Seilbahn-Drama in Pakistan: FĂŒnf Kinder gerettet
22.08.2023 - 20:06:22In Pakistan haben SpezialkrĂ€fte kurz vor Anbruch der Dunkelheit nach dramatischen Stunden an einer Seilbahn die ersten Kinder aus einer Gondel gerettet. Die Gondel hing wĂ€hrend der Aktion nur noch an einem einzigen Stahlseil. Helfer aus der Region retteten anschlieĂend drei weitere Kinder aus der Gondel.
Fernsehaufnahmen zeigten, wie eine erste Person aus der Gondel mit einem Rettungsseil eines Hubschraubers zum Boden gebracht wurde. In einer Mitteilung bestĂ€tigte die Armee am spĂ€ten Dienstagabend (Ortszeit) die Rettung von nun insgesamt fĂŒnf Kindern. Zwei weitere Erwachsene und ein Kind warteten noch auf ihre Rettung.
Hunderte Menschen, darunter auch Angehörige, versammelten sich unweit der UnglĂŒcksstelle.
Zwei DrÀhte gerissen
Ein Augenzeuge beschrieb der dpa den Notfall als hĂ€rtesten Tag in seinem Leben. «MĂŒtter, VĂ€ter und andere Verwandte hatten ihre Augen auf die Gondel gerichtet, die mitten in der Luft schwebte», sagte der Anwohner. Als das erste Kind in Sicherheit gebracht wurde, brachen alle in Freude aus,. «Wir hoffen, dass sie alle bald zurĂŒckkehren werden», sagte der Mann.
Am Nachmittag (Ortszeit) kreisten noch mehrere Helikopter ĂŒber der Schlucht in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Fernsehaufnahmen zeigten, wie sich ein Kommandosoldat aus einem MilitĂ€rhubschrauber zu der Gondel abseilte. Dabei hing die Seilbahn nur noch an einem Stahlseil, nachdem zwei DrĂ€hte am Morgen gerissen waren. Einige Kinder waren auf dem Weg zur Schule.
Wetterbedingungen unkalkulierbar
In weiten Landesteilen verfolgten Bewohner die Rettungsaktion, die als Ă€uĂerst riskant gilt, im Fernsehen. «Jede kleine Fehlkalkulation kann zu einer Katastrophe fĂŒhren», sagte der Rettungsbeamte Bilal Faizi der dpa. Sorgen bereiteten den Helfern auch die Wetterbedingungen in den Bergen, die sich schnell Ă€ndern können. Auch die Rotorbewegungen des MilitĂ€rhubschraubers könnten das Stahlseil destabilisieren. Medikamente und Wasser habe ein Soldat den Kindern zu Beginn der Rettungsaktion bereits ĂŒberreicht.
Ein 20-JÀhriger schilderte dem pakistanischen TV-Sender Geo TV aus der Gondel die dramatischen Stunden. «Wir haben nicht einmal Trinkwasser», klagte der junge Mann. Ein 16-JÀhriger mit Herzproblemen sei zusammengebrochen und seit mehreren Stunden ohnmÀchtig. Der Junge sei morgens auf dem Weg in eine Klinik gewesen. Ob der 16-JÀhrige zu den zuerst geretteten Menschen gehörte, war zunÀchst unklar.
Vorfall an tiefer Schlucht
ZunÀchst berichteten pakistanische Medien, die Gondel hÀnge am Drahtseil in einer Höhe von 900 Metern. Der Katastrophenschutz korrigierte die Zahl spÀter auf etwa 300 Meter herunter. Der Vorfall ereignete sich im Distrikt Battagram an einer tiefen Schlucht.
Der geschĂ€ftsfĂŒhrende Premierminister, Anwaarul Haq Kakar, wies die Rettungsbehörden an, alle verfĂŒgbaren Ressourcen fĂŒr den Einsatz zu mobilisieren. Er forderte zudem eine SicherheitsprĂŒfung privater Seilbahnen im Land.
In den nördlichen Bergregionen Pakistans nutzen tĂ€glich viele Bewohner auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit Seilbahnen, etwa um TĂ€ler oder FlĂŒsse zu ĂŒberqueren. Oft sind die Seilbahnen schlecht gewartet. Das StraĂennetz ist weniger ausgebaut.





