Philippinen, Erdbeben

Weiteres Erdbeben auf Philippinen - Tsunamiwellen erwartet

10.10.2025 - 14:26:57

Nur wenige Stunden nach einem schweren Erdbeben erschĂŒttert ein weiteres die Philippinen. Erneut wird vor riesigen Flutwellen gewarnt.

Eine Erdbebenserie erschĂŒttert den SĂŒden der Philippinen: Bei einem ersten schweren Erdbeben der StĂ€rke 7,4 in dem Inselstaat sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer starben alle in der sĂŒdlichen Provinz Davao Oriental, in der sich das Beben am Morgen (Ortszeit) ereignet hatte, wie der Zivilschutz und die Polizei mitteilten. 

Nur wenige Stunden danach erschĂŒtterte ein weiteres Beben der StĂ€rke 6,9 dieselbe Region, wie das Philippinische Institut fĂŒr Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) mitteilte. Über das Ausmaß oder weitere Opfer dieses zweiten Erdbebens war zunĂ€chst nichts bekannt. Phivolcs warnte erneut vor Tsunamiwellen, die in den nĂ€chsten zwei Stunden eintreffen könnten. Bewohner der KĂŒstengemeinden in den Provinzen Surigao Del Sur, Davao Orienta und Surigao Del Norte wurden aufgefordert, sich unverzĂŒglich in höher gelegene Gebiete zu begeben.

Erst vor einer guten Woche hatte ein starkes Erdbeben den Inselstaat erschĂŒttert und Dutzende Menschen in den Tod gerissen.

Das Zentrum des ersten Bebens der StÀrke 7,4 lag laut der US-Erdbebenwarte USGS in einer relativ geringen Tiefe von rund 58 Kilometer auf der Insel Mindanao. (Phivolcs) bezifferte die StÀrke des Bebens sogar zunÀchst auf 7,6, revidierte dies aber spÀter auf 7,4. 

Phivolcs gab auch eine Tsunami-Warnung fĂŒr sieben Provinzen heraus, die spĂ€ter wieder aufgehoben wurde.

SchĂ€den und Nachbeben befĂŒrchtet

Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol sagte im Radio, es sei mit SchĂ€den und Nachbeben zu rechnen. In vielen betroffenen Gebieten fiel der Strom aus. In der Kleinstadt Manay wurden GebĂ€ude beschĂ€digt, darunter eine Kirche - das genaue Ausmaß der SchĂ€den sei aber noch unklar, sagte Ednar Dayanghirang vom örtlichen Zivilschutz, der sich zum Zeitpunkt des Bebens in Davao City aufhielt. «Es war sehr stark, die Menschen waren in Panik und rannten aus den GebĂ€uden.» Dayanghirang erklĂ€rte im Radio, eines der Todesopfer sei von einer umstĂŒrzenden Betonwand erfasst worden.

Videos in sozialen Netzwerken zeigten, wie Decken einstĂŒrzten und Möbel in HĂ€usern umkippten. In einigen GebĂ€uden zersplitterten Glasfenster und -tĂŒren. Ein Video zeigte schreiende und in Panik geratene SchĂŒler, als Holzpaneele von der Decke ihres Klassenzimmers in Davao City fielen. Laut Behördenangaben wurden einige SchĂŒler ohnmĂ€chtig und erlitten leichte Prellungen. Die AuthentizitĂ€t der Aufnahmen konnte zunĂ€chst nicht bestĂ€tigt werden.

«Das Beben war so stark, dass es schwierig war, aufrecht zu stehen. Wir fielen immer wieder, als wir unser Hotelzimmer evakuierten», sagte ein Augenzeuge einem lokalen Radiosender. Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes betonte: «Das ist wahrscheinlich das stÀrkste Beben, das ich je erlebt habe.»

Dutzende Tote bei jĂŒngstem Beben

Erst Ende September hatte ein Beben der StĂ€rke 6,9 ??die etwa 515 Kilometer entfernte Zentralprovinz Cebu erschĂŒttert. Mindestens 74 Menschen kamen ums Leben, rund 550 weitere wurden verletzt. Es gab Tausende Nachbeben.

Die Philippinen liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einem VulkangĂŒrtel, der den Pazifik von drei Seiten umgibt. In der geologisch aktivsten Zone der Erde gibt es hĂ€ufig Erdbeben und VulkanausbrĂŒche.

@ dpa.de