Leizen, Quecksilberverdacht

Quecksilberverdacht: DHL-Paketzentrum in Leizen evakuiert

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach möglichen Vergiftungs-Symptomen bei einer Paketzustellerin ist ein DHL-Paketzustellzentrum in Leizen evakuiert worden. Spezialisten untersuchen, ob Quecksilber oder ein anderer Gefahrstoff im Spiel ist.

An dem DHL-Zustellzentrum lĂ€uft ein grĂ¶ĂŸerer Einsatz von Feuerwehr und Polizei. (Symbolbild) - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
An dem DHL-Zustellzentrum lĂ€uft ein grĂ¶ĂŸerer Einsatz von Feuerwehr und Polizei. (Symbolbild) - Bild: Wolf von Dewitz/dpa

Nach möglichen Vergiftungs-Symptomen bei einer Paketzustellerin ist ein DHL-Paketzustellzentrum in Leizen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte evakuiert worden.

Polizei und Feuerwehr im Einsatz

Seit Dienstagnachmittag waren Polizei und Feuerwehr an dem Standort in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Spezialisten der Feuerwehr sollten klÀren, um welchen Gefahrstoff es sich handeln könnte. Die Symptome der Zustellerin könnten auf Quecksilber deuten, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

Mehr als 20 Mitarbeiter evakuiert

Die 50 Jahre alte Paketzustellerin hatte sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet und ĂŒber körperliche Beschwerden geklagt. Nach ihren Angaben könnten diese Beschwerden im Zusammenhang mit einer FlĂŒssigkeit stehen, mit der sie am Freitag bei ihrer TĂ€tigkeit als Zustellerin in Kontakt gekommen sein soll. Die Frau wird Ă€rztlich behandelt.

Über 20 Mitarbeiter wurden am Dienstagnachmittag vorsichtshalber aus dem GebĂ€ude gebracht. Die Polizei ermittelt weiter zu Ursache und UmstĂ€nden des Vorfalls.

DHL: Versand nicht beeintrÀchtigt

DHL erklĂ€rte, Sicherheit und Wohlergehen der BeschĂ€ftigten hĂ€tten höchste PrioritĂ€t. Alle Mitarbeitenden seien wohlauf; der regulĂ€re Post- und Paketversand in der Region sei nicht beeintrĂ€chtigt. Das Unternehmen unterstĂŒtze die Untersuchungen der zustĂ€ndigen Behörden und beteilige sich nicht an Spekulationen.

Quecksilberfund in Neustadt-Glewe

Am Wochenende war in Neustadt-Glewe ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern eine Wohnung nach einem Quecksilberfund gerÀumt worden. Eine Bewohnerin hatte online Blumen bestellt, in der Lieferung wurde der gefÀhrliche Stoff entdeckt. SpezialkrÀfte der Feuerwehr aus Hamburg bestÀtigten den Quecksilberverdacht, zwei Bewohnerinnen wurden Àrztlich behandelt.

Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden VorfĂ€llen besteht, wird geprĂŒft. Quecksilber ist bei Raumtemperatur flĂŒssig und kann bei lĂ€ngerer Belastung schwere SchĂ€den unter anderem an Gehirn, Lunge, Nieren und Immunsystem verursachen.

Gefahrstoffverdacht im Paketverkehr

Der Vorfall in Leizen zeigt, dass ein einzelnes Paket in einem Logistikzentrum nicht nur den laufenden Betrieb, sondern auch den Gesundheitsschutz zahlreicher BeschĂ€ftigter berĂŒhren kann. FlĂŒssiges Quecksilber ist bei Raumtemperatur ungewöhnlich, weil es als Metall flĂŒssig bleibt; besonders problematisch sind mögliche DĂ€mpfe, die ĂŒber die Atemwege aufgenommen werden können.

FĂŒr die EinsatzkrĂ€fte steht deshalb zunĂ€chst die sichere Identifizierung und Eingrenzung der Substanz im Vordergrund. Bis dahin sind Evakuierung, medizinische Untersuchung betroffener Personen und die Sicherung des möglichen Kontaktbereichs zentrale Maßnahmen. Die genaue Ursache, der mögliche Versandweg und die Frage, ob weitere Menschen oder Sendungen betroffen sein könnten, gehören zu den laufenden Ermittlungen.

Zweiter Quecksilberfall in Mecklenburg-Vorpommern

Der Fall erhĂ€lt zusĂ€tzliches Gewicht, weil am Wochenende in Neustadt-Glewe Quecksilber in einer Blumenlieferung entdeckt worden war. Zwei Bewohnerinnen mussten Ă€rztlich behandelt werden. Ob beide Ereignisse miteinander verbunden sind, wird geprĂŒft; aus den bislang bekannten Angaben ergibt sich daraus noch keine gemeinsame Ursache.

FĂŒr Kundinnen und Kunden bedeutet der Vorfall vor allem, dass der regulĂ€re Post- und Paketversand in der Region nach Angaben von DHL nicht beeintrĂ€chtigt ist. Entscheidend fĂŒr weitere Folgen werden die Untersuchung des Gefahrstoffs, die Rekonstruktion des Kontakts und mögliche Erkenntnisse zum Umgang mit der betroffenen Sendung sein.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

NDR: „Verdacht auf Quecksilber: DHL-Zentrum in Leizen evakuiert“ (22.09.2026)

Der Bericht bestÀtige die Evakuierung des DHL-Zentrums nach den Beschwerden einer Mitarbeiterin und hebe zusÀtzlich hervor, die verdÀchtige Substanz habe sich an oder in einem Paket befunden. Anders als die dpa-Meldung stelle der Beitrag den zwischenzeitlichen Stillstand der Arbeit im Logistikzentrum heraus; offen blieben auch dort die genaue Substanz und die Ursache.

DER SPIEGEL: „Leizen: Verdacht auf giftiges Quecksilber – DHL-Zentrum evakuiert“ (22.09.2026)

Der Artikel bestĂ€tige den Gefahrstoffverdacht und ordne den Einsatz in den kurz zuvor bekannt gewordenen Quecksilberfund in Neustadt-Glewe ein. Er konzentriere sich stĂ€rker auf die Parallele zwischen den FĂ€llen und berichte, ein Zusammenhang werde geprĂŒft; die Verbindung sei damit nicht als Ursache festgestellt.

Beide Berichte stimmten in den zentralen Angaben zu Evakuierung, Beschwerden und Quecksilberverdacht ĂŒberein. Unterschiede lĂ€gen vor allem in der Gewichtung des möglichen Paketfunds beziehungsweise der Parallele zum Fall in Neustadt-Glewe; offen blieben Herkunft und IdentitĂ€t des Stoffes.

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