Gewalttat am Gymnasium - RĂ€tsel um das Motiv
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 16:34 Uhr, dpa.deBewaffnete SpezialkrĂ€fte der Polizei durchkĂ€mmen die Schule, ein Ort voller Blaulicht - und Angst um zwei schwer verletzte MĂ€dchen: Eine mutmaĂliche Amoktat an einem Gymnasium hat den Ort Schongau in Oberbayern erschĂŒttert. Ein 16-JĂ€hriger wird unter Tatverdacht festgenommen. Ob er ein SchĂŒler des Gymnasiums ist, bleibt zunĂ€chst unklar. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen ehemaligen SchĂŒler handeln könnte.
Um 12.50 Uhr erreicht ein Notruf ĂŒber eine Gewalttat am Welfen-Gymnasium die Polizei, kurz darauf ist sie mit einem GroĂaufgebot vor Ort - und findet die beiden schwer verletzten, 13 Jahre alten MĂ€dchen. Wo, das sagen die Ermittler zunĂ€chst nicht. Auch nicht, ob die beiden SchĂŒlerinnen des Gymnasiums sind. Weil die Polizisten so schnell vor Ort sind, können sie den mutmaĂlichen TĂ€ter festnehmen.
Nach ersten Erkenntnissen war der mutmaĂliche TĂ€ter laut Polizei mit einem Messer und auch einer Schusswaffe, einer Pistole, bewaffnet. Die Tatwaffe sei das Messer gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Wie Herrmann sagte, war der 16 Jahre alte Kroate, der den Angaben zufolge bei seinen Eltern lebte, in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung.
WĂ€hrend Polizisten das SchulgelĂ€nde weiter durchsuchen, um auszuschlieĂen, dass es weitere TĂ€ter geben könnte, kommt aus der Klink eine gute Nachricht: Die beiden schwer verletzten MĂ€dchen, von denen eines mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gekommen war, schweben am Nachmittag nicht mehr in Lebensgefahr.
Was ist das Motiv?
Das Motiv fĂŒr die Tat bleibt zunĂ€chst jedoch unklar. Die Polizei prĂŒft, ob es zwischen dem Jugendlichen und den beiden verletzten MĂ€dchen eine Vorbeziehung gegeben haben könnte. Es mĂŒsse nun geklĂ€rt werden, ob es da «irgendeinen besonderen Bezug gegeben hat zu den Opfern oder ob das eher zufĂ€llig diejenigen waren, die ihm da begegnet sind», sagt Innenminister Herrmann.Â
Die Polizei ermittelt zum Motiv - wie ein Sprecher betont - in alle Richtungen. Laut Polizei bekamen viele SchĂŒler die Tat hautnah mit. Sie werden - wie auch Lehrer und spĂ€ter auch EinsatzkrĂ€fte - psychologisch betreut.Â
Ob es ĂŒber die beiden MĂ€dchen hinaus weitere verletzte SchĂŒler oder Lehrer gibt, ist ebenfalls zunĂ€chst unklar.Â
Anlaufstelle fĂŒr Angehörige und SchĂŒler bei Feuerwehr
Schongau befindet sich an diesem Tag im Ausnahmezustand: Ăberall Blaulicht, der Bereich um die Schule weitgehend abgesperrt, zeitweise kreisen Hubschrauber. Die Menschen im Ort werden aufgerufen, das Areal zu meiden. FĂŒr Angehörige und Eltern von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern wurde eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus eingerichtet.
Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.000 Einwohnern. Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt. Laut Internetseite werden dort etwa 800 SchĂŒler von mehr als 80 LehrkrĂ€ften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.
In Bayern laufen die letzten Wochen des Schuljahres. Abiturienten haben bereits vor knapp zwei Wochen, am 26. Juni, ihre Zeugnisse erhalten, bei den restlichen SchĂŒlern steht dies am 31. Juli an. Das Welfen-Gymnasium hat sich laut seiner Homepage das Thema GewaltprĂ€vention besonders auf die Fahnen geschrieben.Â
«Unsere Schule fördert aktiv Medien-, Gewalt- und SuchtprĂ€vention», heiĂt es dort. Alle 7. Klassen sollen an einem GewaltprĂ€ventionsprojekt mit der Polizei und Mitarbeitern des Jugendzentrums teilnehmen. Der Projektname: «zammgrauft». «Hierbei sollen die SchĂŒler und SchĂŒlerinnen durch vielfĂ€ltige Interaktionen fĂŒr die unterschiedlichen Formen von Gewalt sensibilisiert werden und sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen», heiĂt es auf der Internetseite der Schule.
