Tödlicher Oktoberfest-Unfall: Mitarbeiter stirbt nach Kollision mit Freefall-Gondel
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin 52 Jahre alter Mitarbeiter des FahrgeschĂ€fts «Hangover» ist nach einem Unfall am Montagabend auf dem MĂŒnchner Oktoberfest im Krankenhaus gestorben.
Gondel trifft Mitarbeiter
Der 85 Meter hohe Freefall-Tower lÀsst eine Gondel mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde in die Tiefe rauschen. Der Mann wurde von der herunterfahrenden Gondel getroffen und möglicherweise auch eingequetscht.
EinsatzkrĂ€fte belebten ihn zunĂ€chst wieder. Kurz darauf starb er an seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus; der Bereich um das FahrgeschĂ€ft wurde fĂŒr den Rettungseinsatz abgesperrt.
Polizei ermittelt zur Unfallursache
Zu den genauen UmstĂ€nden des mutmaĂlichen Betriebsunfalls wird ermittelt. Nach ersten Angaben soll sich der Mitarbeiter in einem Bereich aufgehalten haben, in dem er nicht hĂ€tte sein dĂŒrfen. Warum er dort war, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Die Polizei bittet Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden. Die Betreiberfamilie erklÀrte, sie arbeite eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, um den Ablauf und mögliche Konsequenzen zu klÀren.
Keine Verletzten unter den FahrgÀsten
FahrgĂ€ste wurden laut Polizei und Aicher Ambulanz körperlich nicht verletzt. Kriseninterventionsteams betreuten BeschĂ€ftigte und Augenzeugen; nach Angaben der Ambulanz konnten alle, die UnterstĂŒtzung wĂŒnschten, diese erhalten.
In der Gondel haben laut Homepage des FahrgeschÀfts 24 Menschen Platz. Ob sie zum Unfallzeitpunkt vollstÀndig besetzt war, war zunÀchst unklar.
Ăffnung des Towers bleibt offen
Ob und wann der «Hangover» wieder öffnen kann, war am Morgen nach dem Unfall zunĂ€chst nicht entschieden. Sicherheitsbehörden wie Gewerbeaufsichtsamt, TĂV SĂŒd und Lokalbaukommission sollen die Bestandsaufnahme begleiten.
Nach Angaben der Veranstaltungsgesellschaft soll eine Wiederöffnung grundsÀtzlich möglich sein, falls kein technisches Problem festgestellt werde. Der Zeitpunkt stehe jedoch nicht fest. Das Oktoberfest dauert noch bis zum 4. Oktober; als weitere geplante Stationen des Towers gelten die Deutzer Kirmes in Köln und das Winter Wonderland in London.
Zweiter Vorfall auf der Wiesn
Der tödliche Unfall ist in diesem Jahr bereits der zweite Vorfall mit einem FahrgeschĂ€ft auf dem Oktoberfest. In einem Drehkarussell mussten FahrgĂ€ste zuvor wegen eines mutmaĂlich defekten Sensors etwa zwei Minuten kopfĂŒber ausharren; nach einer erneuten TĂV-PrĂŒfung wurde es noch am selben Abend wieder freigegeben.
Auch in frĂŒheren Jahren gab es schwere UnfĂ€lle. 2024 starb ein 20-JĂ€hriger bei einer Testfahrt am Olympia Looping, nachdem er sich im Gleisbereich aufgehalten hatte. 2023 verletzten sich bei der Kollision zweier Achterbahnwaggons neun FahrgĂ€ste leicht.
SicherheitsprĂŒfung vor der Wiederöffnung
Der tödliche Unfall rĂŒckt die Sicherheitsorganisation auf der Wiesn in den Mittelpunkt. Bei einem FahrgeschĂ€ft mĂŒssen nicht nur die technischen Bauteile, sondern auch BetriebsablĂ€ufe, Absperrungen und ZugĂ€nge zu Gefahrenbereichen kontrolliert werden. Entscheidend ist deshalb neben der Unfallursache die Frage, welche Arbeits- und Sicherungsregeln am Tower galten.
FĂŒr die FahrgĂ€ste bestand nach den vorliegenden Angaben zu keinem Zeitpunkt Gefahr. Die Ermittlungen konzentrieren sich vielmehr auf den internen Betriebsbereich, in dem sich der 52-JĂ€hrige aufgehalten haben soll. Erst die Auswertung von Zeugenaussagen, Videoaufnahmen und technischen sowie organisatorischen PrĂŒfungen kann klĂ€ren, wie es dazu kam.
Belastung fĂŒr ein GroĂereignis
Das Oktoberfest zieht bis zum 4. Oktober Millionen Menschen an und verlangt von Rettungsdiensten, Polizei und Veranstaltern einen durchgehenden Einsatz. Der Todesfall betrifft daher nicht nur den Betreiber, sondern auch BeschÀftigte und Augenzeugen, die unmittelbar betreut werden mussten. Der geplante Wiesnbetrieb kann weiterlaufen, wÀhrend der betroffene Tower gesondert bewertet wird.
Bereits ein technischer Zwischenfall an einem anderen FahrgeschĂ€ft hatte am ersten Wiesn-Wochenende gezeigt, wie schnell eine Attraktion vorĂŒbergehend auĂer Betrieb genommen und nach einer PrĂŒfung wieder freigegeben werden kann. Der aktuelle Fall hat jedoch eine andere Dimension: Im Zentrum stehen nun mögliche AblĂ€ufe im Arbeitsbereich und die strafrechtliche sowie arbeitsschutzrechtliche Verantwortung.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: âOktoberfest: Mitarbeiter stirbt bei Unfall mit Free-Fall-Turmâ (22.09.2026)
Der Bericht bestĂ€tige den Tod des 52 Jahre alten Mitarbeiters nach dem Unfall und hebe hervor, dass FahrgĂ€ste nicht gefĂ€hrdet gewesen seien. Er ordne den Vorfall in die GröĂe und den hohen Rettungsaufwand des Oktoberfests ein, wĂ€hrend die genaue Ursache offenbleibe.
BR24: âTödlicher Wiesn-Unfall: Hergang unklar, Polizei sucht Zeugenâ (22.09.2026)
BR24 berichte, die Kriminalpolizei ermittle weiter und bitte mögliche Zeugen auch um Videoaufnahmen. Anders als der stÀrker einordnende Bericht des SPIEGEL setze der Livebeitrag den Schwerpunkt auf den Fortgang der Ermittlungen, die Lagebesprechungen vor Ort und den regulÀren Wiesnbetrieb.
Beide Berichte stimmten darin ĂŒberein, dass ein Mitarbeiter von der Gondel getroffen worden und spĂ€ter im Krankenhaus gestorben sei sowie dass FahrgĂ€ste nicht in Gefahr gewesen seien. Offen bleibe demnach, warum sich der Mann im Gefahrenbereich aufgehalten habe und welche Konsequenzen daraus folgten.
