Schüsse nahe Schule in der Türkei: Mindestens acht Verletzte in Manisa
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNahe einer berufsbildenden Schule im westtürkischen Manisa hat ein bewaffneter Angreifer das Feuer eröffnet und mindestens acht Menschen verletzt.
Verdächtiger festgenommen
Der Vorfall ereignete sich im Bezirk Turgutlu, wie der Gouverneur der Provinz mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen wurde ein Verdächtiger festgenommen; Ermittlungen wurden eingeleitet.
Dem Sender Halk TV zufolge soll es sich bei dem mutmaßlichen Angreifer um einen Jugendlichen handeln. Auf Bildern waren Krankenwagen zu sehen, während besorgte Eltern zur Schule eilten.
Erinnerung an tödliche Schüsse im April
Erst im April hatte ein Jugendlicher in einer Schule im Südosten der Türkei um sich geschossen. Dabei wurden neun Schüler und ein Lehrer getötet; der Schütze kam ebenfalls ums Leben.
Zum Beginn des Schuljahrs in der Türkei in der vergangenen Woche waren die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen verschärft worden.
Schüsse im Umfeld einer Schule
Der Vorfall ereignet sich wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahrs in der Türkei. Schulen sind dabei nicht nur Lernorte, sondern auch zentrale Treffpunkte für Familien und Gemeinden. Schüsse in unmittelbarer Nähe lösen deshalb regelmäßig besonders große Sorge aus und binden neben Polizei und Rettungsdiensten auch zahlreiche Eltern.
Die dpa-Meldung verweist zugleich auf eine schwere Gewalttat im April im Südosten des Landes, bei der zehn Menschen getötet wurden. Dieser frühere Angriff erklärt, warum Sicherheitsfragen an türkischen Schulen derzeit besondere Aufmerksamkeit erhalten. Verschärfte Kontrollen und sichtbare Polizeipräsenz können Risiken begrenzen, verhindern bewaffnete Angriffe aber nicht vollständig.
Folgen für Schulen und Familien
Für die betroffene Gemeinde in Turgutlu stehen zunächst die Versorgung der Verletzten, die Aufklärung des Tatablaufs und die Betreuung von Schülerinnen, Schülern, Beschäftigten und Angehörigen im Mittelpunkt. Entscheidend wird sein, welche Motive die Ermittler feststellen und wie der Verdächtige an die Waffe gelangte.
Über den Einzelfall hinaus dürfte der Vorfall die Debatte über Zugangskontrollen, den Umgang mit Jugendlichen und die psychologische Nachsorge an Schulen erneut beleben. Belastbare Angaben zu den Verletzungen, zum genauen Tatgeschehen und zu möglichen weiteren Beteiligten lagen in der Meldung zunächst nicht vor.
