Schulmassaker in Kanada: Ermittler nehmen mutmaßlichen Unterstützer fest
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 22:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Sechs Monate nach dem Schulmassaker von Tumbler Ridge ist in den USA ein 30-Jähriger wegen mutmaßlicher Unterstützung der Tat festgenommen worden.
Vorwurf der Verschwörung
Kanadische und US-amerikanische Ermittler teilten bei einer Pressekonferenz mit, dem Mann werde Verschwörung zur Ermordung von Personen in einem anderen Land vorgeworfen.
Die 18-jährige Angreiferin hatte am 10. Februar im westkanadischen Ort Tumbler Ridge acht Menschen getötet, sechs davon in einer Schule. Unter den Opfern waren Schülerinnen und Schüler, eine Lehrkraft sowie die Mutter und der Stiefbruder der mutmaßlichen Schützin.
Online-Kontakt über sechs Monate
Die Angreiferin und der nun festgenommene Mann lernten sich den Ermittlern zufolge online kennen und tauschten sich etwa sechs Monate über die Pläne aus. Der Verdächtige soll Geld, technische Beratung und bestimmte Gegenstände bereitgestellt haben, die bei der Tat verwendet werden sollten.
Geplante Verbreitung der Tat
Nach Angaben der Ermittler erklärte sich der Mann zudem bereit, einen Livestream des Angriffs aufzuzeichnen und so zu verbreiten, dass die Täterin möglichst große Bekanntheit erlangen würde.
Während der Tat habe er der Angreiferin unter anderem Rat zum Starten eines Autos gegeben. Mit diesem Fahrzeug bewegte sie sich zu einem zweiten Tatort. Die Täterin tötete sich anschließend selbst.
Digitale Vorbereitung über Monate
Der Fall zeigt, dass schwere Gewalttaten nicht zwingend von einer einzelnen Person geplant werden. Nach Darstellung der Ermittler erstreckte sich der Austausch zwischen der 18-Jährigen und dem nun festgenommenen Mann über etwa sechs Monate. Digitale Kontakte können dabei Planung, technische Hilfe, Finanzierung und die spätere Verbreitung von Tatbildern miteinander verbinden.
Besonders relevant ist die mutmaßlich geplante öffentliche Inszenierung. Ein Livestream oder eine aufgezeichnete Übertragung kann Tätern zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen und zugleich Plattformen vor die Herausforderung stellen, extrem gewalttätige Inhalte schnell zu erkennen und zu entfernen. Für Schulen und Sicherheitsbehörden bedeutet das, dass Gefährdungsbewertungen auch längerfristige Online-Kommunikation und Hinweise auf Unterstützer einbeziehen müssen.
Grenzüberschreitende Ermittlungen
Die Festnahme in den USA unter dem Vorwurf einer Verschwörung zur Ermordung von Menschen in einem anderen Land unterstreicht die internationale Dimension des Verfahrens. Tatort, mutmaßliche Täterin und Verdächtiger liegen in unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen; dadurch gewinnen der Austausch von Beweismitteln und die Abstimmung zwischen Behörden an Bedeutung.
Für die weitere Aufarbeitung dürfte entscheidend sein, welche konkreten Nachrichten, Zahlungen und technischen Hilfen den Ermittlern vorliegen und wie sie juristisch bewertet werden. Der Fall richtet den Blick damit nicht nur auf die Tat selbst, sondern auch auf die Verantwortung möglicher Unterstützer und auf den Umgang mit digitaler Tatpropaganda.
