Zahl der Erdbeben in Island geht leicht zurĂŒck
13.11.2023 - 13:03:27Die Lage auf der von einem Vulkanausbruch bedrohten islĂ€ndischen Halbinsel Reykjanes hat sich etwas beruhigt. Seit Mitternacht habe es etwa 900 Erdbeben gegeben, die alle eine geringere StĂ€rke als 3,0 gehabt hĂ€tten, teilte der islĂ€ndische Wetterdienst mit. Zuvor waren die ErdstöĂe stĂ€rker gewesen.
Am frĂŒhen Nachmittag gestattete die Polizei nach und nach sĂ€mtlichen Einwohnern der gerĂ€umten Stadt GrindavĂk, kurz in ihre HĂ€user zurĂŒckzukehren, um das Allernotwendigste in Sicherheit zu bringen. Die Menschen mĂŒssten sich allerdings beeilen und die Stadt noch bei Tageslicht wieder verlassen, sagte der regionale Polizeichef Ălfar LĂșdvĂksson.
Bereits am Samstag hatten Einwohner von 20 HĂ€usern Habseligkeiten und Haustiere retten können. Zivilschutzchef VĂdir Reynisson sagte dem Sender RUV, die SchĂ€den in GrindavĂk seien gröĂer als angenommen. Wasser- und Stromleitungen seien beschĂ€digt.
Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs hat sich nicht verÀndert
GrindavĂk liegt rund 40 Kilometer sĂŒdwestlich der Hauptstadt Reykjavik. Die rund 3700 Einwohner mussten in der Nacht zu Samstag ihre HĂ€user verlassen, weil ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel unter GrindavĂk hindurch bis ins Meer verlĂ€uft. Die nahe gelegene Blaue Lagune, eine der bekanntesten Touristenattraktionen Islands, war bereits Tage zuvor geschlossen worden.
Der Geophysiker Freysteinn Sigmundsson sagte RUV, es sei ein gutes Zeichen, dass sich die Bewegungen der Erdkruste verlangsamt hĂ€tten. Es gebe aber Anzeichen dafĂŒr, dass immer noch Magma nachflieĂe, wenn auch deutlich weniger als zu Beginn. «Obwohl die sichtbaren Signale abgenommen haben, hat sich die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs ĂŒberhaupt nicht verĂ€ndert», sagte Sigmundsson. So wie es derzeit aussehe, werde eine möglich Eruption aber wohl nicht so stark ausfallen, wie noch am Wochenende befĂŒrchtet.


