Venedig, Platzverweise

Venedig: Platzverweise fĂŒr Touris, Fußfesseln fĂŒr Diebe?

29.08.2025 - 18:13:22

Unhöfliche Touristen in den KanĂ€len, Diebe in den Gassen – Venedigs Geduld geht zu Ende. Venetiens RegionalprĂ€sident Zaia will mit Platzverweisen und Fußfesseln dagegen vorgehen.

  • Nicht alle Touristen sind willkommen: Laut RegionalprĂ€sident Zaia will die Region «kein fruchtbarer Boden fĂŒr den Proletentourismus werden». (Symbolbild) - Foto: Luca Bruno/AP/dpa

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  • Taschendiebe gehen dorthin, wo die Touristen hingehen – Zaia hat dagegen ein hartes Vorgehen im Sinn. (Archivbild) - Foto: Luca Bruno/AP/dpa

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Nicht alle Touristen sind willkommen: Laut RegionalprĂ€sident Zaia will die Region «kein fruchtbarer Boden fĂŒr den Proletentourismus werden». (Symbolbild) - Foto: Luca Bruno/AP/dpaTaschendiebe gehen dorthin, wo die Touristen hingehen – Zaia hat dagegen ein hartes Vorgehen im Sinn. (Archivbild) - Foto: Luca Bruno/AP/dpa

AlljĂ€hrlich Ă€chzt Venedig unter dem Massentourismus. Bilder von Urlaubern, die von BrĂŒcken ins Wasser springen oder in Strandkleidung durch die Altstadt laufen, sorgen immer wieder fĂŒr Ärger. FĂŒr Luca Zaia, den PrĂ€sidenten der Region Venetien, ist eine Grenze erreicht: «Wir sind kein VergnĂŒgungspark», sagte er der Zeitung «Libero Quotidiano». Die Region wolle «kein fruchtbarer Boden fĂŒr den Proletentourismus werden». 

Italien kĂ€mpft seit Jahren mit rĂŒcksichtslosen Touristen, die DenkmĂ€ler beschĂ€digen oder in Brunnen baden. Zaia fordert dagegen harte Maßnahmen: Wer sich danebenbenimmt, soll Platzverweise erhalten – Ă€hnlich wie gewaltbereite Fußballfans im Stadion. «Denen, die unsere KunststĂ€dte und Landschaften als Kulisse fĂŒr ihre Social-Media-Eskapaden missbrauchen wollen, sagen wir, dass wir das nicht tolerieren werden», so der RegionalprĂ€sident. 

Fußfesseln fĂŒr Taschendiebe

Neben dem Ärger ĂŒber respektlose Touristen treibt Zaia vor allem die KriminalitĂ€t in der Lagunenstadt um. «Taschendiebstahl ist keine KleinkriminalitĂ€t», hieß es in eine Mitteilung der Region. Hinter vielen FĂ€llen stĂŒnden organisierte Banden. 

Hinweisschilder mit der Aufschrift «Achtung Taschendiebe» gehören in Venedig lĂ€ngst zum Stadtbild. Besonders gefĂ€hrdet sind die Touristenströme zwischen Bahnhof, der RialtobrĂŒcke und dem Markusplatz. Oft sind sogar MinderjĂ€hrige im Einsatz, die straffrei bleiben. Anfang der Woche protestierten die Anwohner: In der NĂ€he des Markusplatzes, wo besonders oft gestohlen wird, hĂ€ngten sie ein Banner mit der Aufschrift «Gasse der Taschendiebe» («Calle pickpocket») auf. 

Zaia fordert hĂ€rtere Strafen und elektronische Fußfesseln fĂŒr WiederholungstĂ€ter. Mit GPS-Überwachung könnten Polizei und Justiz sofort reagieren; es sei auch ein Abschreckungsmittel, hieß es in der Mitteilung.

@ dpa.de