Frau soll Stiefsohn eingesperrt haben - auf Kaution frei
14.03.2025 - 01:17:38Im Fall eines 20 Jahre lang mutmaĂlich von seiner Stiefmutter eingesperrten Mannes ist die angeklagte Frau gegen Kaution freigelassen worden. Das sagte ihr Anwalt der Deutschen Presse-Agentur. Die 56-jĂ€hrige Kimberly S. aus Waterbury im US-Bundesstaat Connecticut musste demnach eine Kaution von 300.000 Dollar (gut 276.000 Euro) zahlen.
Der heute 32-jÀhrige Stiefsohn hatte sich bereits Mitte Februar befreit, indem er ein Feuer im Haus legte. Als die Feuerwehr ihn rettete, hatte er laut Polizei gesagt: «Ich möchte meine Freiheit.» Nach langen Ermittlungen wurde die Stiefmutter am Mittwoch festgenommen.
Opfer wog nur 31 Kilogramm
Der Mann sei vollkommen ausgemergelt gewesen und habe nur knapp 31 Kilogramm gewogen, berichteten der Sender NBC und andere Medien. Er habe der Polizei erzÀhlt, seine Stiefmutter habe ihn gefangen gehalten seit er elf Jahre alt war. Ein Staatsanwalt wurde von NBC mit den Worten zitiert, das sei etwas «wie aus einem Horrorfilm».
Das ganze Leben lang jeden Tag hungrig
In einer eidesstattlichen ErklĂ€rung, aus der die «Washington Post» zitierte, heiĂt es, der Mann habe auf die Frage, ob er hungrig war, geantwortet: «Den ganzen Tag, jeden Tag in meinem ganzen Leben.» Er war demnach schon im Alter von drei Jahren eingesperrt worden, nachdem er sich nachts auf der Suche nach Essen rausgeschlichen hatte. Anfangs sei er nur nachts eingesperrt worden, spĂ€ter, als er aus der Schule genommen wurde, die ganze Zeit. Die Kammer war nach Medienberichten knapp 7 Quadratmeter klein und unbeheizt.
In einem Interview des Senders NBC hatte der ehemalige Grundschuldirektor des Jungen berichtet, dass er ĂŒber 20 Mal vergeblich das Jugendamt angerufen habe und auch mehrfach Kimberly S., die Stiefmutter. Er und andere Lehrer hĂ€tten gemerkt, dass etwas nicht stimme, seitdem der Junge fĂŒnf Jahre alt war. Er habe immer Hunger gehabt und aus der MĂŒlltonne Essen gestohlen. Einige hĂ€tten dann angefangen, fĂŒr den Jungen Essen mitzubringen.
Als der Junge zehn Jahre alt war, sei er aus der Schule verschwunden. Ihm sei erzÀhlt worden, dass der Junge in einer anderen Schule sei - und spÀter, dass er zu Hause unterrichtet wurde, berichtete der Direktor. Er habe noch vergeblich versucht, den Jungen ausfindig zu machen. Er entschuldigte sich in dem Interview, dass er nicht mehr unternommen habe. Nachbarn berichteten, sie hÀtten den Jungen nie gesehen.
Der Mann hatte das Feuer bereits Mitte Februar gelegt, am Mittwoch sei die Stiefmutter nun festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Die Ermittler hĂ€tten festgestellt, dass der Stiefsohn ĂŒber 20 Jahre lang in Gefangenschaft gehalten, lange Zeit misshandelt und unmenschlich behandelt worden sei. Er sei ausgehungert gewesen und in einem stark abgemagerten Zustand aufgefunden worden. Bis dahin habe er keine medizinische Versorgung erhalten.
Ende MĂ€rz GerichtsterminÂ
Der Anwalt der Frau wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Er erklĂ€rte, seine Mandantin werde am 26. MĂ€rz vor Gericht auf unschuldig plĂ€dieren. Nach seinen Angaben befindet sich die Frau zurzeit an einem unbekannten Ort. Sie mĂŒsse keine FuĂfessel tragen.


