Jubel in Pakistan nach dramatischer Rettung an Seilbahn
22.08.2023 - 21:12:14Eine dramatische Rettungsaktion an der Gondel einer Seilbahn hat fĂŒr sechs Kinder und zwei Erwachsene in Pakistan ein glĂŒckliches Ende genommen. In den spĂ€ten Abendstunden brachten Helfer die letzten Insassen der Gondel in Sicherheit, die mehr als 15 Stunden und nur an einem einzigen Seil hĂ€ngend in Hunderten Metern Höhe ausgeharrt hatten, wie der Katastrophenschutz bestĂ€tigte. Zuvor waren zwei StahldrĂ€hte an der Gondel gerissen.
SpezialkrĂ€fte der Armee hatten bis zum Einbruch der Dunkelheit versucht, die Insassen in dem Tal im Landesnorden zu befreien. Zwei Kinder wurden durch Kommandosoldaten schlieĂlich gerettet. Mit Einbruch der Dunkelheit unterbrachen die Kommandos die Rettungsaktion dann zunĂ€chst.
Mutige Anwohner setzen die Rettungsaktion jedoch nach enger Absprache mit MilitÀrexperten fort, wÀhrend die Nation gespannt auf die Retter blickte. Sie hangelten sich mit Vorrichtungen an dem Draht zur Gondel vor und befreiten zuerst drei weitere Kinder und dann die restlichen Insassen, wie Videos in den sozialen Medien zeigten.
Erste Rettung ĂŒber Helikopter-Einsatz
Hunderte Menschen, darunter auch Angehörige, versammelten sich unweit der UnglĂŒcksstelle. Ein Augenzeuge beschrieb der dpa den Notfall als hĂ€rtesten Tag in seinem Leben. «MĂŒtter, VĂ€ter und andere Verwandte hatten ihre Augen auf die Gondel gerichtet, die mitten in der Luft schwebte», sagte der Anwohner. Als das erste Kind in Sicherheit gebracht wurde, brachen alle in Freude aus.
Am Nachmittag (Ortszeit) kreisten noch mehrere Helikopter ĂŒber der Schlucht in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Fernsehaufnahmen zeigten, wie sich ein Kommandosoldat aus einem MilitĂ€rhubschrauber zu der Gondel abseilte.
In weiten Landesteilen verfolgten Bewohner die Ă€uĂerst riskante Rettungsaktion im Fernsehen. «Jede kleine Fehlkalkulation kann zu einer Katastrophe fĂŒhren», sagte der Rettungsbeamte Bilal Faizi der dpa. Sorgen bereiteten den Helfern auch die Wetterbedingungen in den Bergen, die sich schnell Ă€ndern können. Auch die Rotorbewegungen des MilitĂ€rhubschraubers hĂ€tten das Stahlseil destabilisieren können. Medikamente und Wasser habe ein Soldat den Kindern zu Beginn der Rettungsaktion bereits ĂŒberreicht.
Ein 20-JÀhriger schilderte dem pakistanischen TV-Sender Geo TV aus der Gondel die dramatischen Stunden. «Wir haben nicht einmal Trinkwasser», klagte der junge Mann. Ein 16-JÀhriger mit Herzproblemen sei zusammengebrochen und war mehrere Stunden ohnmÀchtig. Der Junge sei morgens auf dem Weg in eine Klinik gewesen.
Erleichterung nach Rettung
Der geschĂ€ftsfĂŒhrende Premierminister, Anwaarul Haq Kakar, wies die Rettungsbehörden an, alle verfĂŒgbaren Ressourcen fĂŒr den Einsatz zu mobilisieren. Er forderte zudem eine SicherheitsprĂŒfung privater Seilbahnen im Land. «Mit Erleichterung habe ich erfahren, dass alle Kinder erfolgreich und sicher gerettet wurden. GroĂartige Teamarbeit des MilitĂ€rs, der Rettungsdienste, der Bezirksverwaltung und der örtlichen Bevölkerung», schrieb er spĂ€ter auf X, ehemals Twitter.
In den nördlichen Bergregionen Pakistans nutzen tĂ€glich viele Bewohner auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit Seilbahnen, etwa um TĂ€ler oder FlĂŒsse zu ĂŒberqueren. Oft sind die Seilbahnen schlecht gewartet. Das StraĂennetz ist weniger ausgebaut.


