Puma bei München: Wärmebildkamera findet keine Spur im Notzingermoos
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 07:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei der Suche nach einem mutmaßlichen Puma nahe dem Münchner Flughafen hat eine nächtliche Kontrolle aus der Luft mit Wärmebildtechnik keine neue Spur ergeben.
Suche im Notzingermoos bleibt erfolglos
Eine Polizeisprecherin erklärte am Morgen, die Wärmebildkamera habe keine neuen Erkenntnisse gebracht. Das Gebiet im Notzingermoos in der oberbayerischen Gemeinde Oberding wurde in der Nacht aus der Luft abgesucht.
Bereits am Mittwoch hatten Einsatzkräfte das Naturschutzgebiet im Landkreis Erding mit einem Hubschrauber, Drohnen und Kräften am Boden durchsucht. Die personelle Suche endete gegen 19.00 Uhr mit Einbruch der Dunkelheit.
Fehlalarm mit Hauskatze
Zusätzlich löste ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes einen Fehlalarm aus. Er hatte auf einem Kamerabild ein verdächtiges Tier gesehen; ein daraufhin eingesetzter Hubschrauber fand jedoch keine Großkatze. Nach Einschätzung der Polizei handelte es sich bei dem Tier vermutlich um eine Hauskatze.
Aufnahmen werden weiter analysiert
Ein Jäger hatte am späten Dienstagabend mit einem Nachtsichtgerät ein verdächtiges Tier gesehen und gefilmt. Ein Experte hält es nach Auswertung der Aufnahmen für möglich, dass es sich um einen Puma handelt.
Das Landratsamt betonte, weiterhin sei unklar, um welche Tierart es sich handele. Die Bilder würden weiter analysiert. Auch die Herkunft des Tieres ist unbekannt.
Ein seltener Ausreißer in untypischer Umgebung
Pumas sind in Deutschland nicht heimisch. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Nord- und Südamerika; für das Tier im Notzingermoos gibt es bislang keine bekannte Herkunft. In Bayern benötigen Halter gefährlicher Wildtiere eine kommunale Erlaubnis, die an ein berechtigtes Interesse und die Zuverlässigkeit des Halters geknüpft ist.
Das Naturschutzgebiet zwischen Oberding und Moosinning bietet mit Wiesen, Gräben und Gehölzen zahlreiche Verstecke. Wärmebildtechnik kann bei einem beweglichen Tier helfen, liefert aber nicht automatisch eine eindeutige Artbestimmung. Entscheidend wären eine weitere Sichtung, belastbare Spuren oder eine klare Auswertung der Aufnahmen.
Vorsicht ohne Panik
Für Anwohner und Spaziergänger bedeutet die Situation vor allem, Abstand zu halten und Beobachtungen den Behörden zu melden. Hunde sollten vorerst angeleint bleiben; Kinder sollten im betroffenen Gebiet nicht unbeaufsichtigt spielen. Eine aktive Suche erhöht das Risiko einer überraschenden Begegnung und erschwert den Einsatz.
Ähnliche Alarme haben in Deutschland bereits gezeigt, dass vermeintliche Großkatzen später als andere Tiere erkannt wurden. Das ändert nichts an der gebotenen Vorsicht im konkreten Fall, erklärt aber, warum Behörden neben der Suche auch die genaue Bestimmung des Tieres in den Mittelpunkt stellen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: „Oberding/München: Puma in Flughafennähe gesichtet? Landkreis Erding rät zur Vorsicht“ (07.10.2026)
Der Bericht hebt hervor, die Kreisbehörde rate zu Vorsicht, ohne eine Panik auslösen zu wollen. Zudem ordne er ein, Pumas mieden gewöhnlich die Nähe von Menschen; offen bleibe insbesondere die Herkunft des Tieres.
Berliner Zeitung: „Puma bei München: Polizei sucht fieberhaft – PETA sagt, ein Ausbruch wäre ‚keine Überraschung‘“ (07.10.2026)
Die Berliner Zeitung bestätige die Suche im Notzinger Moos und setze einen anderen Schwerpunkt auf die mögliche Herkunft sowie die Rechtslage zur Haltung gefährlicher Wildtiere in Bayern. Der Artikel betone zugleich, die Puma-Art sei nicht abschließend bestimmt, und stelle frühere Fälle vermeintlicher Raubtiersichtungen gegenüber.
Beide Berichte stimmten darin überein, dass die Polizei bislang keinen Nachweis für das Tier gefunden habe und Abstand geboten sei; Unterschiede gebe es vor allem bei der Einordnung der möglichen Herkunft und der rechtlichen Folgen.
