BadeunfÀlle: Wer betreut die RettungskrÀfte danach?
03.08.2023 - 09:12:07Rettungsschwimmer können im Einsatz belastenden Situationen ausgesetzt sein - nicht immer geht eine Rettungsaktion gut aus. Wie geht es fĂŒr sie nach dem belastenden Einsatz weiter?
«Viele EinsatzkrĂ€fte leiden direkt nach dem Einsatz an Belastungssymptomen», sagt Katharina Leichauer von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) - sie ist dort Bundesbeauftragte fĂŒr die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Leichauer zufolge klingen die Symptome innerhalb weniger Tage bis Wochen normalerweise wieder ab.
Welcher Einsatz als sehr belastend erlebt werde, variiere von Person zu Person. «So werden EinsÀtze als belastend erlebt, bei denen ein Bezug zum eigenen Leben hergestellt werden kann, zum Beispiel ein Unfall mit Kindern, wenn man selbst gerade Mutter oder Vater geworden ist. Oder wenn das Opfer in einem Àhnlichen Alter oder unter Àhnlichen LebensumstÀnden verunfallte», erklÀrt Leichauer. Belastungen könnten sich auch anhÀufen, wenn TodesfÀlle oder private Ereignisse nach einem Einsatz zusammenkÀmen.
Psychologische Schulung und Nachsorge
Wie es fĂŒr die Rettungskraft anschlieĂend weitergehe, hĂ€nge von der jeweiligen Belastung ab. «Nach einem belastenden Einsatz erfolgt in der Regel eine Alarmierung des regional zustĂ€ndigen Einsatz-Nachsorgeteams», sagt Leichauer. In manchen FĂ€llen folgten dann beispielsweise sogenannte GruppennachsorgemaĂnahmen oder EinzelgesprĂ€che. Eine Nachsorge ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum von Wochen sei nur noch bei den wenigsten der Fall, meist sei eine Kurzzeittherapie ausreichend. «Bei besonders belasteten EinsatzkrĂ€ften erfolgt eine Weitervermittlung an einen niedergelassenen Psychotherapeuten.»
Die KrĂ€fte wĂŒrden allerdings auch schon vor ihren EinsĂ€tzen - etwa in der Ausbildung - psychologisch geschult. «Allein die Vorbereitung auf die Symptome, die nach einem Einsatz eintreten können, wirkt schĂŒtzend», so Leichauer. Dadurch erlangten sie «Handlungssicherheit im Umgang mit den Situationen».
Wenn eine Einsatzkraft dann nach einem Einsatz eine unruhige Nacht habe und innerlich immer wieder mit den Bildern konfrontiert werde, helfe es zu wissen, dass diese Reaktion normal sei und ein Teil der Verarbeitung der traumatogenen Situation. «Zu wissen, dass sie nicht «verrĂŒckt werden», schĂŒtzt auch vor der Ausbildung weiterer Störungsbilder», sagt Leichauer.


