Oktoberfest: Mitarbeiter nach Unfall an Schiffsschaukel reanimiert
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 14:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin 47-jĂ€hriger Mitarbeiter einer historischen Schiffsschaukel ist am letzten Tag des Oktoberfests in MĂŒnchen schwerst verletzt und von RettungskrĂ€ften reanimiert worden.
Unfall auf der Oidn Wiesn
Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 10.15 Uhr auf der Oidn Wiesn. Der Mann wurde anschlieĂend in ein Krankenhaus gebracht.
Bei dem Unfall sei der Mitarbeiter im Bereich der HalswirbelsÀule von der Schiffsschaukel getroffen worden, sagte Julian Tanzer von der Aicher-Ambulanz. Mehrere RettungskrÀfte hÀtten etwa zwei Minuten nach dem Unfall mit der Versorgung begonnen.
FahrgeschĂ€ft vorerst auĂer Betrieb
Eine Gefahr fĂŒr FahrgĂ€ste habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, teilte die Polizei mit. Der Betrieb der historischen Schiffsschaukel wurde eingestellt, der Bereich abgesperrt.
Kriminalpolizei ermittelt
Ein Kriseninterventionsteam betreute Zeugen des Unfalls. Die Kriminalpolizei befragt Zeugen und wertet mögliche Videoaufnahmen aus; die Ermittlungen werden voraussichtlich einige Tage dauern.
Auf dem diesjĂ€hrigen Oktoberfest hatte es bereits am dritten Wiesn-Tag einen tödlichen Unfall an einem Freefall-Tower gegeben. Ein 52-jĂ€hriger Sicherheitsmitarbeiter war unter einer Gondel eingeklemmt worden. Zudem starb eine 90-JĂ€hrige im Krankenhaus, nachdem sie auf der Oidn Wiesn ein Kutschpferd hatte streicheln wollen, ihr Rollstuhl sich im Geschirr verfangen hatte und sie gestĂŒrzt war.
Schiffsschaukel mit Muskelkraft betrieben
Die historische Schiffsschaukel wird laut Oktoberfest-Homepage nicht durch Motoren angetrieben, sondern durch Muskelkraft und Schwerpunktverlagerungen der FahrgĂ€ste. In den schiffsförmigen Gestellen finden bis zu zwei Personen Platz; einige Modelle können sich ĂŒberschlagen.
Sicherheitsfragen an FahrgeschÀften
Der Unfall ereignet sich vor dem Hintergrund mehrerer schwerer VorfÀlle auf dem diesjÀhrigen Oktoberfest. Bereits am dritten Wiesn-Tag war ein 52-jÀhriger Sicherheitsmitarbeiter an einem Freefall-Tower ums Leben gekommen; nach Angaben der Polizei war er unter einer Gondel eingeklemmt worden. Die Ermittlungen zu den UmstÀnden dieses Todesfalls liefen zunÀchst weiter.
Die historische Schiffsschaukel gehört zur Oidn Wiesn und unterscheidet sich technisch von vielen modernen FahrgeschĂ€ften: Sie wird nicht motorisch angetrieben, sondern durch Muskelkraft und die Gewichtsverlagerung der FahrgĂ€ste bewegt. Dass laut Polizei keine Gefahr fĂŒr Besucher und FahrgĂ€ste bestand, bezieht sich auf den konkreten Unfall und ersetzt nicht die nun anstehende PrĂŒfung des Betriebsablaufs.
Folgen fĂŒr Betrieb und Ermittlungen
Mit der vorlĂ€ufigen Einstellung des Betriebs und der Absperrung des Bereichs sichern die Behörden den Unfallort. Zeugenaussagen und mögliche Videoaufnahmen sollen klĂ€ren, wie der Mitarbeiter im Bereich der HalswirbelsĂ€ule getroffen wurde und ob technische, organisatorische oder andere Ursachen eine Rolle spielten. FĂŒr Besucher bleibt die zentrale praktische Folge, dass die betroffene Attraktion bis auf Weiteres nicht genutzt werden kann.
