Nach schwerem Beben in Indonesien laufen Hilfslieferungen an
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 13:01 Uhr | dpa.deNach dem schweren Erdbeben im Osten Indonesiens sind Hilfslieferungen aus der Hauptstadt Jakarta auf dem Weg zur betroffenen Insel Flores. Am frĂŒhen Samstagmorgen (Ortszeit) hatte ein Beben der StĂ€rke 7,7 die Provinz Ost-Nusa Tenggara erschĂŒttert.
Mittlerweile wurden 51 Todesopfer gezĂ€hlt, nachdem am Morgen drei weitere Leichen geborgen wurden, wie der Leiter der Nationalen Such- und Rettungsbehörde Basarnas, Mohammad Syafii, am Sonntag sagte.Â
Kurz vor 6.00 Uhr örtlicher Zeit hatte vor der KĂŒste der Insel Flores am Samstag die Erde gebebt - in verhĂ€ltnismĂ€Ăig geringer Tiefe von rund 10 Kilometern. Das Epizentrum lag etwa 70 Kilometer nordwestlich des Ortes Ende im Zentrum von Flores, einem infrastrukturell eher abgeschiedenen Teil der Insel.
Noch am Samstag waren laut der Katastrophenschutzbehörde des Landes (BNPB) 275 Tonnen HilfsgĂŒter am LuftwaffenstĂŒtzpunkt bei Jakarta eingetroffen, um in die betroffene Region gebracht zu werden. Die Hauptstadt des sĂŒdostasiatischen Inselstaates liegt auf Java - relativ im Zentrum des Landes - mehr als 1.500 Kilometer entfernt von Flores im Osten Indonesiens.
Land aus Tausenden Inseln auf Pazifischem Feuerring
Auf der Insel setzen derweil EinsatzkrĂ€fte die Suche nach VerschĂŒtteten und die Begutachtung der SchĂ€den im Erdbebengebiet fort. ZunĂ€chst hĂ€tten die RettungskrĂ€fte den durch Erdrutsche versperrten Zugang zu mehreren betroffenen Ortschaften wieder freimachen mĂŒssen, berichtete der Koordinator der Such- und Rettungsmission, Fathur Rahman.
Nach vorlĂ€ufigen Katastrophenschutzangaben wurden mehr als 900 WohnhĂ€user schwer beschĂ€digt. Erhebliche SchĂ€den gibt es demnach auch an mehr als 100 Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, VerwaltungsgebĂ€uden und GotteshĂ€usern.Â
Laut der Behörde BNPB mussten rund 5.000 Menschen aus dem Erdbebengebiet flĂŒchten und hĂ€tten Schutz in einer umfunktionierten Sporthalle und anderen EvakuierungsstĂ€tten gefunden. Die Versorgung der Menschen in jenen Notunterbringungen habe nun höchste PrioritĂ€t, hieĂ es.Â
Angesichts der teils erheblichen SchÀden und Schwierigkeiten beim Hilfseinsatz riefen mehrere Bezirke den Katastrophennotstand aus. Die ErklÀrung eines vierzehntÀgigen Notzustands auf Provinzebene wurde auch von der Regierung Ost-Nusa-Tenggaras vorbereitet.
Zahlreiche Nachbeben auf hochaktivem Grund
Auch am Sonntag kam die Region nicht zur Ruhe: Zahlreiche weitere, teilweise stĂ€rkere Nachbeben folgten dem ersten groĂen Beben, schreckten die Bewohner auf und beeintrĂ€chtigen die Rettungs- und HilfseinsĂ€tze. Am Samstag hatte sich zudem ein gröĂeres Beben der StĂ€rke 6,9 auf Sumatra ganz im Westen Indonesiens ereignet. Ăber mögliche SchĂ€den oder Verletzte dort war zunĂ€chst nichts bekannt.
Erdbeben und VulkanausbrĂŒche, mitunter gefolgt von davon ausgelösten Tsunamis - sind in dem pazifischen Inselstaat hĂ€ufig: Das aus mehr als 17.000 Inseln bestehende Land befindet sich auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch Ă€uĂerst aktiven Zone mit zahlreichen Vulkanen und tektonischen Platten, die aufeinandertreffen.
Gerade im mit rund 280 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichen Indonesien fĂŒhren die Naturgewalten oft zu Katastrophen mit vielen Opfern. Eine der schwersten ereignete sich am 26. Dezember 2004, als ein gewaltiges unterseeisches Beben der StĂ€rke 9,1 vor der KĂŒste Sumatras eine riesige Flutwelle löste. Mehr als 160.000 Menschen starben dabei allein in Indonesien.Â
Abgelegenes Taucherparadies mit seltenen Echsen
Diesmal trafen die gewaltigen ErdstöĂe die Insel Flores. Die Behörden warnten anfangs vor einer Tsunami-Gefahr, doch verheerende Riesenwellen blieben letztlich aus.
Wesentlich abgelegener und infrastrukturell nicht so gut erschlossen, steht die Insel deutlich weniger im Fokus von Touristen als das eine gute Flugstunde entfernte Bali. Dennoch: FĂŒr AusflĂŒge zum Tauchen und Schnorcheln ist besonders der Westen der Insel durchaus gefragt - und nicht zuletzt als Ausgangspunkt fĂŒr Besuche im nahen Komodo-Nationalpark auf einer separaten geschĂŒtzten Insel. Dort leben die Komodowarane - Echsen, die gut zwei Meter lang werden können.
