Neustadt: Auto verletzt mindestens fĂŒnf Menschen, drei Festnahmen
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen nach dem Angriff in Neustadt
- Polizisten nahmen an der Anschrift des Fahrzeughalters drei Menschen vorlÀufig fest.
- Der Angriff ereignete sich gegen 23.30 Uhr nahe dem SchĂŒtzenplatz in Neustadt am RĂŒbenberge.
- Der Fahrer lieĂ das Auto zurĂŒck und flĂŒchtete, wĂ€hrend die Polizei mit einem Hubschrauber nach TatverdĂ€chtigen suchte.
Angriff nahe Hannover löst GroĂeinsatz aus
Nach einem gezielten Angriff mit einem Auto auf eine kleine Menschengruppe bei Hannover ermittelt die Polizei wegen eines versuchten Tötungsdelikts. An der Anschrift des Fahrzeughalters nahm sie drei Menschen vorlÀufig fest.
Mindestens fĂŒnf Menschen verletzt
Ob die Festgenommenen unmittelbar mit der Tat im niedersĂ€chsischen Neustadt am RĂŒbenberge zusammenhĂ€ngen, wird noch geprĂŒft. Mindestens fĂŒnf Menschen wurden leicht bis schwer verletzt; sie kamen in umliegende KrankenhĂ€user und waren nach Polizeiangaben nicht in Lebensgefahr.
Möglicher Zusammenhang mit GroĂfamilien
Die Ermittler gehen bisher davon aus, dass sich die Beteiligten kannten. Nach Polizeiangaben gehören sie GroĂfamilien an, die in Teilen bereits im Zusammenhang mit sogenannter ClankriminalitĂ€t aufgefallen seien.
Ob der Angriff damit zusammenhĂ€ngt, blieb zunĂ€chst offen. Auch das Motiv ist unklar; fĂŒr die Bevölkerung bestand nach dem bisherigen Kenntnisstand keine Gefahr, Hinweise auf einen Anschlag gab es nicht.
SchĂŒsse wĂ€hrend einer Verkehrskontrolle
Der Angriff ereignete sich am spĂ€ten Montagabend gegen 23.30 Uhr im Bereich des SchĂŒtzenplatzes östlich des Ortskerns. Ein TatverdĂ€chtiger steuerte den Wagen gezielt in die Gruppe, die auf der StraĂe stand.
PolizeikrĂ€fte waren wegen einer allgemeinen Verkehrskontrolle zufĂ€llig in der NĂ€he. Sie gaben SchĂŒsse auf das Auto ab, um die Tat zu stoppen; der Fahrer lieĂ den Wagen zurĂŒck und flĂŒchtete.
Fahndung zunÀchst ohne Erfolg
Ob weitere Menschen im Auto saĂen, ist ebenso offen wie die genaue Zahl der Beteiligten und ihre jeweiligen Rollen. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit zahlreichen EinsatzkrĂ€ften und einem Polizeihubschrauber blieb zunĂ€chst erfolglos.
Die drei vorlÀufigen Festnahmen erfolgten an der Anschrift des Halters des Tatfahrzeugs. Der Tatort wurde abgesperrt, mehrere beschÀdigte Autos waren zu sehen, darunter Fahrzeuge mit platten Reifen, zerstörter Heckscheibe und Einschusslöchern.
Ermittlungen der Kriminalpolizei
Der Kriminaldauerdienst Hannover ĂŒbernahm die Ermittlungen. Das Verfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts wurde nach RĂŒcksprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover eingeleitet.
Die Ermittler sichern Spuren und untersuchen den Ablauf, die HintergrĂŒnde und die IdentitĂ€t der TatverdĂ€chtigen. Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst zu melden.
Der Angriff ereignete sich in einer Situation, in der PolizeikrĂ€fte wegen einer allgemeinen Verkehrskontrolle unmittelbar in der NĂ€he waren. Dadurch konnten die Beamten nach Angaben der Polizei schnell eingreifen und den Wagen durch SchĂŒsse stoppen. FĂŒr die Ermittler stehen nun die Rekonstruktion des Ablaufs, die Zuordnung der Beteiligten und die KlĂ€rung des Motivs im Mittelpunkt.
Die vorlĂ€ufigen Festnahmen an der Anschrift des Fahrzeughalters bedeuten noch keine abschlieĂende Zuordnung der Tat. Entscheidend wird sein, welche Rolle die festgenommenen Personen gespielt haben und wer den Wagen steuerte. Auch die Frage, ob weitere Menschen im Fahrzeug saĂen oder vom Tatort flĂŒchteten, ist fĂŒr das Verfahren von Bedeutung.
Ermittlungen zu Motiv und Begriffen
Die Polizei sieht einen möglichen Zusammenhang mit GroĂfamilien, die teilweise bereits im Zusammenhang mit sogenannter ClankriminalitĂ€t aufgefallen seien. Der Begriff bleibt politisch und gesellschaftlich umstritten, weil er sehr unterschiedliche Familien und Personen pauschal unter einen Verdacht stellen kann. FĂŒr das konkrete Verfahren mĂŒssen deshalb individuelle TatbeitrĂ€ge und belastbare Beweise maĂgeblich sein.
FĂŒr Anwohner ist vor allem relevant, dass die Polizei nach bisherigem Stand keine Gefahr fĂŒr die Bevölkerung und keine Hinweise auf einen Anschlag sieht. Zugleich zeigt der GroĂeinsatz, welche Folgen ein gezielter Angriff im öffentlichen Raum fĂŒr Rettungsdienst, Polizei und den Verkehr vor Ort hat. Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft Hannover sollen klĂ€ren, ob sich der Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts erhĂ€rtet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
NDR: âAuto steuert in Menschengruppe: Polizei nimmt drei VerdĂ€chtige festâ (27.10.2026)
Der Bericht bestÀtigt den gezielten Angriff, die drei vorlÀufigen Festnahmen und die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Einen zusÀtzlichen Schwerpunkt legt er auf die umstrittene Verwendung des Begriffs ClankriminalitÀt und die weiterhin offenen Rollen der Beteiligten.
STERN: âTĂ€ter auf der Flucht: Auto fĂ€hrt in Menschengruppe - Polizei schieĂt auf Wagenâ (27.10.2026)
Der Bericht hebt den Ablauf der Tat, die Flucht zu FuĂ und den Polizeieinsatz hervor. Anders als der NDR-Bericht konzentriert er sich stĂ€rker auf die zunĂ€chst unklaren HintergrĂŒnde und die noch nicht geklĂ€rten Tatbeteiligungen.
Beide Berichte stimmen beim Angriff, den Verletzten und dem Polizeieinsatz ĂŒberein. Offen bleiben vor allem Motiv, Zahl und Rollen der Beteiligten sowie die rechtliche Bewertung.
