Taucher bergen vermisste ZweijÀhrige tot aus Fluss
19.12.2023 - 16:30:39An der Uferböschung liegt noch Reif, als Polizeitaucher am Dienstagmorgen in den eiskalten Fluss Lauchert im schwÀbischen Bingen steigen. Plötzlich ruft einer der Taucher: «Ich hab' sie, ich hab' sie.» Er zieht einen leblosen kleinen Körper ans Ufer. Wenig spÀter dann die traurige Gewissheit: Bei der Leiche handelt es sich um das seit Sonntagabend vermisste MÀdchen. Die ZweijÀhrige sei zweifelsfrei identifiziert worden, bestÀtigt spÀter die Polizei in Ravensburg.
Schon den dritten Tag in Folge suchten EinsatzkrĂ€fte nach dem MĂ€dchen. Unter anderem mit Booten und einem Sonar-GerĂ€t waren Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Polizei am Dienstag auf dem Fluss im Landkreis Sigmaringen unterwegs. Das GestrĂŒpp und die Strömung erschwerten dabei die Suche. Zehn Taucher waren laut Polizei vor Ort.
Die TauchgĂ€nge starteten am frĂŒhen Morgen vom Bingener Ortsteil Hitzkofen flussabwĂ€rts. Nach wenigen Stunden wurde das tote MĂ€dchen auf Höhe des Ortseingangs von Hitzkofen entdeckt. «Die Leiche hat sich in einem von auĂen nicht einsehbaren GestrĂŒpp im Wasser befunden», sagte Polizeisprecher Christian Sugg am Dienstagnachmittag. ZunĂ€chst kamen nach dem Leichenfund die Kriminalpolizei und auch ein Gerichtsmediziner dazu.
Der Fluss fĂŒhrte Hochwasser
Die ZweijĂ€hrige hatte ihr Elternhaus wahrscheinlich am spĂ€ten Sonntagnachmittag in einem unbeobachteten Moment und wohl im Schlafanzug verlassen. Das Wohnhaus der Familie befindet sich in unmittelbarer NĂ€he des Flusses. Der normalerweise ruhige Fluss hat gerade Hochwasser, wie der BĂŒrgermeister von Bingen, Jochen Fetzer (parteilos), mitteilte. Hunde der Polizei hatten am Montag eine Spur des MĂ€dchens aufgenommen, die zum Fluss fĂŒhrte.
Die Polizei geht nicht von einem Verbrechen aus. «Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt keinen Hinweis auf eine Straftat und haben auch keine konkreten Ermittlungen gegen irgendjemanden eingeleitet», sagte Sugg.
Mehr als 40 Stunden lang war die ZweijĂ€hrige vermisst gewesen. Ein GroĂaufgebot hatte direkt am Sonntagabend unter erschwerten Sichtbedingungen nach dem MĂ€dchen gesucht. In der Nacht gab es laut Polizei Minusgrade. Auch am Montag wurde die Suche fortgesetzt. Unter anderem kamen SpĂŒrhunde, Drohnen und Hubschrauber zum Einsatz.
Bis zuletzt hatte auch BĂŒrgermeister Fetzer auf einen glĂŒcklichen Ausgang der Vermisstensuche gehofft. Nun ĂŒberwiege die BedrĂŒckung. «Alle lassen den Kopf hĂ€ngen», beschrieb er die Stimmung im Ort am Dienstag. Das sei deutlich zu spĂŒren. Ob es eine Trauerfeier fĂŒr das tote MĂ€dchen geben werde, konnte Fetzer noch nicht sagen. Es sei alles zu frisch.
Die Familie des Kindes sei benachrichtigt worden und werde durch das Kriseninterventionsteam betreut, sagte Polizeisprecher Sugg. Es stĂŒnden noch weitere Ermittlungen an - etwa zur Frage, ob das Kind selbst aus dem Haus gelaufen sei.
Entlang der Lauchert hatten Taucher schon am Sonntag nach der Kleinen gesucht - ohne Erfolg. Taucher waren auch an einem Wehr im Wasser. Das Wehr befindet sich zwischen Bingen und Sigmaringendorf, wo die Lauchert in die Donau mĂŒndet.





