Starker Hurrikan Polo vor Mexikos Pazifikküste – Atlantik bleibt ungewöhnlich ruhig
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 22:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Vor der südmexikanischen Pazifikküste hat sich der Hurrikan „Polo“ gebildet, der sich nach Prognosen in den kommenden Tagen deutlich verstärken dürfte.
Sturm verstärkt sich vor der Küste Mexikos
Nach Angaben des mexikanischen Wetterdienstes wird „Polo“ voraussichtlich rasch an Kraft gewinnen und am Mittwoch die höchste Hurrikanstufe fünf erreichen. Die berechnete Zugbahn sieht derzeit nicht vor, dass das Zentrum des Sturms direkt auf die Küste trifft. Dennoch rechnen die Meteorologen mit gefährlichen Auswirkungen für die betroffenen Regionen.
Am Montagnachmittag (Ortszeit) zog „Polo“ als Hurrikan der Kategorie eins mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von rund 130 Kilometern pro Stunde etwa 305 Kilometer südlich des Urlaubsortes Zihuatanejo. Das teilte das US-Hurrikanzentrum NHC in Miami mit.
Gefahr durch Starkregen, Erdrutsche und hohe Wellen
Das Zentrum des Wirbelsturms soll sich in den nächsten Tagen nahe der südwestlichen Küste Mexikos aufhalten. Nach Einschätzung des NHC drohen durch starke Niederschläge lebensbedrohliche Überschwemmungen und Erdrutsche, insbesondere in gebirgigen und steilen Gebieten.
Zudem warnen die Experten vor hohen Wellen, die Küstenabschnitte überspülen und die Schifffahrt im betroffenen Seegebiet gefährlich beeinträchtigen können. Bewohner und Urlauber entlang der Küste werden aufgefordert, die lokalen Warnungen aufmerksam zu verfolgen.
Außergewöhnlich ruhige Atlantik-Saison
Im Gegensatz zur Lage im Pazifik verläuft die diesjährige Hurrikansaison im Atlantik bislang außergewöhnlich ruhig. Dort hat sich in diesem Jahr bisher kein einziger Hurrikan entwickelt – ein Zustand, der mindestens seit Beginn der Satellitenbeobachtung im Jahr 1966 nicht mehr verzeichnet wurde.
Die Hurrikansaison beginnt im östlichen Pazifik gewöhnlich am 15. Mai und im Atlantik am 1. Juni; beide Regionen gelten bis zum 30. November als sturmgefährdet. Dass im Atlantik bislang kein Hurrikan aufgetreten ist, gilt als bemerkenswerte Ausnahme.
El Niño stört die üblichen Bedingungen
Als Hauptgrund für die ungewöhnlich ruhige Atlantik-Saison wird ein stark ausgeprägtes Klimaphänomen El Niño genannt. Es verändert die großräumigen Luftströmungen und stört so die atmosphärischen Bedingungen, die normalerweise die Entstehung und Verstärkung von Hurrikanen im Atlantik begünstigen.
Während El Niño im Pazifik die Bildung kräftiger Wirbelstürme wie „Polo“ begünstigen kann, schwächt es die Hurrikanaktivität im Atlantik. Die Meteorologen beobachten die weitere Entwicklung des Klimaphänomens und der laufenden Hurrikansaison genau, da sich die Bedingungen bis zum Ende der Saison Ende November noch verändern können.
El Niño als globaler Klimafaktor
Der Hurrikan „Polo“ vor der Pazifikküste Mexikos fällt in eine Wetterlage, die von einem ausgeprägten El-Niño-Ereignis im tropischen Pazifik geprägt ist. Das Klimaphänomen verändert großräumig die Luft- und Meeresströmungen und begünstigt starke Wirbelstürme im Ostpazifik, während es die Entstehung von Hurrikanen im Atlantik dämpfen kann. Die ungewöhnlich ruhige Atlantik-Saison mit bislang keinem Hurrikan passt damit in das Muster eines starken El Niño, der die üblichen atmosphärischen Bedingungen für tropische Wirbelstürme stört.
Ungewöhnlich ruhige Atlantik-Saison
Im Atlantik wurden in der Vergangenheit nur sehr selten komplette Saisons ohne Hurrikan registriert. Meteorologische Analysen weisen darauf hin, dass neben El Niño auch eine erhöhte Stabilität der Atmosphäre im tropischen Atlantik dazu beiträgt, dass sich Gewitterzellen seltener zu Hurrikanen organisieren. Eine stabilere Atmosphäre erschwert das Aufsteigen warmer, feuchter Luft und unterdrückt so die Bildung intensiver Tropenstürme. Die aktuelle Saison reiht sich damit in einen länger beobachteten Trend ein, bei dem sich der Aktivitätsschwerpunkt zum Teil in die späteren Saisonmonate verlagert.
Lokale Risiken und globale Bedeutung
Für die Menschen an der südwestlichen Küste Mexikos bleibt „Polo“ trotz der erwarteten Zugbahn abseits der Küste ein ernstes Risiko. Besonders gefährlich sind dort Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche in steilen Regionen, die häufig schlechter vor Hochwasser geschützt sind als große Städte. Parallel zeigt die ruhige Atlantik-Saison, wie stark Klimaphänomene wie El Niño regionale Risiken verschieben: Küstengebiete im Golf von Mexiko und an der US-Ostküste erleben vorübergehend Entlastung, während andere Regionen weltweit stärker von Extremwetter betroffen sind. Für Leser in Europa ist die Entwicklung ein weiterer Hinweis darauf, wie eng Extremereignisse, globale Erwärmung und veränderte Niederschlagsmuster miteinander verknüpft sind.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
merkur.de: „Der überraschende Grund, warum es in diesem Jahr bisher keine Hurrikane im Atlantik gibt“ (19.09.2026)
Der Beitrag stelle heraus, dass 2026 bislang zu den ganz wenigen Jahren ohne Hurrikan im Atlantik gehöre und ordne dies historisch ein. Er hebe neben El Niño insbesondere eine ungewöhnlich stabile Atmosphäre im tropischen Atlantik als begrenzenden Faktor hervor und erläutere, wie sich dadurch der Höhepunkt der Hurrikansaison in Richtung Herbst verschieben könne. Der Bericht bestätige die aktuelle Ruhe im Atlantik, setze aber einen Schwerpunkt auf langfristige Klimatrends und mögliche spätere Aktivität.
fr.de: „Rekord-El-Niño lässt den Pazifik kochen: Meteorologe verrät, was das für unseren Winter heißt“ (21.09.2026)
Der Artikel beschreibe einen besonders starken El Niño, der den Pazifik deutlich aufheize und weltweit Wetterlagen durcheinanderbringe. Er führe aus, dass ein solches Ereignis in Europa tendenziell zu einem eher milden und niederschlagsreichen Winter führen könne, während gleichzeitig Extremwetter mit Starkregen oder Kälteepisoden möglich bleibe. Damit ordne der Bericht das aktuelle El-Niño-Ereignis, das die Hurrikanaktivität im Pazifik und Atlantik beeinflusse, vor allem aus Sicht der Auswirkungen auf das Winterwetter in Deutschland ein.
Medienübergreifend werde deutlich, dass El Niño als zentrale Triebkraft hinter der ungewöhnlich ruhigen Atlantik-Hurrikansaison gesehen werde, während die genaue langfristige Entwicklung der Hurrikanaktivität und der regionalen Wetterextreme weiterhin als offene Frage gelte.
