Truppenübungsplatz Senne, Bundeswehr

Radfahrer gerät in Schießübung der Bundeswehr und zahlt Bußgeld

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 13:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Radtourist aus Nordeuropa ist während einer laufenden Gefechtsübung in das gesperrte Gelände der Senne geraten. Nach seinem Notruf wurde die Übung beendet; wegen einer Ordnungswidrigkeit muss er nun Bußgeld zahlen.

Der Vorfall in der Senne

  • Der Radtourist umfuhr Sperren und übersah Warnschilder an den Zugängen zum Truppenübungsplatz.
  • Die Bundeswehr erstattete wegen einer Ordnungswidrigkeit Anzeige gegen den Mann.
  • Die Polizei stoppte die Schießübung, nachdem der Radfahrer den Notruf 110 gewählt hatte.
Der Radler war auf einem Truppenübungsplatz unter Beschuss geraten. (Symbolbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Radtourist gerät in Gefechtsübung der Bundeswehr

Ein Radtourist aus Nordeuropa ist auf einem Truppenübungsplatz am Rand des Teutoburger Waldes versehentlich in eine Gefechtsübung geraten. Nach dem Vorfall im September muss er nun ein Bußgeld zahlen.

Polizei stoppt Übung nach Notruf

Die Bundeswehr bestätigte, dass wegen einer Ordnungswidrigkeit Anzeige gegen den Mann erstattet wurde. Über den lebensgefährlichen Vorfall auf dem nordrhein-westfälischen Truppenübungsplatz in der Senne war zuvor mehrfach berichtet worden.

Der Radfahrer hatte den Angaben zufolge Sperren rund um das Gelände umfahren und Warnschilder an den Eingängen übersehen. Vermutlich leitete ihn eine Navigationssoftware irrtümlich durch das gesperrte Gebiet.

Mörser, Bordkanone und Übungsbombe

Nach den vorliegenden Angaben geriet der Mann in eine Schießübung mehrerer Bundeswehreinheiten. Dabei wurden Mörsergeschosse eingesetzt; ein Tornadoflieger feuerte seine Bordkanone ab und warf auch eine Übungsbombe ab.

Der Radfahrer rief über den Notruf 110 die Polizei in Paderborn. Er gab an, dass Kugeln über seinen Kopf flögen und er sich in einen Graben gerettet habe.

Übung wird umgehend unterbrochen

Die Polizei informierte daraufhin die für die Absperrung zuständige Stelle. Die Übung wurde gestoppt, damit der Mann aus dem Gefahrenbereich gebracht werden konnte.

Militärische Nutzung der Senne

Zwischen Bielefeld und Paderborn nutzen die Bundeswehr und das britische Militär mehrere Geländeteile der Senne westlich des Teutoburger Waldes für Übungen. Straßen und einzelne Geländeteile werden dafür vorübergehend für die Öffentlichkeit gesperrt.

Am nördlichen Rand der meist sandigen Heidelandschaft liegt in Augustdorf mit der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne ein großer Bundeswehrstandort. Die britischen Streitkräfte sind nach dem Nato-Truppenstatut in der Region präsent; in Paderborn sind noch mehrere Hundert Soldaten stationiert.

Für Übungen kommen zudem vorübergehend Soldaten aus Großbritannien oder anderen Nato-Staaten nach Ostwestfalen.

Der Vorfall zeigt die besondere Gefahrenlage auf Truppenübungsplätzen, die sich von gewöhnlichen Sperrgebieten deutlich unterscheidet. Auf dem Gelände der Senne finden regelmäßig Übungen mit scharfer Munition und militärischem Fluggerät statt. Sperrungen können sich dabei kurzfristig ändern und betreffen nicht nur einzelne Wege, sondern ganze Geländeteile.

Für Radfahrer und Wanderer sind deshalb nicht allein sichtbare Schranken entscheidend. Warnschilder, Umleitungen und aktuelle Hinweise der zuständigen Behörden müssen beachtet werden. Navigationsgeräte können Sperrungen oder temporäre Zufahrtsverbote fehlerhaft darstellen und ersetzen keine örtliche Beschilderung.

Gefahr für Übung und Öffentlichkeit

Der Fall macht zudem deutlich, welche Folgen ein unbefugtes Eindringen haben kann. Gerät eine Person während einer laufenden Schießübung in das Gelände, kann die Übung aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden. Das schützt die betroffene Person, bindet aber zugleich militärische und polizeiliche Kräfte.

Die Senne wird westlich des Teutoburger Waldes von Bundeswehr und britischen Streitkräften genutzt. Wegen der internationalen militärischen Nutzung kommen auch vorübergehend Einheiten anderer Nato-Staaten in die Region. Für die Bevölkerung bleibt damit entscheidend, vor Ausflügen aktuelle Sperrhinweise zu prüfen und abgesperrte Wege keinesfalls zu umfahren.

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