Demo, Mallorca

Demo auf Mallorca: «Weniger Tourismus, mehr Leben»

21.07.2024 - 05:00:39

Spanien lockt immer mehr auslÀndische Touristen an. Wirtschaftlich ein Goldesel, aber Einheimische bekommen leichte Platzangst. Es regt sich Widerstand.

  • Volle StrĂ€nde, volle Bars, volle Kassen. Aber manchen Spaniern wird es etwas zuviel mit dem Tourismus. Auf Mallorca wollen sie am Sonntag wieder demonstrieren. - Foto: Clara Margais/dpa

    Clara Margais/dpa

  • Touristen und alle, die dafĂŒr gehalten wurden, bekamen gratis und ungebeten eine kleine AbkĂŒhlung.  - Foto: Lorena SopĂȘna/EUROPA PRESS/dpa

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  • Am Sonntag ist wieder eine Demonstration gegen die AuswĂŒchse des Massentourismus auf Mallorca geplant. - Foto: Paco Freire/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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Volle StrĂ€nde, volle Bars, volle Kassen. Aber manchen Spaniern wird es etwas zuviel mit dem Tourismus. Auf Mallorca wollen sie am Sonntag wieder demonstrieren. - Foto: Clara Margais/dpaTouristen und alle, die dafĂŒr gehalten wurden, bekamen gratis und ungebeten eine kleine AbkĂŒhlung.  - Foto: Lorena SopĂȘna/EUROPA PRESS/dpaAm Sonntag ist wieder eine Demonstration gegen die AuswĂŒchse des Massentourismus auf Mallorca geplant. - Foto: Paco Freire/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Auf der bei Deutschen beliebtesten Ferieninsel Mallorca wollen Einheimische wieder gegen die AuswĂŒchse des Massentourismus demonstrieren. Zu dem Protest in der Inselhauptstadt Palma hat die Organisation «Weniger Tourismus, mehr Leben» aufgerufen. Auch auf anderen Baleareninseln sind Kundgebungen geplant. Es ist bereits die dritte Demonstration dieser Art in diesem Jahr auf der Insel.

Zuletzt waren vor acht Wochen unter dem Motto «Sagen wir Basta!» und «Mallorca steht nicht zum Verkauf!» nach Polizeiangaben rund 10.000 Menschen in Palma auf die Straße gegangen. Die Organisatoren sprachen von 25.000 Teilnehmern. Auch in anderen spanischen Touristenmetropolen wie Barcelona und MĂĄlaga sowie auf den Kanaren regt sich der Unmut. 

Nicht an dem Ast sÀgen, auf dem man sitzt 

FĂŒr Mallorca ist der Tourismus zwar ĂŒberlebenswichtig. Die Branche steht fĂŒr 45 Prozent der Wirtschaftsleistung der Insel. Und die Tourismusbranche warnt davor, an dem Ast zu sĂ€gen, auf dem viele sitzen. 

Aber die Demonstranten klagen, dass nur eine Minderheit profitiert, wĂ€hrend die große Mehrheit Jobs mit niedrigen GehĂ€ltern in der Tourismusbranche bekommt, die nicht reichen, um die immer teureren Wohnungen zu bezahlen. Zudem zerren Staus, LĂ€rm und Schmutz an den Nerven der Insulaner. 

Auch auf dem Festland reicht es manchen mit dem Tourismusboom

In der Mittelmeermetropole Barcelona forderten Anfang des Monats mehrere Tausend Demonstranten angesichts auch dort immer höherer Wohn- und Lebenshaltungskosten BeschrĂ€nkungen fĂŒr die Tourismusbranche. GĂ€ste von Restaurants, die vor allem bei Urlaubern beliebt sind, wurden mit Wasserpistolen bespritzt. «Tourists go home. You are not welcome» stand in Barcelona auf mitgefĂŒhrten Plakaten. Oder: «Reduzierung des Tourismus jetzt!». 

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es solche Demos auch schon in MĂĄlaga und auf den Kanaren. Nicht allein die Wohnkosten, sondern auch die Umweltbelastung, Staus, allgemeine ÜberfĂŒllung, Wassermangel sowie die Überlastung des Gesundheitssektors und der Abfallentsorgung durch immer mehr Besucher nervt viele Einheimische. 

Dieses Jahr 91 Millionen auslÀndische Besucher erwartet

Bis Ende Mai wurden schon 33,2 Millionen auslĂ€ndische Touristen in dem Land mit knapp 48 Millionen Einwohnern gezĂ€hlt. SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass es bis zum Jahresende 91 Millionen Urlauber werden könnten, die rund 125 Milliarden Euro in die spanischen Kassen spĂŒlen werden. Die Hochkonjunktur bei Tourismus beschert Spanien derzeit auch wesentlich bessere Wirtschaftsdaten als zum Beispiel Deutschland. 

@ dpa.de