Pride, Queers

Berliner Pride friedlich - Ärger bei «Queers for Palestine»

28.07.2024 - 21:50:21 | dpa.de

Rund 250.000 Menschen feiern beim Christopher Street Day in Berlin. Es bleibt weitgehend friedlich. Deutlich kleiner ist die Demo queerer Menschen fĂŒr PalĂ€stina - dort gibt es Ärger mit der Polizei.

  • Trotz des Regens war die Stimmung beim CSD in Berlin gut. - Foto: Joerg Carstensen/dpa
    Trotz des Regens war die Stimmung beim CSD in Berlin gut. - Foto: Joerg Carstensen/dpa
  • Schlusspunkt des Demo-Umzugs war die SiegessĂ€ule. - Foto: Anna Ross/dpa
    Schlusspunkt des Demo-Umzugs war die SiegessÀule. - Foto: Anna Ross/dpa
  •  Am Samstagnachmittag schĂ€tzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 4.700.  - Foto: Carsten Koall/dpa
    Am Samstagnachmittag schÀtzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 4.700. - Foto: Carsten Koall/dpa
  • Grönemeyer unterstĂŒtzt die Forderungen der queeren Community.  - Foto: Carsten Koall/dpa
    Grönemeyer unterstĂŒtzt die Forderungen der queeren Community. - Foto: Carsten Koall/dpa
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Hunderttausende haben beim Berliner Christopher Street Day unter dem Motto «Nur gemeinsam stark – fĂŒr Demokratie und Vielfalt» demonstriert. «Die Abschlusskundgebung war eine friedliche große Party», teilten die CSD-Veranstalter mit. Highlight am Samstagabend war der Auftritt von Herbert Grönemeyer. Laut SchĂ€tzungen der Polizei vom spĂ€ten Samstagabend nahmen mindestens 250.000 Menschen am CSD teil. 

Obwohl es zeitweise stark regnete, harrten viele aus, um Grönemeyer zu sehen. «Zurzeit werden Demokratien weltweit auf perfide Art und Weise durch fundamentalistische, faschistische KrĂ€fte attackiert», sagte der SĂ€nger auf der BĂŒhne zum Abschluss der Veranstaltung. Rechte KrĂ€fte arbeiteten gegen andere Lebensmodelle. «Lassen wir das nicht zu», rief Grönemeyer. «KĂ€mpfen wir fĂŒr eine progressive Welt, jeden Tag und Seite an Seite.» Um Mitternacht wurde die Demo offiziell beendet. 

Appell an die Politik

Die Veranstalter appellierten an die Politik, den Schutz queerer Menschen ins Grundgesetz aufzunehmen. Die Änderung von Artikel 3 des Grundgesetzes mĂŒsse noch in dieser Wahlperiode kommen, forderte die Aktivistin Sophie Koch von der Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen in der Eröffnungsrede. UnterstĂŒtzung erhielten die Aktivistinnen und Aktivisten von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (GrĂŒne). Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano, der wegen seiner Arbeit Morddrohungen bekommen hat, war mit PersonenschĂŒtzern auf dem CSD unterwegs.

Der CSD in Berlin gilt als eine der grĂ¶ĂŸten Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren Community in Europa. 

WĂ€hrend die Hauptveranstaltung beim Christopher Street Day nach Polizeiangaben ausgelassen und friedlich verlief, gab es bei der zeitgleich stattfindenden, aber deutlich kleineren Kundgebung «Internationalist Queer Pride» in Berlin-Neukölln etliche Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und EinsatzkrĂ€ften, hieß es von der Polizei.

Strafbare Sprechchöre in Neukölln

In der Spitze habe es bei dem Aufzug, bei dem SolidaritĂ€t mit PalĂ€stina gefordert wurde, am Samstag 5.600 Teilnehmer gegeben. Einige von ihnen hĂ€tten Glasflaschen und Farbbeutel auf Polizisten und Pressevertreter geworfen. Außerdem seien strafbare Sprechchöre skandiert und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gezeigt worden. 31 Personen seien vorĂŒbergehend festgenommen worden, darĂŒber hinaus seien 37 Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden. 

Beim grĂ¶ĂŸtenteils friedlichen Christopher Street Day selbst mit rund 250.000 Besuchern gab 58 vorĂŒbergehende Festnahmen. Gleich zu Beginn des CSD hatte die Polizei eine Gruppe Rechter ausgebremst, die versucht hatte, zum Aufzug zu kommen. Die rund 30 Menschen seien am Weiterlaufen gehindert und ĂŒberprĂŒft worden. Da es nicht habe ausgeschlossen werden können, dass die Gruppe homophobe oder transfeindliche Aktionen plante, seien die Menschen einem Bereitschaftsrichter vorgefĂŒhrt worden und zunĂ€chst in Polizeigewahrsam gekommen.

 

 

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