Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

Backhaus: «Wir begleiten den Wal Tag und Nacht»

04.04.2026 - 16:17:36 | dpa.de

Trotz Verletzungen bleibt die Hoffnung: Umweltminister Backhaus betont, der gestrandete Wal werde nicht getötet. Wie lange das Tier noch ĂŒberlebt, ist laut Experten ungewiss.

  • EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr benetzen den RĂŒcken des Wals, der aus dem Wasser ragt. - Foto: Marcus Golejewski/dpa
  • Seit Freitag benetzen EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmĂ€ĂŸig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern. (Foto vom 3.4) - Foto: Marcus Golejewski/dpa
  • «Die Situation ist fĂŒr alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverstĂ€ndlich», so der Minister. (Foto vom 3.4) - Foto: Marcus Golejewski/dpa
  • EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr benetzen den RĂŒcken des Wals, der aus dem Wasser ragt. - Foto: Marcus Golejewski/dpa
  • «Die Situation ist fĂŒr alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverstĂ€ndlich», sagt Umweltminister Till Backhaus (SPD). - Foto: Marcus Golejewski/dpa
EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr benetzen den RĂŒcken des Wals, der aus dem Wasser ragt.  - Foto: Marcus Golejewski/dpa Seit Freitag benetzen EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmĂ€ĂŸig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern. (Foto vom 3.4) - Foto: Marcus Golejewski/dpa «Die Situation ist fĂŒr alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverstĂ€ndlich», so der Minister. (Foto vom 3.4) - Foto: Marcus Golejewski/dpa EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr benetzen den RĂŒcken des Wals, der aus dem Wasser ragt.  - Foto: Marcus Golejewski/dpa «Die Situation ist fĂŒr alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverstĂ€ndlich», sagt Umweltminister Till Backhaus (SPD). - Foto: Marcus Golejewski/dpa

Der vor Wismar gestrandete Buckelwal lebt weiterhin. Er atme, mal alle zwei Minuten, mal alle vier bis fĂŒnf Minuten, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Samstag nach einem Besuch des vor der Insel Poel im flachen Wasser gestrandeten Buckelwals. Er habe auch wieder gerufen. «Aber man sieht eben auch, dass seine AktivitĂ€ten geringer werden.»

«Er hat auch Verletzungen», sagte Backhaus – wahrscheinlich durch Schiffsschrauben. «Das hatten wir vorher ĂŒberhaupt nicht gesehen.» Zudem gebe es AbdrĂŒcke wahrscheinlich von einem Netz. Am Morgen hatte bereits ein Ministeriumssprecher erklĂ€rt, dass sich der Zustand des Tieres nicht verĂ€ndert habe. Es habe in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Experten sollen nach Ostern Wal noch einmal begutachten

Backhaus sagte, dass nach den Ostertagen noch einmal Fachleute den Gesundheitszustand des Tieres begutachten sollen. «Das ist fĂŒr alle weiteren Planungen wichtig.» Der Minister schloss jedoch kategorisch aus, dass der Wal getötet werde. «Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen durch was auch immer.» 

Seit Freitag benetzen EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmĂ€ĂŸig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern. «Dort, wo er tatsĂ€chlich benetzt wird, ist die Temperatur auf der OberflĂ€che deutlich geringer.» Backhaus sprach von sechs bis sieben Grad. Das zeige die WĂ€rmebildkamera. 

 

«Da sich die WindverhÀltnisse geÀndert haben, wurde nach eingehender Beratung entschieden, die Sprinkler so zu versetzen, dass die Befeuchtung weiter gegeben ist», sagte Backhaus. Denn wegen des Nordwestwindes gebe es deutlich niedrigere WasserstÀnde. Dadurch rage das etwa 1,70 Meter hohe Tier noch weiter aus dem Wasser, obwohl es sich durch sein Eigengewicht von etwa 12 Tonnen inzwischen schon 50 Zentimeter in den Boden eingegraben habe. 

Backhaus: «Wir kĂŒmmern uns – bis zur letzten Minute.»

Erneut wies er Kritik am Umgang mit dem Wal zurĂŒck. «Wir kĂŒmmern uns – bis zur letzten Minute.» Die Walwache durch die Polizei und die Mitarbeitenden sei sichergestellt. «Die Situation ist fĂŒr alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverstĂ€ndlich.» Backhaus betonte: 
«Wir begleiten den Wal Tag und Nacht.»

Der Minister bedankte sich fĂŒr alle bereits eingereichten Konzepte zur Rettung oder Bergung des Tieres. «Alle ernstzunehmenden Konzepte werden von uns sorgfĂ€ltig geprĂŒft, und zwar aus technischer Sicht aber auch im Hinblick auf den Tierschutz.»

Sirenen haben nichts mit dem Wal zu tun

Gleichzeitig wies er zur Vorbeugung von GerĂŒchten darauf hin, dass die in Rostock heulenden Sirenen nichts mit dem Wal zu tun hĂ€tten. Die gehörten vielmehr zum kommunalen Warntag, bei dem in Rostock und Schwerin Sirenen, Warnapps und Stadtinformationstafeln getestet worden seien.

Seit Anfang MÀrz hatte sich der Buckelwal viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. ZunÀchst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, spÀter am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet.

Rettungsversuche eingestellt

Am Mittwoch waren jegliche Rettungsversuche des am Dienstag vor Poel gestrandeten Wals eingestellt worden. Nach Angaben der Fachleute und MeeresschĂŒtzer vor Ort wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch ĂŒberleben wird, lĂ€sst sich nach EinschĂ€tzung der Experten nicht vorhersagen.

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