Frauenleiche nach Hauseinsturz in Görlitz gefunden
21.05.2026 - 04:22:04 | dpa.deRund zwei Tage nach dem dramatischen Hauseinsturz in der sĂ€chsischen Stadt Görlitz ist in den TrĂŒmmern die Leiche einer Frau gefunden worden. Es handle sich um die zuvor vermisste 25 Jahre alte rumĂ€nische Touristin, sagte eine Sprecherin der Polizei. Nach den beiden anderen Vermissten werde weiterhin gesucht.
EinsatzkrĂ€fte fanden die verschĂŒttete Person mit Hilfe eines SpĂŒrhunds am Mittwoch gegen 22.30 Uhr in den TrĂŒmmern, wie die Sprecherin in der Nacht schilderte. Daraufhin wurden die Arbeiten erst mal gestoppt. Ein Notarzt stellte den Tod fest, woraufhin die Leiche geborgen wurde. Die Kriminalpolizei habe Spuren gesichert und ermittle.
Die Suche nach beiden weiteren Vermissten ging in der Nacht weiter. SpĂŒrhunde sollen helfen, sie zu finden. Sie hĂ€tten schon an mehreren Stellen angeschlagen, wie die Sprecherin berichtete.Â
Das Haus, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend aus bislang ungeklĂ€rter Ursache eingestĂŒrzt. Daraufhin wurden zunĂ€chst fĂŒnf Menschen vermisst, bei zwei von ihnen war der Aufenthalt bereits nach wenigen Stunden geklĂ€rt - die beiden FeriengĂ€ste befanden sich noch auf der Anreise.
Wettlauf gegen die Zeit
Nun gelten noch eine weitere rumĂ€nische Touristin im Alter von 26 Jahren und ein 48 Jahre alter Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit als vermisst. Nach ihnen wurde unermĂŒdlich gesucht, teils arbeiteten sich die EinsatzkrĂ€fte auch mit Schaufeln und bloĂen HĂ€nden durch den TrĂŒmmerberg.Â
Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Dazu teilte das Technische Hilfswerk (THW) mit: «Die sogenannte "goldene Rettungszeit" liegt meist in den ersten 24 bis 72 Stunden â in diesem Zeitraum sind die Ăberlebenschancen am höchsten», erklĂ€rte Andrea Wirth vom THW-Landesverband Sachsen, ThĂŒringen.
Beim Bergen von TrĂŒmmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und KrĂ€ne im Einsatz. Die Belastung fĂŒr die EinsatzkrĂ€fte selbst war hoch. Es gebe viel Staub, die ganze Zeit mĂŒsse mit Schutzmasken gearbeitet werden, sagte der Sprecher der THW-Einsatzleitung Daniel Hofmann.
Ursache weiter unklar
Die genaue Ursache des UnglĂŒcks in der Stadt im Osten Sachsens steht nach wie vor nicht fest. «Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus», sagte der Görlitzer OberbĂŒrgermeister Octavian Ursu (CDU). Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des GrĂŒnderzeithauses wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden.Â
Dies erschwerte auch die Arbeit der EinsatzkrĂ€fte, weil vermutet wurde, dass unter den TrĂŒmmern Gas austrat. In der Nacht zum Mittwoch waren die Gasleitungen rund um die UnglĂŒcksstelle vollstĂ€ndig geleert worden. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer, und die Arbeiten seien weniger gefĂ€hrlich geworden, sagte eine Polizeisprecherin.
Die Suche war wĂ€hrenddessen aus SicherheitsgrĂŒnden unterbrochen worden. Trotz der geleerten Gasleitungen kann es der Sprecherin zufolge noch HohlrĂ€ume mit Gas geben.Â
Von dem Haus ist nicht mehr viel zu erkennen. «Die TrĂŒmmer stapeln sich ungefĂ€hr bis zur zweiten Etage. Und es ist tatsĂ€chlich ein Schutthaufen, wie man ihn sich vorstellt auf einem groĂen Abriss», sagte Hofmann vom THW.
Ăstlichste Stadt Deutschlands
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sĂ€chsischen Oberlausitz direkt an der NeiĂe und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzĂŒberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort fĂŒr internationale Filmproduktionen.
Das eingestĂŒrzte GrĂŒnderzeithaus stand in der James-von-Moltke-StraĂe in der NĂ€he des Görlitzer Bahnhofs. Der Bereich um das Haus wurde nach dem Einsturz weitrĂ€umig evakuiert und abgesperrt.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
