Neue Unwetter bedrohen Spanien - Noch 23 Vermisste
Veröffentlicht am: 12.11.2024 um 12:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZwei Wochen nach dem sogenannten Jahrhundert-Unwetter mit mehr als 220 Toten werden in Spanien weiterhin rund zwei Dutzend mutmaĂliche Opfer gesucht. Die Behörden der am schlimmsten betroffenen Region Valencia im Osten des Landes reduzierten die Zahl der Vermissten in der jĂŒngsten Mitteilung von 32 auf 23. Vor allem im Meer und in Feuchtgebieten wird derzeit mit Schiffen, Drohnen und Echoloten nach eventuell dorthin gespĂŒlten Opfern gesucht. Die offizielle Zahl der Todesopfer belĂ€uft sich weiterhin auf 222.
Neue Unwetterwarnungen machen Angst - auch auf Mallorca
Das Katastrophengebiet wird nun zu allem Ăbel von neuen Unwettern bedroht. FĂŒr Teile von Valencia, aber auch fĂŒr die Balearen mit der Ferieninsel Mallorca sowie fĂŒr Teile von Galicien, Katalonien und Andalusien gab der Wetterdienst Aemet von Dienstag bis Donnerstag die dritt- sowie vereinzelt auch die zweithöchste Warnstufe aus.
In der andalusischen Provinz AlmerĂa hatte es bereits am Montag starke NiederschlĂ€ge und Ăberschwemmungen gegeben. Die BĂŒrgermeisterin der betroffenen Ortschaft Balanegra, Nuria RodrĂguez, rĂ€umte angstvolle Stunden ein. «Wir alle haben noch die Bilder aus Valencia im Kopf.». Die Meteorologin MĂłnica LĂłpez erklĂ€rte jedoch im TV-Sender RTVE, es werde nicht erwartet, dass die neuen Unwetter so schlimm ausfallen wie jene von vor zwei Wochen.
Obwohl es im Katastrophengebiet noch viele schlammbedeckte StraĂen voller Hausrat und MĂŒll gibt, und viele noch nicht in ihre zerstörten HĂ€user zurĂŒckkönnen, normalisiert sich dort langsam das Leben. Am Montag hatten 47 Schulen wieder geöffnet, und am Donnerstag soll die wichtige Hochgeschwindigkeitsbahnverbindung Madrid-Valencia wieder aufgenommen werden.
Königsbesuch mit Spannung erwartet
Am Dienstag wurde in Valencia mit Spannung der neue Besuch von König Felipe VI. erwartet. Seine Frau, Königin Letizia, begleitet ihn diesmal nicht. Das Königspaar war am 3. November im besonders schwer in Mitleidenschaft gezogenen Paiporta beschimpft und mit Schlamm beworfen worden. Diesmal will Felipe weniger mit Betroffenen zusammentreffen, sondern eher als Staatsoberhaupt den Einsatz des MilitÀrs beaufsichtigen. An den fortlaufenden Bergungs- und AufrÀumarbeiten in den rund 80 vom Unwetter schwer zerstörten Gemeinden nehmen fast 20.000 Soldaten und Polizisten sowie unzÀhlige Freiwillige teil.
Am 29. Oktober hatte es in einigen Ortschaften innerhalb weniger Stunden so viel geregnet wie sonst in einem Jahr. Viele machen die Behörden wegen des offensichtlichen Flut-Missmanagements fĂŒr die Tragödie verantwortlich. Am Sonntag protestierten in Valencia rund 130.000 Menschen gegen die ihrer Ansicht nach nur schleppend angelaufene Hilfe und die zu spĂ€t auf den Handys eingegangene Warnung.
