Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Wie kommt der Eintrittspreis am Kölner Dom am ersten Tag an?

01.07.2026 - 14:31:07 | dpa.de

Teils gab es Verwirrung, einiges war noch nicht eingespielt: Was sagen die ersten GĂ€ste des Doms, die Eintritt zahlen mussten? Und wie war die Lage am und im Dom selbst?

  • Vor Einlassbeginn bildete sich eine kleine Schlange vor dem Dom-Haupteingang. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Vor Einlassbeginn bildete sich eine kleine Schlange vor dem Dom-Haupteingang. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Die Tickets sind auch online erhĂ€ltlich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Die Tickets sind auch online erhÀltlich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Der Dom war bislang stets kostenfrei zugĂ€nglich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Der Dom war bislang stets kostenfrei zugÀnglich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Julia und David, in Istanbul lebende Ukrainer, sind die ersten GĂ€ste jemals, die fĂŒr den Dom Eintritt zahlen mussten. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Julia und David, in Istanbul lebende Ukrainer, sind die ersten GĂ€ste jemals, die fĂŒr den Dom Eintritt zahlen mussten. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • US-Amerikaner Michael findet den Preis fair. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    US-Amerikaner Michael findet den Preis fair. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Domprobst Guido Assmann zeigte sich zum Start des Eintrittspreises gut gelaunt. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Domprobst Guido Assmann zeigte sich zum Start des Eintrittspreises gut gelaunt. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Es gibt einen kostenlos zugĂ€nglichen Bereich fĂŒr GĂ€ste, die beten oder eine Kerze anzĂŒnden wollen. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Es gibt einen kostenlos zugĂ€nglichen Bereich fĂŒr GĂ€ste, die beten oder eine Kerze anzĂŒnden wollen. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Am Roncalliplatz 2, sĂŒdlich des Doms, werden Tickets verkauft. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Am Roncalliplatz 2, sĂŒdlich des Doms, werden Tickets verkauft. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Es lief nicht alles reibungslos zum Start. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Es lief nicht alles reibungslos zum Start. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Probleme gab es kurz beim Scannen der Tickets. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Probleme gab es kurz beim Scannen der Tickets. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Der Dom ist von mehreren Seiten aus zugĂ€nglich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    Der Dom ist von mehreren Seiten aus zugÀnglich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Vor Einlassbeginn bildete sich eine kleine Schlange vor dem Dom-Haupteingang. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Die Tickets sind auch online erhĂ€ltlich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Der Dom war bislang stets kostenfrei zugĂ€nglich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Julia und David, in Istanbul lebende Ukrainer, sind die ersten GĂ€ste jemals, die fĂŒr den Dom Eintritt zahlen mussten. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa US-Amerikaner Michael findet den Preis fair. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Domprobst Guido Assmann zeigte sich zum Start des Eintrittspreises gut gelaunt. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Es gibt einen kostenlos zugĂ€nglichen Bereich fĂŒr GĂ€ste, die beten oder eine Kerze anzĂŒnden wollen. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Am Roncalliplatz 2, sĂŒdlich des Doms, werden Tickets verkauft. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Es lief nicht alles reibungslos zum Start. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Probleme gab es kurz beim Scannen der Tickets. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Der Dom ist von mehreren Seiten aus zugĂ€nglich. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Um kurz vor 10.00 Uhr war es so weit: Eine Mutter und ihr Sohn betreten als erste Menschen gegen einen Eintrittspreis den Innenraum des Kölner Doms. Dass dieser zuvor immer kostenfrei war, wussten die beiden Ukrainer gar nicht. «Aber es ist ein fairer Preis. Es ist so ein schönes GebÀude», sagte die Mutter names Julia, die mit ihrem Sohn derzeit in Istanbul wohnt, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Sie sind bei weitem nicht die einzigen Touristen mit dieser Meinung. «Der Preis ist mehr als fair», sagt US-Amerikaner Michael. «Solche GebÀude kosten eine Menge Geld und Arbeit. Mein Land, die USA, sind erst 250 Jahre alt, solch schöne Kirchen wie diese haben wir gar nicht», betont er.

Auch Julian aus Malta hat am Preis nichts auszusetzen. «Es ist ja auch in anderen LĂ€ndern normal, dass solche Kirchen erhalten werden mĂŒssen und man dafĂŒr auch einen Beitrag zahlen muss», sagte der junge Tourist. Er hat sein Ticket online erworben und der Eintritt in den Dom sei problemlos verlaufen.

Das war allerdings nicht bei allen so. Zum Einlassbeginn um 10.00 Uhr bildete sich eine kleine Schlange, weil es jetzt plötzlich Ticketkontrollen gab - allerdings machte das Scannen der Tickets auch Probleme. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten lief es dann aber rund und die Schlange hatte sich schnell in Luft aufgelöst, wie ein dpa-Reporter vor Ort beobachtete.

«Ich will gar nicht behaupten, dass alles reibungslos und wunderbar klappt», gestand Dompropst Guido Assmann ein. Es mĂŒssten beispielsweise noch ein paar Schilder mit klaren Hinweisen angebracht werden. Das seien aber normale Startschwierigkeiten, er sei sich sicher, dass sich das einspiele mit der Zeit.

Dennoch gab es teils Verwirrung. So wollte eine Kölnerin zum Beten den Dom am Haupteingang betreten - schließlich hatte das Domkapitel vorab angekĂŒndigt, dass dies weiter kostenfrei möglich sei. Das gilt allerdings nur fĂŒr den Nordeingang an der Bahnhofsseite, daher wurde die Frau dorthin geschickt.

Auch dort bildete sich eine Schlange, die Mitarbeiter mussten immer wieder Touristen zum Haupteingang oder zum Ticketportal schicken. Doch auch Touristen werden hineingelassen, wenn sie angeben, lediglich zum Beten zu kommen oder eine Kerze anzĂŒnden zu wollen. Eine «GesinnungsprĂŒfung» wolle man nicht durchfĂŒhren, hatte das Domkapitel immer wieder betont, man setze auf Vertrauen.

Über diesen Nordeingang erhĂ€lt man allerdings nur Zutritt zu einem kleinen Bereich des Doms. Dennoch beobachtete ein Mann im Innenbereich laut eigener Aussage, wie eine Frau ĂŒber die Absperrung kletterte, wohl um auch den Rest der Kirche gratis besichtigen zu können. Dompropst Assmann nannte das einen «Einzelfall» und geht davon aus, dass sich die meisten Menschen an die Regeln halten.

TatsÀchlich war in dem begrenzten Innenbereich des Nordeingangs zu beobachten, dass die meisten Menschen zum Beten kamen. Generell war im Dom eine etwas ruhigere Stimmung wahrzunehmen, der Andrang war wohl auch geringer als beispielsweise am Vortag, wie ein Mitarbeiter berichtete.

Das könnte auch an einigen Deutschen liegen, die den Dom extra noch am Vortag besucht haben, um den vorerst letzten kostenfreien Eintritt zu erwischen. So tat es ein Ehepaar aus dem Raum Frankfurt. «Ich finde schon, dass der Preis etwas zu hoch ist», sagte der Mann. Seine Frau hat allerdings auch VerstĂ€ndnis: «Der Dom muss natĂŒrlich unterhalten werden. Die meisten, die hier reingehen, sind ja auch nur einmal hier. Wir zahlen im Ausland ja auch oft Eintritt.»

Auch Ulrike aus SĂŒddeutschland sieht das so: «Es ist ja immerhin auch ein monumentales Bauwerk.» Dennoch war auch sie selbst noch am Vortag kostenfrei im Dom, als Christin sei das fair. «Da könnte man ja nochmal drĂŒber nachdenken, ob zahlende Christen nicht gratis hereinkommen dĂŒrfen», meinte sie mit Verweis auf die Kirchensteuer.

Ein Kölner mittleren Alters kann «einen Preis an sich schon nachvollziehen, aber nicht zwölf Euro.» Die Kirche habe das mit hohen Kosten zur Erhaltung begrĂŒndet, sei aber selbst reich.

Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos zugĂ€nglich, Eintritt wurde aber bereits fĂŒr die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Das Domkapitel teilte vor einigen Monaten aber mit, dass seit 2019 Minus gemacht worden sei. Daher sei man auf die Einnahmen angewiesen.

Ein TouristenfĂŒhrer, der gelegentlich auch durch den Dom selbst fĂŒhrt, ist sich nicht sicher, ob das in Zukunft noch gehe: «FĂŒr Familien mit geringem Einkommen wird sich das jetzt nicht mehr darstellen lassen, weil das dann einfach doch ein ziemlich hoher Betrag ist. Das werden die sich schon ĂŒberlegen. Aber gut, ich nehme an, das war die Intention dahinter.»

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