Niedersachsen, Deutschland

Sechs Tote nach SchĂŒssen - aber keine weiteren Verletzten

30.06.2026 - 08:15:06 | dpa.de

SchĂŒsse fallen in einer Jugendhilfeeinrichtung, sechs Menschen sterben, Hintergrund ist wohl ein Sorgerechtsstreit. Auch von weiteren Verletzten ist zunĂ€chst die Rede - hier gibt es Entwarnung.

  • Blumen und Kerzen erinnern an die Opfer. - Bild: Kai Moorschlatt/dpa
    Blumen und Kerzen erinnern an die Opfer. - Bild: Kai Moorschlatt/dpa
  • Sechs Menschen starben. - Bild: Marcus Golejewski/dpa
    Sechs Menschen starben. - Bild: Marcus Golejewski/dpa
  • Kommt der HauptverdĂ€chtige in U-Haft? - Bild: NWM-TV/dpa
    Kommt der HauptverdÀchtige in U-Haft? - Bild: NWM-TV/dpa
  • EinsatzkrĂ€fte riegeln den Tatort ab. - Bild: Fabian Höfig/NEWS5/dpa
    EinsatzkrÀfte riegeln den Tatort ab. - Bild: Fabian Höfig/NEWS5/dpa
Blumen und Kerzen erinnern an die Opfer. - Bild: Kai Moorschlatt/dpa Sechs Menschen starben. - Bild: Marcus Golejewski/dpa Kommt der HauptverdÀchtige in U-Haft? - Bild: NWM-TV/dpa EinsatzkrÀfte riegeln den Tatort ab. - Bild: Fabian Höfig/NEWS5/dpa

Nach dem gewaltsamen Tod von sechs Menschen in Stade dauert die Identifizierung der Opfer an. Unter den Opfern seien vier Frauen und zwei MÀnner, sagte eine Polizeisprecherin. Ein 45 Jahre alter Mann soll am Montag in der Stadt westlich von Hamburg auf die Menschen geschossen haben. Tatort ist eine Mutter-Kind-Wohngruppe. Blumen und Kerzen werden an dem GebÀude abgelegt.

Keine weiteren Verletzten

Weitere Verletzte gebe es aber - anders als bisher berichtet - nicht, betonte die Sprecherin: Die EinsatzkrĂ€fte fanden demnach vier Tote in der Einrichtung, einer Mutter-Kind-Wohngruppe, eine weitere Person wurde wiederbelebt - allerdings vergeblich. Das sechste Opfer starb im Krankenhaus. Mit den Verletzten seien diese beiden Personen gemeint gewesen, erklĂ€rte die Sprecherin. Allerdings dĂŒrften Menschen durch den Einsatz traumatisiert worden sein.

Hintergrund der Tat ist nach Angaben der Polizei vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Der TatverdĂ€chtige hatte demnach in der Einrichtung einen Termin bezĂŒglich des Sorgerechts fĂŒr seine drei Monate alte Tochter - zusammen mit vielen seiner Opfer. Laut Polizei waren die getöteten Frauen und MĂ€nner alle in der Jugendhilfeeinrichtung beschĂ€ftigt. Die Mutter des Kindes, eine 34 Jahre alte Frau, sowie das drei Monate alte Kind zĂ€hlen nicht zu den Todesopfern.

Haftbefehl noch offen

Eine zentrale Frage dĂŒrfte sein, wie es mit dem HauptverdĂ€chtigen weitergeht, den die Polizei kurz nach der Tat festnahm. Ob ein Haftbefehl beantragt und der Mann in Untersuchungshaft genommen wird, sei noch offen, sagte Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme, der Leiter der Staatsanwaltschaft Stade, am Montagabend.

Die Entscheidung hĂ€nge von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Polizei ab. Der mutmaßliche TĂ€ter wurde nach Angaben der Behörden in Deutschland geboren, er hat tĂŒrkische Wurzeln.

Aufwendige Spurensicherung

Fragen werfen auch die Tatwaffe und der Tathergang auf. Aus ermittlungstaktischen GrĂŒnden sagte die Polizei zunĂ€chst nicht, um welche Art von Waffe es sich handelte - oder wie der mutmaßliche TĂ€ter an sie herankam. Eine Erlaubnis zum Besitz von Waffen hat der VerdĂ€chtige nach Angaben der Behörden nicht.

Auch der genaue Ablauf der Tat in der Jugendhilfeeinrichtung war bisher nicht öffentlich bekannt. Die Ermittler verwiesen auf die aufwendige und detaillierte Arbeit der Spurensicherung.

Auch 65-JĂ€hrige festgenommen

Außerdem nahm die Polizei eine 65-JĂ€hrige fest, sie war die Fahrerin des Fluchtfahrzeugs. Die Frau hat nach derzeitigem Erkenntnisstand eine enge Verbindung zur Familie des mutmaßlichen TĂ€ters. Dieser stammt den Angaben nach aus dem Raum Hannover. Er war polizeilich bekannt, doch galt er laut LĂŒneburgs PolizeiprĂ€sidentin Kathrin Schuol «bisher nicht als absolut gewalttĂ€tig».

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) nannte die Tat noch am Abend einen singulĂ€ren Fall, der nichts mit frĂŒheren FĂ€llen zu tun habe. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz drĂŒckte sein MitgefĂŒhl aus: «Die Nachricht aus Stade erschĂŒttert bis ins Mark», schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X.

de | unterhaltung | 69657587 |

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