UN-Experten, SandstĂŒrmen

UN-Experten warnen vor SandstĂŒrmen: «UnterschĂ€tztes Problem»

15.11.2023 - 06:12:19

SandstĂŒrme sind aus europĂ€ischer Perspektive weit weg. Das PhĂ€nomen hat aber globale Auswirkungen. Ein UN-Experte sagt: Das Problem kann durch Menschen verstĂ€rkt, aber auch bekĂ€mpft werden.

UN-Experten haben vor den Gefahren durch Sand- und StaubstĂŒrme gewarnt. Diese seien ein unterschĂ€tztes Problem, das in Teilen der Welt mittlerweile dramatisch hĂ€ufiger auftrete, teilte die UN-Konvention zur BekĂ€mpfung der WĂŒstenbildung (UNCCD) mit Sitz in Bonn am Mittwoch mit. Ein gewichtiger Teil des Problems sei auf menschliche AktivitĂ€ten zurĂŒckzufĂŒhren, es brauche globale und regionale politische Antworten.

SandstĂŒrme verursachten in Nord- und Zentralasien bis nach Afrika verheerende SchĂ€den, hieß es. In den betroffenen Gebieten wĂŒrde Boden abgetragen, es gebe ErnteausfĂ€lle. Neben den so verursachten wirtschaftlichen Folgen kann es laut den UNCCD-Experten auch gesundheitliche Probleme etwa durch Atemwegserkrankungen geben. Zwar gebe es begrenzte Vorteile - die SandstĂŒrme beförderten auch BodennĂ€hrstoffe, von denen andere Gebiete profitierten - diese wögen die SchĂ€den aber bei weitem nicht auf.

Die Auswirkungen des PhĂ€nomens gehen laut UNCCD außerdem weit ĂŒber die Ursprungsregionen hinaus: Weltweit gelangten SchĂ€tzungen zufolge jĂ€hrlich zwei Milliarden Tonnen Sand und Staub in die AtmosphĂ€re. Eine Hauptquelle liegt mit dem Aralsee in Zentralasien: Mehr als 100 Millionen Tonnen Staub und giftige Salze wĂŒrden dort pro Jahr aufgewirbelt. Die UNCCD tagt noch bis Freitag im usbekischen Samarkand.

Langfristige Auswirkungen nur begrenzt dokumentiert

Dass das PhĂ€nomen in Teilen der Welt als Katastrophenrisiko unterschĂ€tzt wird, liegt laut UNCCD-Experten wahrscheinlich daran, dass es in vielen FĂ€llen nicht zu unmittelbaren TodesfĂ€llen kommt. Die langfristigen gesundheitlichen, aber auch wirtschaftlichen und weiteren Auswirkungen seien wiederum nur begrenzt dokumentiert. Das Problem wird laut UNCCD-Experten durch falsche Land- und Wassernutzung, DĂŒrren und Klimawandel verschĂ€rft.

«Doch so wie Sand- und StaubstĂŒrme durch menschliche AktivitĂ€ten verstĂ€rkt werden, können sie durch menschliches Handeln auch reduziert werden», wird UNCCD-ExekutivsekretĂ€r Ibrahim Thiaw in einer Mitteilung zitiert. Konkret soll sinnvolle Nutzung von Boden und Wasser fĂŒr mehr Vegetation sorgen und Böden schĂŒtzen. Außerdem brauche es ein Monitoring- und FrĂŒhwarnsystem.

@ dpa.de