Ermittlungen zu tödlichem Kirmes-Unfall in Oberhausen
12.06.2023 - 08:03:36Nach dem tödlichen Unfall bei der Sterkrader Fronleichnamskirmes in Oberhausen am Sonntagabend ermittelt die Staatsanwaltschaft Duisburg unter anderem wegen menschlichen Versagens. Es gebe einen Anfangsverdacht gegen mehrere Beschuldigte, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag. Allerdings stĂŒnden die Ermittlungen noch ganz am Anfang. Neben menschlichem Versagen sei auch ein technischer Fehler möglich, sagte er. All das mĂŒssten die Ermittlungen ergeben.
Das FahrgeschĂ€ft sei abgesperrt. Es werde technisch begutachtet, und zahlreiche Zeugen wĂŒrden vernommen. Die Ermittlungen laufen wegen des Vorwurfs der fahrlĂ€ssigen Tötung.
Vom Drehteller geschleudert
Der 17-jÀhrige Sohn des Betreibers des FahrgeschÀfts «Break Dance» war am Sonntagabend ums Leben gekommen. Der junge Mann habe auf dem FahrgeschÀft Chips von Kunden eingesammelt, bestÀtigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. WÀhrenddessen soll die bekannte Attraktion der Sterkrader Fronleichnamskirmes angefahren sein, so dass der 17-JÀhrige vom Drehteller geschleudert wurde und schwere Verletzungen erlitt.
Reanimationsversuche blieben vergeblich. Der Mann sei noch an der Unfallstelle gestorben, berichtete der Oberhausener Ordnungsdezernent Michael Jehn am Montag bei einer Pressekonferenz. Ein vorsorglich herbeigerufener Rettungshubschrauber sei deshalb gar nicht mehr gelandet. Der Vater des Unfallopfers erlitt einen Schock. Am Sonntagabend war der Kirmesbetrieb vorzeitig beendet worden.
Gedenkandacht in der NĂ€he des Kirmesplatzes
Am Tag nach dem Unfall legten Besucher und Kirmes-Mitarbeiter Blumen und Kerzen auf einer Bank in der NÀhe des Unfallorts ab. In der St. Clemenskirche in unmittelbarer NÀhe des Kirmesplatzes trafen sich Schausteller am Montagmittag zu einer Gedenkandacht. Die Glocken der Propsteikirche lÀuteten zuvor minutenlang zum Gedenken an den Toten.
Der 17-JĂ€hrige stamme aus einer traditionellen und weit verzweigten Schaustellerfamilie, sagte der PrĂ€sident des deutschen Schaustellerverbandes, Albert Ritter, der noch am Sonntagabend zur Unfallstelle gekommen war. Obwohl der Unfall die Familie tief getroffen habe, habe sie sich gewĂŒnscht, dass die Kirmes am Montag weitergehen sollte. Dem sei man gefolgt - allerdings mit reduzierter LautstĂ€rke. Das fĂŒr den Abend geplante Feuerwerk wurde abgesagt.
Der Oberhausener Ordnungsdezernent sagte, er gehe nicht von einem technischen Fehler aus. Laut dem Schausteller-PrĂ€sidenten Ritter ist das FahrgeschĂ€ft ein seit vielen Jahren genutztes und sehr gĂ€ngiges Modell, von dem allein in Deutschland mehr als 50 in Benutzung seien. Aufbau und Betrieb wĂŒrden minutiös ĂŒberwacht - neben der jĂ€hrlichen TĂV-ĂberprĂŒfung gebe es bei Anlagen, die Ă€lter als zwölf Jahre sind, eine weitere vertiefte PrĂŒfung. Deutschland zĂ€hle dabei weltweit zu den LĂ€ndern mit den schĂ€rfsten Auflagen.
Trotzdem sei der Unfall passiert. Allen sei es wichtig, das aufzuklĂ€ren, betonte Ritter. «Der Junge war einer von uns.» Die Sterkrader Fronleichnamskirmes hatte am 7. Juni begonnen und ist nach Angaben der Stadt das gröĂte und beliebteste Volksfest in Oberhausen.





