UnfÀlle und eingeschlossene Autofahrer in Hessen
27.11.2023 - 22:24:31Der Wintereinbruch hat in mehreren BundeslĂ€ndern fĂŒr erhebliche Gefahren und SchĂ€den auf den StraĂen gesorgt. Es gab etliche glĂ€ttebedingte UnfĂ€lle, vor allem in höheren Lagen kam es zu EinschrĂ€nkungen im StraĂenverkehr.
Zugespitzt hatte sich die Lage am Abend im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Zahlreiche Autofahrer saĂen dort nach Angaben der Feuerwehr in ihren Fahrzeugen fest oder mussten aus ihren Wagen gerettet werden. «Die Lage ist auĂergewöhnlich», sagte Kreisbrandmeister Michael Ehresmann der Deutschen Presse-Agentur. «BĂ€ume fallen um wie Streichhölzer.»
Die Feuerwehren waren im Kreisgebiet seit dem Mittag teilweise durchgehend im Einsatz. Der Rheingau-Taunus-Kreis habe einen FĂŒhrungsstab eingerichtet, um die Unwetterlage zentral zu koordinieren, teilte die Kreisverwaltung mit.
Auf der StraĂe zwischen Kiedrich und Hausen vor der Höhe seien am Abend noch etwa 30 Fahrzeuge vom Schnee eingeschlossen gewesen. Etwa 100 Menschen, die nahe Eltville wegen umstĂŒrzender BĂ€ume aus ihren Fahrzeugen gerettet werden mussten, wurden in einer Halle auf einem nahen FabrikgelĂ€nde untergebracht und versorgt, wie der Kreisbrandmeister berichtete. Doch fiel dann auch noch der Strom aus. Die EinsatzkrĂ€fte wĂŒrden sich um die Menschen kĂŒmmern.
Feuerwehr: «Es besteht Lebensgefahr»
In der NAO-Schule in Bad Schwalbach nahe Wiesbaden saĂen am Abend rund 30 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler fest. Sie konnten nicht von ihren Eltern abgeholt werden, Busse verkehrten nicht mehr, erklĂ€rte der Kreisbrandmeister. Auch sie wĂŒrden von den EinsatzkrĂ€ften versorgt.
Die Feuerwehr rief alle Menschen in dem Landkreis auf, auf Autofahrten zu verzichten. «Die Ziele sind voraussichtlich nicht erreichbar und es besteht Lebensgefahr», warnte die Feuerwehr. StraĂensperrungen sollten unbedingt beachtet und nicht leichtsinnigerweise umfahren werden.
Auch andernorts im Taunus kam es am Montag zu starken BeeintrĂ€chtigungen, wie ein Sprecher des PolizeiprĂ€sidiums Westhessen in Wiesbaden sagte. Fahrzeuge, darunter Lastwagen, standen quer auf den StraĂen, wodurch es an manchen Stellen kaum ein Durchkommen gab. Besonders der Hochtaunus war laut Polizei betroffen gewesen.
Eine 54-jÀhrige Fahrerin kam am Montag ums Leben, als bei Denzerheide in Rheinland-Pfalz zwei Autos ineinander prallten. Der 69-jÀhrige Fahrer des anderen Wagens wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war das Auto der Frau auf schneebedeckter Fahrbahn der B49 seitlich ausgebrochen und mit dem entgegenkommenden Pkw kollidiert. Im Saarland warnte die Polizei vor GlÀtte, abgeknickten BÀumen und liegengebliebenen Fahrzeugen.
Landrat ruft zum Zuhausebleiben auf
Die Menschen im Rheingau-Taunus-Kreis sollen heute zu Hause bleiben. «Mein dringender Appell: Bleiben Sie am Dienstag unbedingt zu Hause. Bitte unternehmen Sie auch keine SpaziergĂ€nge im Wald: Es besteht akute Lebensgefahr durch Astbruch und umstĂŒrzende BĂ€ume», sagte der Landrat im Rheingau-Taunus-Kreis, Sandro Zehner (CDU), laut einer Mitteilung aus der Nacht.
Der gesamte Rheingau-Taunus-Kreis sei von den Auswirkungen des starken Schneefalls betroffen, teilte die Polizei mit. Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren und des Katastrophenschutzes seien seit Montagmittag teilweise durchgehend im Einsatz. Vielerorts seien BĂ€ume wegen der Schneelast umgestĂŒrzt und blockierten die StraĂen. Da weiterhin BĂ€ume umzustĂŒrzen, wurden Ein- und AusfahrtsstraĂen gesperrt.
«ZunĂ€chst mĂŒssen die Strecken wieder sicher befahrbar sein, da die Situation aufgrund der Gefahr von umstĂŒrzenden BĂ€umen akut lebensgefĂ€hrlich ist», sagte Zehner. Bei Tagesanbruch mĂŒsse auf allen betroffenen Strecken daher zunĂ€chst ein genaues Lagebild erkundet werden. Auf den nicht gesperrten Hauptverkehrsadern seien alle Winterdienst-Fahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz.


