Tödliche Attacke in Bank - SpezialkrÀfte fassen Angreifer
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:40 Uhr | dpa.deSchwer bewaffnet sind die Polizisten im Regensburger Westen unterwegs, zahllose Fahrzeuge mit Blaulicht riegeln das GelĂ€nde um einen mehrstöckigen GebĂ€udekomplex ab. Ein 20-JĂ€hriger hat in einer Bank mit einem Messer auf einen Mitarbeiter eingestochen - und mit ihm sind noch weitere Menschen in dem GebĂ€ude. ZunĂ€chst ist unklar, wie viele es sind - und es wird eine Geiselnahme befĂŒrchtet.Â
«Stunden groĂer Unsicherheit»
Es beginnt eine Zeit, die der Regensburger OberbĂŒrgermeister Thomas Burger (SPD) spĂ€ter als «Stunden groĂer Unsicherheit» beschreibt. Erst gut drei Stunden nach der Alarmierung kann die Polizei die Festnahme des mutmaĂlichen Angreifers melden: SpezialkrĂ€fte haben den Mann mit deutscher StaatsbĂŒrgerschaft in dem GebĂ€ude gefasst.Â
Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen, berichtet die Polizei spĂ€ter. Noch zuvor können Beamte zwei Menschen, die sich noch in dem GebĂ€ude befinden, unverletzt herausbringen.Â
Der 20-JĂ€hrige bleibt laut Polizei bei der Festnahme unverletzt. Beamte drĂŒcken den jungen Mann, in einen weiĂen Anzug samt Kapuze gehĂŒllt, in ein Auto und transportieren ihn ab.Â
Das Opfer der Messerattacke ist da schon im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Rathauschef Burger schreibt spĂ€ter auf Facebook von einem Vorfall, der ihn zutiefst erschĂŒttere. «Den Angehörigen und nahestehenden Menschen gilt mein tiefstes MitgefĂŒhl.»
«Wir sind zutiefst bestĂŒrzt ĂŒber den Verlust eines unserer Kollegen infolge dieses tragischen Vorfalls», teilte die Hypovereinsbank (HBV) am Abend mit. «Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden sowie bei den weiteren betroffenen Kolleginnen und Kollegen.» Die UnterstĂŒtzung der Mitarbeitenden habe nun höchste PrioritĂ€t. Die Bank arbeite zugleich eng mit den Behörden zusammen.
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den 20-JĂ€hrigen wegen eines Tötungsdelikts und eines RaubĂŒberfalls. Am Freitag soll er dem Haftrichter vorgefĂŒhrt werden. Am Mittag wollen Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz ĂŒber den Fall berichten.Â
Polizisten können den Schwerverletzten zunÀchst nur sehen
Nach dem Notruf am Nachmittag waren zahlreiche Streifen zu der Bankfiliale im historischen Stadtteil PrĂŒfening gefahren. Wo frĂŒher die Pferderennbahn war, steht heute ein modernes Viertel mit WohnhĂ€usern und einem kleinen Einkaufszentrum, in dessen EckgebĂ€ude der Angreifer zusticht.Â
Wenig spĂ€ter werden Hubschrauber und SpezialkrĂ€fte angefordert. Die Menschen im Stadtteil werden aufgerufen, den Bereich rund um die Bank zu meiden. «Der Schutz der Bevölkerung hat fĂŒr uns oberste PrioritĂ€t», betont die Polizeisprecherin.
Nachdem die EinsatzkrÀfte zunÀchst nur Blickkontakt zu dem Opfer der Messerattacke haben, können RettungskrÀfte den Mann spÀter zumindest erstversorgen. Der Schwerstverletzte wird noch in ein Krankenhaus gebracht. Doch wenig spÀter teilt die Polizei dann mit, dass das Opfer in der Klinik an seinen Verletzungen gestorben ist. Ob es sich um einen Kunden oder einen Mitarbeiter der Bank handelt, bleibt zunÀchst unklar.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagt spĂ€ter, der Mann sei «das Opfer eines brutalen, unvermittelten Angriffs» geworden und habe «offensichtlich keine Chance» gehabt. Er sei mit seinen Gedanken bei seiner Familie und den Angehörigen. Der Einsatz der SpezialkrĂ€fte war Herrmann zufolge «professionell und prĂ€zise».Â
Polizei geht von EinzeltÀter aus
SpĂ€ter können SpezialkrĂ€fte der Polizei - die teils wie Ritter zum Schutz vor Messerstichen am ganzen Körper in Kettenhemden gehĂŒllt sind - zwei weitere Menschen aus der Bank holen. ĂuĂerlich scheinen sie unverletzt. Speziell geschulte KrĂ€fte zur Krisenintervention sind vor Ort, um ihnen helfen zu können.Â
Der mutmaĂliche TĂ€ter bleibt weiter in der Bank. Ob weitere Menschen mit ihm im GebĂ€ude sind, kann die Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht sicher sagen.
Erst gegen 18.00 Uhr fĂŒhren SpezialkrĂ€fte den VerdĂ€chtigen aus dem GebĂ€ude. Polizisten beginnen damit, den Rest des GebĂ€udes abzusuchen. Am Abend melden sie den Abschluss dieser Suche - und heben die Absperrungen um den Tatort auf. Die Kriminalpolizei Regensburg sei nun noch mit der Spurensicherung beschĂ€ftigt, hieĂ es am Abend.Â
«Wir gehen aktuell von einem EinzeltĂ€ter aus», sagte eine Polizeisprecherin. Hinweis auf weiteren Beteiligte gebe es jedenfalls nicht. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln jetzt zu den HintergrĂŒnden.
