Auto rast durch FuĂgĂ€ngerzone - Minister spricht von Unfall
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 17:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSchock und Aufregung im nordhessischen Hofgeismar: Ein Autofahrer raste am Vormittag mit hoher Geschwindigkeit durch die FuĂgĂ€ngerzone und verletzte dabei mehrere Menschen. Wie zuvor die Polizei machte auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) am Nachmittag deutlich, dass er keine vorsĂ€tzliche Tat sehe. «Nach allen mir vorliegenden Informationen ist in Hofgeismar von einem tragischen Unfallgeschehen infolge eines medizinischen Notfalls auszugehen», erklĂ€rte er laut Mitteilung.
Acht Menschen Verletzt
Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden bei dem Vorfall am Freitagvormittag in der FuĂgĂ€ngerzone acht Menschen verletzt, vier wurden vorsorglich in KrankenhĂ€user gebracht. Sie hĂ€tten SchĂŒrfwunden, Prellungen oder Schock davongetragen. Schwere Verletzungen sollen nach bisherigen Informationen bei keinem der verletzten Passanten vorliegen.
Seine Gedanken seien bei den Verletzten «und denjenigen, die durch den Vorfall in Angst und Schrecken versetzt wurden. Ich wĂŒnsche ihnen, dass sie schnell und vollstĂ€ndig genesen», erklĂ€rte Poseck. Zugleich bedankte er sich «bei allen, die in Hofgeismar im Einsatz sind und waren, um den Verletzten zu helfen und UnterstĂŒtzung zu leisten».
In der Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern sorgte der Vorfall fĂŒr groĂe Aufregung, wie der Hauptamtsleiter der Kleinstadt, Chris Dworak, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sofort sei die Frage aufgekommen, welchen Hintergrund der Vorfall habe. «Hier hat das Telefon nicht mehr stillgestanden.»
Was nach ersten Erkenntnissen passiert ist
Das Auto prallte den Angaben zufolge nach der mehreren Hundert Meter langen Irrfahrt gegen ein Kaufhaus-Schaufenster. Der Fahrer des Pkw wurde von einem Notarzt behandelt. Er sei ins Krankenhaus gebracht worden und befinde sich in einem kritischen Zustand, berichteten die Beamten.Â
Passanten hĂ€tten zuvor bei dem Fahrer in seinem Auto Erste Hilfe geleistet. Es handelt sich laut Polizei um einen 68 Jahre alten Mann aus Hofgeismar, eine Kleinstadt im Landkreis Kassel mit knapp 16.000 Einwohnern, die rund 25 Kilometer nördlich von Kassel entfernt liegt.Â
UmgestĂŒrzte StĂŒhle und WarenstĂ€nder
Das Auto kollidierte laut Fotos auch mit Sitzmöbeln eines EiscafĂšs, die umstĂŒrzten. Auch die AuĂenstĂ€nder von GeschĂ€ften fielen um, zu sehen sind umgefallene Warenkörbe, die auf der StraĂe liegen - zusammen mit Sitzpolstern, Geschirr und Spielsachen wie kleine Eimer mit StraĂenmalkreiden fĂŒr Kinder.Â
Laut Polizei entstand in der FuĂgĂ€ngerzone hoher Sachschaden, der noch nicht beziffert werden kann. In die Ermittlungen wurde der Polizei zufolge auch ein Gutachter eingebunden.
Polizei und Rettungsdienst eilten mit zahlreichen EinsatzkrĂ€ften zu dem Ort. In einem Video der «Hessische/NiedersĂ€chsischen Allgemeinen» (HNA) sieht man ein Feuerwehrauto, rot-weiĂe AbsperrbĂ€nder und WarnhĂŒtchen.Â
Was Zeugen berichten
«Zeugen gaben gegenĂŒber den vor Ort eingesetzten Polizisten an, dass ihnen der Autofahrer zuvor an einem Zebrastreifen unweit der MĂŒhlenstraĂe aufgefallen war», berichtete die Polizei. Dieser habe «augenscheinlich medizinische Probleme» gehabt.Â
«Als sie den am Steuer sitzenden Mann ansprechen wollten, sei der Mercedes plötzlich mit hoher Geschwindigkeit in die FuĂgĂ€ngerzone gefahren, wo er mehrere Passanten erfasste, mit den AuĂenstĂ€ndern der GeschĂ€fte kollidierte, gegen das Schaufenster des Kaufhauses fuhr und kurz danach schlieĂlich stehenblieb.»
KindergĂ€rten wurden informiertÂ
Hauptamtsleiter Dworak sagte, es habe sofort Abstimmungen zwischen BĂŒrgermeister Torben Busse (CDU), dem Stadtbrandinspektor und 1. Stadtrat sowie der Polizei gegeben. Zudem seien die KindertagesstĂ€tten der Stadt vorsorglich informiert worden. Der Vorfall habe sich zu einem Zeitpunkt am Vormittag ereignet, zu dem sich zahlreiche Menschen in der FuĂgĂ€ngerzone aufgehalten haben dĂŒrften.
Der Vorfall weckte zunÀchst Erinnerungen an eine Tat im ebenfalls nordhessischen Volkmarsen - damals, im Februar 2020, steuerte ein Mann absichtlich sein Auto in einen Karnevalsumzug. Mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, wurden teils schwer verletzt. Der Fahrer wurde spÀter zu lebenslanger Haft verurteilt.
