Philippinen, Erdbeben

Heftiges Erdbeben auf den Philippinen: mindestens 69 Tote

Veröffentlicht am: 01.10.2025 um 07:35 Uhr | dpa.de

Panik, Erdrutsche und ĂŒberall TrĂŒmmer: Auf den Philippinen bebt die Erde - es gibt Dutzende Tote und viele Verletzte. Vor KrankenhĂ€usern reihen sich LeichensĂ€cke.

  • Vor KrankenhĂ€usern in der Provinz Cebu waren LeichensĂ€cke aufgereiht. - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Vor KrankenhÀusern in der Provinz Cebu waren LeichensÀcke aufgereiht. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Eine Kirche in Cebu wurde massiv beschĂ€digt.  - Bild: Stringer/XinHua/dpa
    Eine Kirche in Cebu wurde massiv beschÀdigt. - Bild: Stringer/XinHua/dpa
  • Vor allem in der Provinz Cebu starben viele Menschen. - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Vor allem in der Provinz Cebu starben viele Menschen. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Das Beben hatte eine StĂ€rke von 6,9. - Bild: Jacqueline Hernandez/AP/dpa
    Das Beben hatte eine StÀrke von 6,9. - Bild: Jacqueline Hernandez/AP/dpa
  • Das Ausmaß der SchĂ€den war zunĂ€chst nicht klar. - Bild: Rufino Alub/AP/dpa
    Das Ausmaß der SchĂ€den war zunĂ€chst nicht klar. - Bild: Rufino Alub/AP/dpa
Vor KrankenhĂ€usern in der Provinz Cebu waren LeichensĂ€cke aufgereiht. - Bild: Uncredited/AP/dpa Eine Kirche in Cebu wurde massiv beschĂ€digt.  - Bild: Stringer/XinHua/dpa Vor allem in der Provinz Cebu starben viele Menschen. - Bild: Uncredited/AP/dpa Das Beben hatte eine StĂ€rke von 6,9. - Bild: Jacqueline Hernandez/AP/dpa Das Ausmaß der SchĂ€den war zunĂ€chst nicht klar. - Bild: Rufino Alub/AP/dpa

Ein schweres Erdbeben hat auf den Philippinen mindestens 69 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Toten könnte aber weiter steigen, er hoffe jedoch, dass sie im zweistelligen Bereich bleibe, sagte Bernardo Rafaelito Alejandro IV vom Zivilschutz des Landes. Viele Opfer seien von herabfallenden TrĂŒmmern getroffen worden. Mindestens 200 Menschen wurden verletzt. Zur Zahl der Vermissten lagen derweil noch keine Angaben vor. Die Behörden sprachen aber bereits von einer «Katastrophe».

Das Beben der StĂ€rke 6,9 hatte den sĂŒdostasiatischen Inselstaat laut US-Erdbebenwarte USGS am spĂ€ten Dienstagabend (Ortszeit) vor den KĂŒsten der Inseln Cebu und Leyte in geringer Tiefe von nur zehn Kilometern erschĂŒttert. Nach Angaben des philippinischen Instituts fĂŒr Vulkanologie und Seismologie dauerte es etwa 30 Sekunden. Bisher kam es zu rund 800 Nachbeben mit einer StĂ€rke von bis zu 4,8. Kurz nach den ErdstĂ¶ĂŸen war vor einem möglichen Tsunami mit bis zu einem Meter hohen Wellen gewarnt worden - spĂ€ter gab es Entwarnung.

Die Provinzen Cebu und Leyte sind dicht besiedelt, hier leben insgesamt fast sechs Millionen Menschen. Sie liegen im Zentrum der Philippinen, mehr als 500 Kilometer sĂŒdlich der Hauptstadt Manila.

«Wir glauben, dass dieses Erdbeben eine große Katastrophe ausgelöst hat», sagte Alejandro. «Es gibt immer noch Nachbeben, und viele wollen nicht in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren, insbesondere in Bogo City.» In der KĂŒstenstadt gab es die meisten Opfer: Mindestens 30 Menschen starben hier laut Katastrophenschutz bei einem Erdrutsch.

In der Stadt San Remigio kamen Berichten zufolge 22 Menschen ums Leben. Mehrere starben wĂ€hrend einer Sportveranstaltung. «Die Opfer spielten Basketball in der Sporthalle, als diese einstĂŒrzte», sagte Polizeichef Jan Ace Elcid Layug. Auch gab es Sorge, dass das Beben einen Tsunami ausgelöst haben könnte: «Wir hatten Angst, weil San Remigio an der KĂŒste liegt», sagte Vize-BĂŒrgermeister Alfie Reynes.

LeichensÀcke vor Krankenhaus

Such- und Rettungsaktionen hĂ€tten derzeit PrioritĂ€t, betonte Alejandro. «Wir befinden uns noch in der goldenen Stunde. Wir können noch mehr Leben retten.» Viele GebĂ€ude stĂŒrzten durch die ErdstĂ¶ĂŸe ein, und die Stromversorgung wurde unterbrochen. Straßen waren mit TrĂŒmmern ĂŒbersĂ€t und hatten Risse.

Vor dem Cebu Provincial Hospital, dem wichtigsten Krankenhaus von Bogo City, lagen LeichensÀcke aufgereiht. «Es ist ein sehr trauriger Anblick», sagte Ainjeliz Orong von der Provinzverwaltung. Alle Patienten mussten aus dem beschÀdigten GebÀude evakuiert werden und wurden zunÀchst in Zelten untergebracht. 

In Daanbantayan, rund 20 Kilometer vom Epizentrum entfernt, erlebte Hanna Marie Codilla mit ihrer Familie das Beben hautnah. «Wir wurden sehr stark durchgeschĂŒttelt», sagte die 42-JĂ€hrige der Deutschen Presse-Agentur. Weil das Meer nach den ErdstĂ¶ĂŸen zurĂŒckwich und eine Flutwelle befĂŒrchtet wurde, floh sie gemeinsam mit rund 200 weiteren Anwohnern auf höher gelegenes GelĂ€nde – die Nacht verbrachten sie im Freien. In ihrer Nachbarschaft seien etliche HĂ€user eingestĂŒrzt, die Strom- und Wasserversorgung seien unterbrochen.

Dramatische Videos in sozialen Medien 

Videos und Fotos in sozialen Medien zeigten beschĂ€digte GebĂ€ude, darunter auch Kirchen, sowie Menschen, die panisch auf die Straßen rannten. In einem Video sind verĂ€ngstigte Personen zu sehen, die unter einem Tisch Schutz suchen und beten, wĂ€hrend in einem Einkaufszentrum die Decken einstĂŒrzen. Ein anderes zeigt Roller und Autos, die auf einer schwankenden BrĂŒcke anhalten. Die Aufnahmen können nicht verifiziert werden. 

In der Stadt Tabuelan wurde eine Autobahn durch einen Erdrutsch blockiert, wÀhrend in der Stadt Consolacion ein Feuer in einem Einkaufszentrum ausbrach, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte.

Die Philippinen liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einem VulkangĂŒrtel, der den Pazifik von drei Seiten umgibt. Es ist die geologisch aktivste Zone der Erde, die hĂ€ufig von Erdbeben und VulkanausbrĂŒchen heimgesucht wird. Denn hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander - es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen.

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