Oktoberfest 2026: 7,4 Millionen GĂ€ste machen Wiesn zum Besucherrekord
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 14:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas MĂŒnchner Oktoberfest 2026 hat mit 7,4 Millionen Besucherinnen und Besuchern einen historischen Höchststand erreicht.
Rekord nach 16 Festtagen
Nach Angaben der Stadt kamen damit so viele Menschen wie noch nie auf die Wiesn. Der bisherige Rekord von 7,2 Millionen GĂ€sten aus dem Jahr 2023 wurde ĂŒbertroffen. Besonders stark legten die Besucherzahlen unter der Woche zu.
MĂŒnchens Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Christian Scharpf sprach von der bislang meistbesuchten Wiesn. OberbĂŒrgermeister Dominik Krause bezeichnete sein erstes Oktoberfest im Amt als friedlich, entspannt und gut gelaunt.
Sicherheitskonzept und schwere UnglĂŒcke
Das nachgeschĂ€rfte Sicherheitskonzept habe sich nach Angaben der Stadt bewĂ€hrt. Trotz der Rekordzahl habe es keine kritischen ĂberfĂŒllungssituationen gegeben. Die Besucher sollten zudem stĂ€rker auf die Wochentage verteilt werden.
Ăberschattet wurde das Fest von mehreren UnglĂŒcksfĂ€llen. Am letzten Wiesntag erlitt ein 47 Jahre alter rumĂ€nischer Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel schwere Verletzungen und musste reanimiert werden. Die Polizei ermittelt, warum er sich in einem gesperrten Bereich aufgehalten hatte.
Bereits am dritten Festtag war ein 52-jĂ€hriger Sicherheitsmitarbeiter eines Freefall-Towers unter einer Gondel eingeklemmt worden und gestorben. Eine ĂŒber 90 Jahre alte Frau starb sechs Tage nach einem Sturz auf der Oidn Wiesn im Krankenhaus. Zudem kamen bei einem BusunglĂŒck auf der Autobahn 96 bei Buchloe zwei Menschen ums Leben, die auf dem Weg zum Oktoberfest waren.
Mehr Straftaten und KokainfÀlle
Die Polizei registrierte 854 Straftaten und damit mehr als im Vorjahr, als 748 FÀlle erfasst wurden. Die Zahl der EinsÀtze stieg von 1.851 im Jahr 2025 weiter an. Als Grund nannte die Polizei neben der höheren Besucherzahl einen Anstieg bei BetÀubungsmitteldelikten, insbesondere bei Kokain.
Insgesamt wurden 80 Sexualdelikte angezeigt, darunter 52 FĂ€lle sexueller BelĂ€stigung. In fĂŒnf FĂ€llen wird wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt; 2025 waren es ebenfalls fĂŒnf FĂ€lle.
Bierkonsum und medizinische Bilanz
Auf der Wiesn wurden 6,7 Millionen MaĂ Bier ausgeschenkt, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Wirte meldeten beim Essen ein Plus von zwei bis drei Prozent. 447.000 Menschen besuchten die Oide Wiesn.
Die Aicher Ambulanz versorgte bis Sonntagmittag 8.409 Patientinnen und Patienten. Rund 40 Prozent benötigten demnach ausschlieĂlich wegen einer Alkoholvergiftung Hilfe. Der höchste gemessene Alkoholwert lag bei 3,8 Promille.
Viele Fundsachen
Das FundbĂŒro nahm unter anderem 1.050 KleidungsstĂŒcke, 700 Geldbeutel und 400 Handys entgegen. Zu den ungewöhnlicheren FundstĂŒcken gehörten eine Knirschschiene, ein Gebiss, die 1,80 Meter groĂe Figur eines Imbissstands und ein Bildband ĂŒber Tibet.
Rekord trotz kĂŒrzerer Festdauer
Mit 7,4 Millionen GĂ€sten ĂŒbertrifft das Oktoberfest 2026 den bisherigen Höchstwert von 7,2 Millionen aus dem Jahr 2023. Der Vergleich fĂ€llt besonders deutlich aus, weil die Wiesn 2023 zwei Tage lĂ€nger dauerte. Zum Besucherplus trugen vor allem die Wochentage bei: In der ersten Woche lag die Zahl von Montag bis Donnerstag um 18,5 Prozent ĂŒber dem Vorjahr, in der zweiten Woche sogar um 28,9 Prozent.
Die Entwicklung zeigt, dass die AttraktivitĂ€t des Oktoberfests nicht allein von den klassischen Wochenendterminen abhĂ€ngt. Gutes Wetter, internationale Bekanntheit und die Verbreitung ĂŒber soziale Medien können den Besucherstrom auch an weniger stark nachgefragten Tagen erhöhen. Die Stadt setzt zugleich darauf, GĂ€ste stĂ€rker ĂŒber den gesamten Festzeitraum zu verteilen, um Belastungsspitzen zu vermeiden.
Mehr Besucher, höhere Anforderungen
Der Rekord bringt fĂŒr Veranstalter, SicherheitskrĂ€fte, Rettungsdienste und das MĂŒnchner Verkehrsnetz zusĂ€tzliche Anforderungen. Das nachgeschĂ€rfte Sicherheitskonzept verhinderte nach Angaben der Stadt kritische ĂberfĂŒllungssituationen; zugleich stiegen EinsĂ€tze, Straftaten und die Zahl der medizinisch versorgten Menschen. Besonders die schweren UnfĂ€lle von BeschĂ€ftigten und der Tod eines Sicherheitsmitarbeiters zeigen, dass eine friedliche Besucherbilanz die Risiken des Festbetriebs nicht vollstĂ€ndig abbildet.
FĂŒr GĂ€ste bedeutet die Bilanz: Mit wachsender Auslastung bleiben RĂŒcksichtnahme, die Beachtung von Absperrungen und ein maĂvoller Alkoholkonsum zentrale Sicherheitsfaktoren. Die Zahlen zu Sexualdelikten und KokainfĂ€llen unterstreichen zudem, dass PrĂ€vention und Kontrollen neben der reinen Besuchersteuerung wichtig bleiben.
