Prager Erzbischof Jan Graubner. Er forderte zudem Konsequenzen: «Wir stellen eine Zunahme der Depressionen und Suizide bei Kindern und jungen Menschen fest, aber wir reden nur davon, die Zahl der Psychiater zu erhöhen.»
Vor den UniversitĂ€tsgebĂ€uden in Prag legten Menschen weiter Blumen nieder und zĂŒndeten Kerzen an. Derweil wurden die ersten Namen der Todesopfer bekannt gegeben, darunter den der Leiterin des Instituts fĂŒr Musikwissenschaft der Karls-UniversitĂ€t, Lenka Hlavkova. Die Zeitung «Lidove noviny» machte den Tod einer Mitarbeiterin öffentlich, die an der UniversitĂ€t GebĂ€rdensprache studierte.
Aus vielen Teilen der Welt trafen Bekundungen des MitgefĂŒhls ein. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen schrieb bei X (vormals Twitter): «Europa steht in dieser schwierigen Zeit bei euch.» In der Vergangenheit war Staatstrauer unter anderem 2011 nach dem Tod des frĂŒheren tschechoslowakischen und tschechischen PrĂ€sidenten Vaclav Havel ausgerufen worden.





