Oktoberfest 2026: Wiesn stellt mit 7,4 Millionen Besuchern neuen Rekord auf
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 13:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Münchner Oktoberfest hat in diesem Jahr mit 7,4 Millionen Besuchern einen neuen Rekord erreicht.
Mehr Gäste als je zuvor
Nach Angaben der Stadt kamen damit so viele Menschen wie noch nie auf die Wiesn. Der bisherige Höchstwert lag bei 7,2 Millionen Besuchern und war 2023 erreicht worden. Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) bezeichnete die Ausgabe 2026 als die bislang meistbesuchte in der langen Geschichte des Volksfestes.
Die Besucher tranken 6,7 Millionen Maß Bier. Das waren 2,7 Prozent mehr als 2025, als 6,5 Millionen Maß ausgeschenkt worden waren. Die Wiesnwirte meldeten beim Essen ein Plus von zwei bis drei Prozent; besonders das klassische Hendl sei wieder stärker gefragt gewesen.
Viele Gäste auf der Oidn Wiesn
Von den insgesamt 7,4 Millionen Besuchern gingen 447.000 auch auf die Oidn Wiesn. Dort kam es zu einem tödlichen Unfall: Einer über 90 Jahre alten Frau verfing sich beim Versuch, ein Kutschpferd zu streicheln, der Rollstuhl im Geschirr. Sechs Tage später starb sie im Krankenhaus.
Schwere Unfälle überschatten das Fest
Am letzten Wiesn-Tag wurde ein 47 Jahre alter Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel so schwer verletzt, dass er reanimiert werden musste. Bereits am dritten Wiesntag war ein 52-jähriger Sicherheitsmitarbeiter an einem Freefall-Tower unter einer Gondel eingeklemmt worden und gestorben.
Warum sich der Mitarbeiter in dem Bereich aufgehalten hatte, in dem er nicht sein sollte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Bei einem traditionellen Gottesdienst gedachte die Wiesn-Gemeinde des Getöteten.
Tote bei Busunfall auf dem Weg zur Wiesn
Auch außerhalb des Festgeländes ereignete sich ein schweres Unglück. Ein Reisebus, der von Italien zur Wiesn unterwegs war, kippte auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu um. Zwei Menschen starben, zahlreiche weitere wurden teilweise schwer verletzt.
Die Reisegruppe bestand aus in Italien lebenden philippinischen Staatsangehörigen, die auf dem Oktoberfest feiern wollte.
Rekord trotz kürzerer Festdauer
Mit 7,4 Millionen Gästen übertrifft das Oktoberfest den bisherigen Höchstwert von 7,2 Millionen aus dem Jahr 2023. Der Vergleich ist allerdings einzuordnen: Die Wiesn dauerte 2023 zwei Tage länger. Dass der Rekord dennoch fällt, unterstreicht die außergewöhnliche Besucherzahl der diesjährigen Ausgabe.
Der starke Andrang zeigte sich bereits vor der Schlussbilanz. Am letzten Wiesn-Samstag wurden die Eingänge zeitweise geschlossen und Besucher gebeten, später anzureisen. Die Maßnahme war Teil des Sicherheitskonzepts, das eine Überfüllung des Festgeländes verhindern soll. Die hohe Auslastung betrifft damit nicht nur die Fahrgeschäfte und Bierzelte, sondern auch die Organisation der Besucherströme.
Zwischen Volksfest und Sicherheitsaufgabe
Der Rekord steht zugleich neben mehreren schweren Unglücken. Der Tod eines Mitarbeiters am Freefall-Tower, der tödliche Unfall einer älteren Besucherin auf der Oidn Wiesn, der schwere Vorfall an einer Schiffsschaukel und der Busunfall bei Buchloe zeigen die unterschiedlichen Risikobereiche rund um das Fest. Die Ursachen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Ereignisse werden jeweils ermittelt.
Für Besucher bedeutet die Bilanz zweierlei: Das Oktoberfest bleibt ein bedeutender Anziehungspunkt für München und die Region, verlangt bei außergewöhnlichem Andrang aber eine laufende Steuerung von Einlässen, Zelten und Verkehrswegen. Die offiziellen Zahlen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ergänzen die Besucherbilanz um die sicherheitsrelevante Perspektive.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: „Großer Wiesn-Andrang – Eingänge vorübergehend geschlossen“ (03.10.2026)
Der Bericht bestätige den außergewöhnlichen Andrang am letzten Wiesn-Samstag und schreibe, die Eingänge seien zeitweise geschlossen worden. Als Schwerpunkt hebe er das Sicherheitskonzept hervor, das eine Überfüllung durch eine kontrollierte Besucherzufuhr verhindern solle; die spätere offizielle Rekordbilanz habe der Beitrag noch nicht enthalten.
Der Pressespiegel bündele damit eine gemeinsame Entwicklung: Die Wiesn sei besonders stark besucht gewesen. Während die dpa-Meldung die abschließende Besucherzahl und die Unglücksfälle in den Mittelpunkt stelle, konzentriere sich der BR auf die konkrete Steuerung des Andrangs und die organisatorischen Folgen.
