Oktoberfest, Bayern

XXL-Wiesn mit mehr als sieben Millionen Besuchern

03.10.2023 - 14:58:41

Sonnenschein und zwei Festtage mehr: Zum Oktoberfest 2023 sind so viele Menschen gekommen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und noch in anderer Hinsicht waren die Tage in MĂŒnchen außergewöhnlich.

Das Oktoberfest 2023 ist rekordverdĂ€chtig gewesen: Bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel strömten 7,2 Millionen Besucherinnen und Besucher auf die Theresienwiese in MĂŒnchen. Das sind so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zuletzt wurde die Sieben-Millionen-Marke 1985 ĂŒbertroffen, wie Wiesn-Chef Clemens BaumgĂ€rtner (CSU) in MĂŒnchen sagte. Damals kamen zum 175-jĂ€hrigen Bestehen des Volksfestes der Statistik zufolge mit 7,1 Millionen sogar etwas weniger Besucher.

Festleitung, Wirte, Schausteller, Marktkaufleute und Polizei zeigten sich höchst zufrieden mit der 18-tÀgigen «XXL-Wiesn», die um zwei Tage bis zum Tag der Deutschen Einheit verlÀngert worden war.

Weniger Alkoholkonsum

Etwas zurĂŒckhaltender waren die Besucher diesmal beim Alkohol: Rund 6,5 Millionen Liter Bier wurden seit dem 16. September ausgeschenkt. 2019 vor der Corona-Pandemie waren es noch 7,3 Millionen Liter gewesen. Viele bestellten stattdessen Alkoholfreies, wie BaumgĂ€rtner erlĂ€uterte. Mehr als 50 Prozent wurden hier mehr ausgeschenkt. Besonders beliebt: Wasser.

Den Eindruck, dass der geringere Alkoholkonsum sich in weniger stark betrunkenen GĂ€sten niederschlug, bestĂ€tigten Zahlen der Wiesn-SanitĂ€tswache allerdings nicht. Die meisten GĂ€ste, die dort landeten, hatten wie in frĂŒheren Jahren auch zu viel Alkohol getrunken. Die Intoxikationen - also meist: Alkohol - machten mit 36 Prozent den Hauptanteil der NotfĂ€lle aus, gefolgt von chirurgischen NotfĂ€llen mit 29 Prozent und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 13 Prozent, wie die Aicher Ambulanz mitteilte.

DafĂŒr mussten sich die SanitĂ€ter um viel weniger volltrunkene Jugendliche kĂŒmmern: Wurden im vergangenen Jahr noch 74 FĂ€lle registriert, so waren es in diesem Jahr bislang 36 - nicht einmal halb so viele. Die SanitĂ€ter und Ärzte hatten an den Festtagen gut zu tun, sie versorgten mehr als 7600 Patientinnen und Patienten.

Kein Wiesn-Hit

Eins fehlte dieses Jahr: Der Wiesn-Hit. EingĂ€ngig muss er sein, einen guten Rhythmus haben und vom Text her so simpel, dass sich zumindest der Kehrvers auch nach mehreren Maß Bier gut mitgrölen lĂ€sst. In der Vergangenheit waren es Songs wie «Layla» von DJ Robin & SchĂŒrze, «Cordula GrĂŒn» von Josh, «Hey Baby» von DJ Ötzi oder Helene Fischer mit «Atemlos».

Doch 2023? Fehlanzeige, auch wenn BaumgÀrtner gerne einen italienischen Klassiker von 1981 an der Spitze gesehen hÀtte: «Sarà perché ti amo» von Ricchi E Poveri. «Der hÀtte Zeug zum heimlichen Wiesn-Hit».

Weniger Arbeit fĂŒr SicherheitskrĂ€fte

Ein kunterbuntes Treiben und Sprachengewirr: Die zweite Wiesn nach zwei coronabedingten Absagen sei friedlich und ruhig gewesen, hieß es bei Polizei, Feuerwehr und der SanitĂ€tsdienst Aicher Ambulanz.

Die SensibilitĂ€t bei Sexualdelikten sei gestiegen, diese wĂŒrden zunehmend angezeigt, sagte Andreas Franken, Sprecher der MĂŒnchner Polizei. Verwundert verwies er auf das lockere VerhĂ€ltnis mancher Besucher zu Drogen.

Das sei ein relativ ungenierter Umgang gewesen. Viele hÀtten Cannabis konsumiert, es sei aber auch viel Kokain sichergestellt worden. Fast 370 WiesngÀste wurden mit Drogen erwischt. Die meisten hatten Cannabis dabei, bei 40 Prozent wurde Kokain gefunden.

Die grĂ¶ĂŸte Party des Jahres in MĂŒnchen war auch fĂŒr die Prominenz eine optimale Gelegenheit zum Schaulaufen und Posieren fĂŒr die vielen Fotografen. Gesichtet wurden etwa Spieler des FC Bayern wie Harry Kane, der auf der Wiesn auch seinen DoppelgĂ€nger traf. Schauspieler Arnold Schwarzenegger dirigierte eine Wiesnkapelle. Cathy Hummels lud zu ihrem Wiesn-Bummel. Bei der «Damenwiesn» von Mietwagen-Unternehmerin Regine Sixt ließ sich Schauspielerin Uschi Glas blicken.

@ dpa.de