Getöteter Gerichtsvollzieher â MutmaĂlicher TĂ€ter in U-Haft
26.11.2025 - 16:01:47Nach dem tödlichen Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im saarlĂ€ndischen Bexbach sitzt der mutmaĂliche TĂ€ter in Untersuchungshaft. Gegen den 42-JĂ€hrigen sei Haftbefehl unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags ergangen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Bernd Weidig auf einer Pressekonferenz von Justizministerium, Staatsanwaltschaft und Landespolizei in SaarbrĂŒcken.Â
Das Amtsgericht SaarbrĂŒcken habe die Untersuchungshaft angeordnet. AuĂerdem werde wegen eines tĂ€tlichen Angriffs auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.
Angriff mit dem Jagdmesser
Nach ersten Erkenntnissen soll der VerdĂ€chtige mit einem Jagdmesser mehrfach auf den Kopf und den Oberkörper des Gerichtsvollziehers eingestochen und ihn damit tödlich verletzt haben, sagte Weidig. Das Opfer sei noch am Tatort gestorben.Â
Nach bisherigen Erkenntnissen war der 58 Jahre alte Gerichtsvollzieher am Dienstagmorgen «anlÀsslich einer RÀumung im Wege der Zwangsvollstreckung» in der Wohnung des 42-JÀhrigen. Drei Personen von der Hausverwaltung hÀtten ihn dabei begleitet, sie seien aber nicht mit in die Wohnung gegangen, berichtete Weidig.
Der TatverdÀchtige aus dem Saarpfalz-Kreis war direkt nach der Tat im Stadtteil Oberbexbach festgenommen worden. Laut Weidig rÀumte er die Tat ein. Der VerdÀchtige sei nicht vorbestraft und ledig.
Nach Angaben der saarlĂ€ndischen Justizministerin Petra Berg (SPD) war der Gerichtsvollzieher ein erfahrener Kollege, ein Ehemann und Vater. Die Landesregierung habe am Mittwoch Halbmast geflaggt. Zudem werde bald ein Kondolenzbuch in der Staatskanzlei ausgelegt. Zudem wolle sie in den kommenden Tagen prĂŒfen, wie die Sicherheit der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher verbessert werden könne.
Spucken, Kratzen, Schubsen â und mehr
Der Deutsche Gerichtsvollzieher Bund fordert angesichts der grausamen Tat ein besseres Schutz- und Sicherheitskonzept fĂŒr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im AuĂendienst. Als drei Hauptanliegen nannte der Vorsitzende Matthias Boek im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur eine verbesserte Ausbildung, bessere SchutzausrĂŒstungen wie etwa stich- und schusssichere Westen sowie einen höheren Schutz der PrivatsphĂ€re von Gerichtsvollziehern, da deren Wohnanschriften leicht herausgefunden werden könnten. Bislang seien Gerichtsvollzieher meist in Zivil, also ohne Uniform unterwegs, auch um die AnonymitĂ€t von Schuldnern zu wahren und sie vor Stigmatisierung zu schĂŒtzen.
Im Saarland ist der Landesverband der Gerichtsvollzieher nach eigenen Angaben bereits mit dem Justizministerium in guten GesprĂ€chen zu SicherheitsmaĂnahmen wie dem Einsatz von Pfeffersprays. Schutzwesten wĂŒrden den Gerichtsvollziehern auf Wunsch schon jetzt gegen einen Eigenanteil zur VerfĂŒgung gestellt. Im Saarland gibt es dem Verband zufolge 47 aktive Gerichtsvollzieher.Â
Die Gewerkschaft Verdi beklagt wachsende Gewalt gegen BeschĂ€ftigte der Justiz, des Justizvollzugs und weiterer Behörden. Die Zahl der VorfĂ€lle sei signifikant gestiegen, sagte Christian Umlauf, Verdi-GeschĂ€ftsfĂŒhrer in der Region Saar-Trier. Den Mitgliedern der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes bereite die Zunahme der Gewalt gegen BeschĂ€ftigte groĂe Sorge.





