Drogen, Berlin

Große Nachfrage bei Drogen-Check in Berlin

14.08.2023 - 07:22:06

Seit gut zwei Monaten lĂ€uft das Modellprojekt, bei dem kostenlos Drogen gecheckt werden. Die Nachfrage ĂŒbersteige deutlich die KapazitĂ€ten, heißt es vom Senat. Und die Warnquote ist hoch.

Gut zwei Monate nach dem Start kostenloser Analysen von Drogen in Berlin verzeichnet das Modellprojekt eine starke Nachfrage. Wöchentlich werden bis zu 47 Proben entgegengenommen, wie die Senatsverwaltung fĂŒr Gesundheit auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Seit dem Start des Drugcheckings Anfang Juni seien insgesamt 428 Proben untersucht worden. Die Nachfrage ĂŒbersteige deutlich die vorhandenen KapazitĂ€ten der drei TrĂ€ger, erklĂ€rte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Rund 380 potenzielle Nutzende hĂ€tten deswegen abgewiesen werden mĂŒssen.

Zahlreiche Warnungen

Bisher sind mehrere Dutzend Warnungen von bereits untersuchten Drogen auf der Projektwebseite gelistet. Laboranalysen ergaben zum Beispiel Beimischungen unbekannter Stoffe, Verunreinigungen mit bekannten Substanzen oder zu hohe Dosierungen. Inzwischen schwanke die Warnquote bei den abgegebenen Proben von 30 Prozent bis zu mehr als 50 Prozent, hieß es.

Zu den hÀufig analysierten Drogen gehörten beispielsweise Ecstasy, reines Amphetamin, Amphetamin-Koffein-Mischungen (Speed) sowie Mephedron, Kokain, Ketamin oder LSD.

Das Angebot zur Analyse der Substanzen richtet sich an SĂŒchtige, die tĂ€glich konsumieren, aber zum Beispiel auch an PartygĂ€nger, die nur am Wochenende Drogen nehmen. Die Substanzen werden in einem neutralen Labor ĂŒber das Landesinstitut fĂŒr gerichtliche und soziale Medizin untersucht.

Das Modellprojekt startete nach einer Testphase im April und Mai am 6. Juni in den Routinebetrieb. Beteiligt sind die Suchtberatungsstellen vista und Fixpunkt sowie die Schwulenberatung.

@ dpa.de