Amazonas verliert in 40 Jahren FlĂ€che gröĂer als Spanien
13.08.2025 - 20:38:28Im brasilianischen Amazonasgebiet sind seit 1985 rund 52 Millionen Hektar Natur verloren gegangen â eine FlĂ€che gröĂer als Spanien. Landesweit summiert sich der Verlust in den vergangenen vier Jahrzehnten auf 111,7 Millionen Hektar â mehr als das Dreifache der FlĂ€che Deutschlands â, wie es in einem Bericht der Initiative «MapBiomas» hieĂ. Das Netzwerk besteht aus UniversitĂ€ten, Nichtregierungsorganisationen und Technologieunternehmen und untersucht unter anderem Satellitenbilder.
Bis 1985 hatte Brasilien in fast fĂŒnf Jahrhunderten 60 Prozent der heute fĂŒr Landwirtschaft, Bergbau, StĂ€dte und Infrastruktur genutzten FlĂ€che umgewandelt. «Die ĂŒbrigen 40 Prozent dieser Umwandlung erfolgten in nur vier Jahrzehnten, von 1985 bis 2024», sagte Tasso Azevedo, Koordinator von «MapBiomas».
Die stÀrkste Abholzung habe es zwischen 1995 und 2004 gegeben. Doch in der letzten Dekade wurde diese Entwicklung «durch Degradation, Klimafolgen und landwirtschaftliche Expansion wieder beschleunigt», sagte Julia Shimbo, wissenschaftliche Koordinatorin von «MapBiomas». Insgesamt sank der Anteil von NaturflÀchen in Brasilien laut dem Bericht von 80 Prozent im Jahr 1985 auf 65 Prozent im Jahr 2024.
2024 als trockenstes Jahr im Pantanal
Im Pantanal - dem gröĂten Feuchtgebiet der Welt - haben sich die Ăberschwemmungszyklen mit jedem Jahrzehnt verringert und gipfelten 2024 im trockensten Jahr der letzten 40 Jahre. So lag im vergangenen Jahr die WasserflĂ€che dort 73 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 1985 bis 2024. Die reduzierte Feuchtigkeit begĂŒnstigte dabei auch verheerende WaldbrĂ€nde.
Im Cerrado â Brasiliens Feuchtsavannen im SĂŒdosten â wurden in den vier Jahrzehnten etwa 40 Millionen Hektar natĂŒrlicher Vegetation abgeholzt. Das entspricht einen RĂŒckgang von 28 Prozent.
Weltklimakonferenz im November im Amazonas
PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva hat fĂŒr Brasilien bis 2030 eine «Null-Abholzung» zugesagt. Bei der kommenden Weltklimakonferenz COP30 im November in BelĂ©m im Amazonasgebiet werden Themen wie Klimaschutz und Abholzung diskutiert.





