Unbekannter attackiert Festbesucher â acht Verletzte
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 20:39 Uhr | dpa.deAuf einem Dorffest mit rund 700 Besuchern in Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind acht Menschen verletzt worden. Ein 16-JĂ€hriger wurde von einem Unbekannten mit einem Messer attackiert und verletzt. Der TĂ€ter sei weiter auf der Flucht, berichtete die Polizei. Die Beamten werten nun Videoaufnahmen aus, man setze auch auf die Vernehmung von Zeugen.Â
Die Polizei ermittelt wegen teils gefĂ€hrlicher Körperverletzungen. Die Beamten wollen Videoaufnahmen auswerten und Besucher als Zeugen befragen. Das Motiv fĂŒr die Angriffe ist unklar. Die Polizei geht allerdings nicht von einem Terroranschlag aus. Ein Sprecher bestĂ€tigte eine entsprechende Information der «SĂŒddeutschen Zeitung».Â
Vereinschef schockiert
Am Tag danach sind Helfer mit dem AufrĂ€umen beschĂ€ftigt. Der Vorsitzende des Burschenvereins und Hauptorganisator der Blauliachd-Party, Simon RaĂ, Ă€uĂerte sich schockiert. «Das ist immer so ein gemĂŒtliches Fest gewesen. Es ist sehr traurig, dass es so geendet hat», sagte er der Mediengruppe «MĂŒnchner Merkur/tz». Die Stimmung sei am Abend gut gewesen.Â
Vor Mitternacht kam es dann zu dem Messerangriff. Nach bisherigen Erkenntnissen schlug der Unbekannte zunĂ€chst einem 24-JĂ€hrigen unvermittelt gegen den Kopf. Als dieser zu Boden ging, konnte er den Angaben nach erkennen, wie der Angreifer dessen 16-jĂ€hrigen Freund mit einem Messer am Unterarm verletzte. Im weiteren Verlauf des Abends attackierte der Angreifer weitere Festbesucher, bevor er floh. Gegen 23.45 Uhr wurden die Beamten den Angaben zufolge alarmiert.Â
Insgesamt mussten laut Polizei acht Menschen medizinisch versorgt und teils in KrankenhĂ€user gebracht werden. Laut der Mediengruppe «MĂŒnchner Merkur/tz» wurden einige der Opfer in der Nacht operiert; sie sollen unter anderem KnochenbrĂŒche erlitten haben. Die Polizei Ă€uĂerte sich nicht zu den Verletzungen.Â
GroĂaufgebot von Polizei und RettungskrĂ€ften
Polizei und RettungskrĂ€fte waren mit einem GroĂaufgebot im Einsatz. Rund 60 Polizeibeamte, darunter ein Zug des UnterstĂŒtzungskommandos (USK) des PolizeiprĂ€sidiums MĂŒnchen, fĂŒnf Rettungswagen und zwei NotĂ€rzte waren vor Ort. AuĂerdem waren ein Rettungshubschrauber und eine polizeiliche Drohne im Einsatz. Die Feuerwehr Egling half mit 15 EinsatzkrĂ€ften beim Ausleuchten des GelĂ€ndes und bei der Lenkung des Verkehrs.
Das Fest, das bereits in frĂŒheren Jahren stattgefunden hatte und eigentlich bis zum frĂŒhen Morgen dauern sollte, wurde abgebrochen. Wie RaĂ der Mediengruppe «MĂŒnchner Merkur/tz» sagte, war ein Sicherheitsdienst vor Ort und die Konzepte von Landratsamt und Polizei seien eingehalten worden.Â
TatverdÀchtiger weiter auf der Flucht
Als die ersten EinsatzkrĂ€fte auf dem FestgelĂ€nde eintrafen, sei die Lage sehr unĂŒbersichtlich gewesen, die Stimmung aufgeheizt und teilweise aggressiv, teilte die Polizei mit. Es mĂŒssen sich turbulente Szenen abgespielt haben. Bei der RĂ€umung der Veranstaltung mussten die Beamten Zwang anwenden. Einige GĂ€ste wurden in Gewahrsam genommen oder sogar gefesselt. Trotz einer Fahndung konnte der TatverdĂ€chtige nicht gefasst werden.Â
Blaulichtpartys sind Veranstaltungen, die meist von einer Organisation aus dem Blaulichtbereich organisiert werden, teils aber sind Veranstalter örtliche Burschenvereine, gegebenenfalls in Zusammenarbeit etwa mit der örtlichen Feuerwehr.
