20 Vermisste nach Explosion in Mehrfamilienhaus in Den Haag
07.12.2024 - 14:36:34Bei einer heftigen Explosion und einem anschlieĂenden Brand in einem WohngebĂ€ude im niederlĂ€ndischen Den Haag hat es mindestens vier Verletzte gegeben. Zudem werden etwa 20 Menschen vermisst. Wie die Feuerwehr mitteilte, stĂŒrzte das dreigeschossige GebĂ€ude nach der Explosion am Morgen gegen 6.15 Uhr teilweise ein. FĂŒnf Wohnungen seien zerstört worden.
Die Löscharbeiten dauerten stundenlang an und RettungskrĂ€fte suchten in den TrĂŒmmern auch am Nachmittag nach weiteren Opfern. Es gebe rund 20 Vermisste, nach denen mit SpĂŒrhunden gesucht wurde, hieĂ es. Die Explosion hinterlieĂ auch im Umfeld des teilweise eingestĂŒrzten GebĂ€udes groĂe VerwĂŒstung. Auch angrenzende Wohnungen wurden beschĂ€digt und die StraĂe war mit TrĂŒmmerteilen ĂŒbersĂ€t. Die Ursache fĂŒr die Explosion war zunĂ€chst unklar.
Nachbarin: Kam mir vor wie Erdbeben
Viele Anwohner wurden durch die heftige Explosion aus dem Schlaf gerissen. «Ich schaute auf die andere StraĂenseite und sah eine groĂe Rauchfahne», sagte ein Nachbar dem Sender Omroep West. «Dort an der Ecke sind zwei Wohnungen komplett weg.» Und eine andere Nachbarin sagte: «Das kam mir vor wie ein kleines Erdbeben. Ich spĂŒrte, wie die ganze Wohnung bebte.»
Die Polizei fahndete unterdessen nach einem Auto, das unmittelbar nach der Explosion mit hoher Geschwindigkeit wegfuhr. Anwohner wurden gebeten, mögliche Videoaufnahmen vom UnglĂŒcksort zu schicken, auf denen das Auto zu sehen sein könnte.
Immer wieder SprengstoffanschlÀge von Kriminellen
In den Niederlanden gibt es seit lĂ€ngerer Zeit immer wieder SprengstoffanschlĂ€ge im kriminellen Milieu. Betroffen sind HĂ€user, FirmengebĂ€ude und Autos. Die nachts an HauseingĂ€ngen, Fassaden oder GeschĂ€ften deponierten Spreng- oder BrandsĂ€tze richten SachschĂ€den an, verletzt wird in der Regel niemand. Nach Polizeiangaben geht es bei den AnschlĂ€gen um Drogen, EinschĂŒchterung und Erpressung. Selbst bei Beziehungsstreits komme Sprengstoff zum Einsatz.
Ob die Explosion und der anschlieĂende Brand in Den Haag allerdings einen kriminellen Hintergrund haben, ist noch offen. Im Erdgeschoss des betroffenen GebĂ€udes befinden sich GeschĂ€fte.
Der niederlÀndische MinisterprÀsident Dick Schoof zeigte sich schockiert von der Katastrophe und bot den Opfern die Hilfe der Regierung an. Auch das Königshaus reagierte betroffen.
Zuletzt explodierte Drogenlabor
Anfang des Jahres hatte es in Rotterdam eine Explosion mit drei Toten in einer Wohnanlage gegeben. Dabei stellte sich heraus, dass in dem GebÀude ein illegales Labor zur Herstellung von Drogen explodiert war.







