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«Heartstopper»-Serienfinale: Für immer ein Paar?

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 09:01 Uhr, dpa.de

Sie werden so schnell groß: Charlie und Nick werden im Spielfilmfinale der Netflix-Hitserie «Heartstopper» erwachsen und müssen sich der harten Realität stellen. Ist die erste große Liebe für immer?

  • Kit Connor (links) und Joe Locke am 14. Juli bei der Premiere des Films «Heartstopper Forever» in London. (Archivbild) - Bild: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa
    Kit Connor (links) und Joe Locke am 14. Juli bei der Premiere des Films «Heartstopper Forever» in London. (Archivbild) - Bild: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa
  • Überzeugend als Liebespaar: die Schauspieler Kit Connor (links) und Joe Locke. (Archivbild) - Bild: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa
    Überzeugend als Liebespaar: die Schauspieler Kit Connor (links) und Joe Locke. (Archivbild) - Bild: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa
  • Die preisgekrönte Schauspielerin Olivia Colman übernahm in den ersten beiden Staffeln die Rolle von Nicks Mama. (Archivbild) - Bild: Charles Sykes/Invision/dpa
    Die preisgekrönte Schauspielerin Olivia Colman übernahm in den ersten beiden Staffeln die Rolle von Nicks Mama. (Archivbild) - Bild: Charles Sykes/Invision/dpa
  • In Großbritannien kam es nach dem Urteil des obersten Gerichts zu Protesten. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
    In Großbritannien kam es nach dem Urteil des obersten Gerichts zu Protesten. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Kit Connor (links) und Joe Locke am 14. Juli bei der Premiere des Films «Heartstopper Forever» in London. (Archivbild) - Bild: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa Überzeugend als Liebespaar: die Schauspieler Kit Connor (links) und Joe Locke. (Archivbild) - Bild: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa Die preisgekrönte Schauspielerin Olivia Colman übernahm in den ersten beiden Staffeln die Rolle von Nicks Mama. (Archivbild) - Bild: Charles Sykes/Invision/dpa In Großbritannien kam es nach dem Urteil des obersten Gerichts zu Protesten. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Lachend laufen Charlie und Nick Hand in Hand dem Sonnenaufgang am Strand entgegen. Die beiden Teenager kommen von einer Partynacht, schließlich musste Charlies Wahl zum Schulsprecher gemeinsam mit Freunden gebührend gefeiert werden. Irgendwann bleiben die beiden schwer atmend stehen, fallen sich in die Arme und küssen sich innig.

Es sind Szenen wie diese, mit denen sich die britische Serie «Heartstopper» in den vergangenen Jahren in die Herzen vieler (vor allem queerer) Teenager schlich. Nach drei Staffeln endet die Coming-of-Age-Story jetzt mit dem Film «Heartstopper Forever» (Streamingstart 17. Juli). Fans können nun bei Netflix das finale Kapitel von Charlie und Nick verfolgen - und dem Pärchen beim Erwachsenwerden zusehen.

Worum geht es in «Heartstopper»?

«Heartstopper» erzählt die Geschichte der queeren Teenager Charlie und Nick. In der ersten Staffel dreht sich alles um das Zusammenkommen der zunächst ungleichen Jungs: Der schüchterne Charlie kämpft mit den Auswirkungen des Mobbings nach seinem Coming-out, Rugby- und Mädchenheld Nick entdeckt seine Bisexualität und schließlich Liebe zu Charlie. In der zweiten Staffel steht das Coming-out des frisch verliebten Pärchens im Fokus.

Im dritten Kapitel schlägt die Serie deutlich ernstere Töne an. Charlies Essstörung wurde in den vorherigen Staffeln bereits angedeutet, in dieser wird sie mit der nötigen Sensibilität und Authentizität zum Hauptthema.

Im Film stellt sich schließlich die alles entscheidende Frage: Besteht die Liebe von Charlie und Nick auch in der Erwachsenenwelt - und das für immer? Das von vielen oft als Traumpaar bezeichnete Pärchen steht vor einer Bewährungsprobe.

Ist der Film nun ganz anders? 

Der Charakter der bisherigen drei Staffeln (April 2022 erschienen sowie im August 2023 und im Oktober 2024) geht auch in der filmischen Erzählung nicht verloren. Die Macher bleiben etwa dem Stil mit immer wieder ins Bild huschenden Comic-Elementen und sanfter Musik treu. Den Nebencharakteren wird dieses Mal - vermutlich zeitbedingt - etwas weniger Zeit eingeräumt.

Mit den älter werdenden Figuren wird jedoch auch die Geschichte erwachsener und etwa bei Sexszenen teils expliziter. Darüber hinaus sind die Rollen der beiden Hauptcharaktere nahezu vertauscht: Während Charlie selbstbewusst für seine Überzeugungen einsteht, hat Nick mit Ängsten und niedrigem Selbstwertgefühl zu kämpfen.

Geprägt von der psychischen Krise von Charlie macht sich Nick - überzeugend verkörpert von Kit Connor - stets Sorgen um seinen Freund und weiß nicht, wie er an der Uni ohne ihn zurechtkommen soll. «Ich bin nur glücklich, wenn ich bei dir bin», gesteht er Charlie während eines hitzigen Streits. «Ich glaube nicht, dass das so sein sollte», entgegnet dieser.

Wie schon die dritte Staffel ist auch der Film ernster als die ersten beiden Staffeln. Dadurch wächst die Geschichte allerdings mit den Charakteren mit und schafft es, Authentizität zu bewahren. Ehrlich und einfühlsam wird erzählt, wie es vielen Teenagern geht, wenn die erste große Liebe Risse bekommt.

Was macht den Hype von «Heartstopper» aus?

Würde man die Gen Z (die heute etwa 15- bis 30-Jährigen) um ihre Meinung zu «Heartstopper» bitten, käme wohl vor allem ein in der Generation beliebter Ausdruck als Antwort: wholesome - übersetzt so viel wie wohltuend. 

Gerade für queere Jugendliche galt die Serie als Mutmacher. Die Story behandelt Themen wie Homo- und Transsexualität, mentale Gesundheit, Gleichstellung und Freundschaft unverkrampft und echt, ähnlich wie etwa auch die britische Produktion «Sex Education». Entsprechend gut kam die Serie bisher bei Jugendlichen, aber auch Erwachsenen an.

Besonders in Erinnerung blieb dabei vielen die berührende Coming-out-Szene von Nick, die viele queere Teenager Berichten zufolge sogar nutzten, um sich selbst vor Familie und Freunden zu outen. Der bisexuelle Teenager beschließt am Ende der ersten Staffel, sich seiner Mutter (gespielt von Oscar-Preisträgerin Olivia Colman) anzuvertrauen und ihr unter Tränen zu sagen, dass er einen Freund hat. Die Mutter umarmt ihn herzlich, und bittet ihn dabei um Entschuldigung, falls er das Gefühl gehabt habe, ihr das nicht offen sagen zu können («I'm sorry if I ever made you feel like you couldn't tell me that»).

Dass «Heartstopper» vor politischen Debatten nicht zurückscheut, zeigt sich auch im Film. So sagt etwa die Transfrau Elle zu ihren Freunden: «Die Welt hasst mich gerade. Die Regierung nimmt mir meine Rechte und alles, wofür wir gekämpft haben.» Die Szene dürfte eine Anspielung auf ein britisches Urteil von 2025 sein. Das oberste Gericht entschied dabei, dass bei Fragen der Gleichstellung das biologische Geschlecht entscheidend ist - nicht das soziale oder empfundene Geschlecht. 

Was wurde aus Kit Connor und Joe Locke?

Seit dem Erfolg der Serie hat sich für die jungen Schauspieler Kit Connor (22) und Joe Locke (22) so manches getan. Connor feierte vor zwei Jahren sein Broadway-Debüt mit «Romeo und Julia» und wirkte zuletzt in dem hochgelobten Kriegsfilm «Warfare» an der Seite von Joseph Quinn («Stranger Things») mit.

Der gleichaltrige Locke ergatterte 2024 eine Rolle in der Marvel-Serie «Agatha All Along». Mit «Clarkston» schaffte auch er es auf die Theaterbühne im Londoner Trafalgar Theatre.

Folgten auf den «Heartstopper»-Hype ähnliche Serien? 

Seit dem Erscheinen von «Heartstopper» (basierend auf Graphic Novels der heute 31-jährigen Alice Oseman) boomt der Markt der romantischen, oft queeren Serien und Filme. Sie basieren häufig auf Jugendbuchreihen, New-Adult-Stoffen. 

Man denke etwa an die Serie «Heated Rivalry» (HBO Max), die die nicht ganz jugendfreie Liebesgeschichte zweier konkurrierender Eishockey-Spieler erzählt und schon jetzt zu den meist gefeierten Produktionen des Jahres gehört. Mit «Off Campus» (Prime Video) erschien vor wenigen Wochen eine Art heterosexuelles Gegenstück, dem man sich ebenso in sozialen Medien kaum entziehen konnte.

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