Herbststurm, Bahnverkehr

Sturm Luise verletzt zwei Menschen – Bahnverkehr gestört

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 01:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Sturmtief «Luise» hat am Freitag mehrere Regionen getroffen und den Bahnverkehr erheblich beeinträchtigt. Für Sonntag warnt der DWD vor dem nächsten Sturm «Manja» mit Orkanböen und erhöhten Wasserständen im Norden.

Folgen fĂĽr Verkehr und KĂĽste

  • In Nastätten wurden zwei Menschen schwer verletzt, einer davon lebensgefährlich.
  • Ein ICE mit 280 Fahrgästen wurde bei Aachen von einer Diesellok nach Stolberg geschleppt.
  • In Hamburg kann am Sonntag eine Sturmflut den tiefer gelegenen Fischmarkt ĂĽberfluten.
Sturmtief «Luise» brachte Bäume zu Sturz und Züge zum Stillstand (Symbolbild) - Bild: Marius Bulling/dpa

Sturmtief Luise verletzt Menschen und legt Bahnverkehr lahm

Sturmtief «Luise», international «Austen» genannt, hat am Freitag vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands Menschen verletzt und den Bahnverkehr stark behindert. Mit dem Orkantief «Manja» folgt am Sonntag der nächste Sturm, von dem besonders die Nordseeküste und die Inseln betroffen sein dürften.

Gestell stĂĽrzt bei Oktobermarkt um

In Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis warf eine Böe am Freitagnachmittag ein Gestell um, während in der Nähe ein Oktobermarkt stattfand. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Menschen schwer verletzt; einer schwebte in Lebensgefahr und wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht.

In Seligenstadt traf ein abgerissener Ast einen Radfahrer, den die Feuerwehr befreien musste. Im saarländischen Lebach wurde ein Fußgänger durch ein Werbeschild leicht verletzt.

Oberleitungsschäden stoppen Züge

Am Karlsruher Hauptbahnhof flog ein Gegenstand in die Oberleitung, woraufhin der Betrieb zeitweise beeinträchtigt wurde. Bei Pforzheim prallte eine Regionalbahn mit Hunderten Fahrgästen gegen einen Ast und blieb auf der Strecke stehen.

Bei Aachen blieb ein ICE mit 280 Fahrgästen nach einem Oberleitungsschaden liegen und wurde von einer Diesellok zum Bahnhof Stolberg geschleppt. Auch bei Neuss und in Stuttgart blockierten umgestürzte Bäume die Gleise; im Saarland registrierte die Polizei bis zum Abend 59 sturmbedingte Einsätze.

Sturmschäden in Städten und am Europa-Park

In Duisburg stürzten Bäume auf einen Kiosk, in Stromleitungen und auf Straßen. Die Feuerwehr zählte rund 40 Einsätze; Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Auch in Remscheid mussten Äste und Bäume beseitigt werden, an der A1 wurde die Fahrtrichtung Köln zeitweise gesperrt.

Der Europa-Park in Rust schloss vorübergehend seine großen Achterbahnen im Freien. In den betroffenen Regionen kam es außerdem zu weiteren Behinderungen durch herabgefallene Äste und umgestürzte Bäume.

Sonntag drohen Orkanböen und Sturmflut

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zieht «Luise» am Samstag Richtung Ostsee und Dänemark ab. Ab dem Abend soll von Westen «Manja» heranziehen; bis Sonntagvormittag kann regional Regen in unwetterartigen Mengen fallen.

An der Nordsee sind am Sonntag Böen bis 100 Kilometer pro Stunde und einzelne Orkanböen möglich. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet von Sonntag bis Montag deutlich erhöhte Wasserstände; in Hamburg könnte eine Sturmflut den tiefer gelegenen Fischmarkt überfluten.

Wyk auf Föhr schloss den Deichdurchlass am Hafen. Schnellfähren nach Helgoland fahren am Wochenende nicht, die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert. Ab Montag soll sich das Wetter beruhigen.

Die Sturmserie trifft Deutschland in einer für Herbstferien und Wochenendverkehr besonders ungünstigen Phase. Nach dem Durchzug von «Luise» soll «Manja» am Sonntag vor allem im Norden deutlich höhere Windgeschwindigkeiten und an der Küste erhöhte Wasserstände bringen.

Die Folgen des ersten Sturms zeigen, dass nicht nur Küstenregionen betroffen sind. Schäden an Oberleitungen, Bäume auf Gleisen und blockierte Straßen können den Verkehr auch weit im Binnenland unterbrechen. Für Reisende bedeutet das, dass Verspätungen und Ausfälle regional kurzfristig entstehen und sich über wichtige Knotenpunkte ausweiten können.

Gefahr an KĂĽsten und auf Inseln

Besonders relevant ist die erwartete Kombination aus starkem Wind, Regen und erhöhten Wasserständen. In Hamburg kann eine Sturmflut den tiefer gelegenen Fischmarkt erreichen; auf Inseln und Halligen fallen bereits Fährverbindungen aus oder werden eingeschränkt.

Für die Bevölkerung verschiebt sich der Schwerpunkt damit vom Schadensbild des Freitags zur Vorsorge am Sonntag. Empfehlungen, Wälder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden, zielen vor allem auf herabfallende Äste und umstürzende Bäume. Der Deutsche Wetterdienst erwartet ab Montag eine Beruhigung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Orkantief über der Nordsee: Sonntag Sturmflut für den Norden erwartet“ (23.10.2026)

Der Artikel habe den erwarteten Sturmflut-Risikobereich für Hamburg und den Norden in den Mittelpunkt gestellt. Damit bestätige er die Küstengefahr, während die Verletzten und Bahnbehinderungen des Freitags nicht sein Schwerpunkt seien.

Deutschlandfunk: „Herbststurm - Sturmtief sorgt für Zugausfälle und Verspätungen bei der Bahn, zwei Schwerverletzte auf Stadtfest“ (23.10.2026)

Der Beitrag habe die zwei Schwerverletzten in Nastätten und die Beeinträchtigungen im Bahnverkehr hervorgehoben. Im Unterschied zum Stern liege der Schwerpunkt auf den unmittelbaren Schäden und Verkehrsfolgen; die weitere Entwicklung an der Küste bleibe der nächste Risikopunkt.

Beide Beiträge stimmten im Kern mit der dpa-Meldung überein. Unterschiede ergäben sich vor allem aus der regionalen Gewichtung: Der Stern konzentriere sich auf die erwartete Sturmflut, der Deutschlandfunk auf Verletzte und Bahnverkehr.

Disclaimer...
de | unterhaltung | 70401393 |