Vermisste Lisa T.: Polizei sucht mit 220 Kräften in Berlin
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 14:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungsdetails zu Lisas Verschwinden
- Lisa T. verließ am 3. November gegen 7.15 Uhr ihr Zuhause und kam nicht an ihrer Schule an.
- Die Suche konzentrierte sich auf Marzahn-Hellersdorf, Parks und die Umgebung des Kaufparks Eiche.
- Am Samstag waren rund 220 Einsatzkräfte beteiligt, am Sonntag mehr als 100.
Suche nach Lisa T. in Marzahn-Hellersdorf
Seit Dienstag fehlt von der 13 Jahre alten Lisa T. aus Berlin-Marzahn jede Spur. Die Ermittler gehen von einem Kapitalverbrechen aus und suchen seit Freitag mit einem Großeinsatz nach dem Mädchen.
Schülerin kam nicht in der Schule an
Lisa T. verließ ihr Zuhause am Dienstag, dem 3. November, gegen 7.15 Uhr. Sie wollte gegen 7.30 Uhr vom Barnimplatz zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße fahren, kam dort aber nicht an.
Nach dem Ermittlungsstand gehen die Behörden davon aus, dass die 13-Jährige ihr familiäres Umfeld oder ihr Zuhause nicht freiwillig verlassen hat. „Alle Spuren sind Gegenstand der Ermittlungen, aber sie ist weiterhin verschwunden und nicht auffindbar“, sagte Michael Petzold, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft.
Polizei durchsucht Parks und Einkaufszentrum
Am Samstag waren rund 220 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter Beamtinnen und Beamte der Einsatzhundertschaft und der Mordkommission. Die Ermittler suchten im Wohnumfeld sowie auf Wegen und Strecken, die Lisa im Schulalltag und in ihrer Freizeit nutzte.
Am Sonntag wurde die Suche mit mehr als 100 Beamten fortgesetzt und auf ein größeres Gebiet in Marzahn-Hellersdorf ausgeweitet. Einsatzkräfte gingen von Tür zu Tür, verteilten Zeugenaufrufe und suchten Grünanlagen sowie die Umgebung des Kaufparks Eiche ab.
Hinweise zu Kleidung und Aussehen
Die Polizei setzte auch Spürhunde und einen Hubschrauber ein. Die Suche wird durch die dichte Bebauung mit zahlreichen Hochhäusern, große Grünanlagen und die nahe Grenze zu Brandenburg erschwert.
Lisa wird als 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank beschrieben. Sie hat lange dunkle Haare und trug zuletzt eine schwarze Winterjacke, ein graues Oberteil, eine blaue Jeans, weiße Sneaker und einen schwarzen Rucksack.
Das Verschwinden einer Minderjährigen auf dem Weg zur Schule löst in Berlin umfangreiche Such- und Ermittlungsmaßnahmen aus. Im Mittelpunkt steht zunächst das nahe Umfeld des Wohnorts in Marzahn-Hellersdorf, weil sich dort die letzten bekannten Stationen der 13-Jährigen befinden.
Bei der Suche nach vermissten Kindern kombinieren Polizeibehörden regelmäßig Befragungen, die Auswertung von Hinweisen und die Suche in möglichen Aufenthaltsbereichen. In diesem Fall erschweren das dicht bebaute Plattenbaugebiet, angrenzende Grünflächen und die Nähe zur Landesgrenze die systematische Suche. Spürhunde und ein Hubschrauber erweitern die Möglichkeiten, ersetzen aber nicht die Hinweise aus der Bevölkerung.
Ermittlungen und öffentliche Hinweise
Die Einstufung als mögliches Kapitalverbrechen bedeutet, dass die Ermittler besonders schwere Straftaten prüfen. Sie legt keine konkrete Tat und keinen Täter fest, erhöht aber den Ermittlungsdruck und erklärt den Einsatz von Mordkommission und Einsatzhundertschaft.
Für Anwohner und Passanten sind deshalb vor allem Beobachtungen vom Dienstagmorgen relevant: Lisa verließ gegen 7.15 Uhr ihr Zuhause und sollte vom Barnimplatz zur Schule in der Sella-Hasse-Straße fahren. Jede Wahrnehmung auf dieser Strecke oder in den später abgesuchten Bereichen kann für die Ermittlungen bedeutsam sein.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Verdacht einer Straftat: Berliner Polizei sucht 13-Jährige Lisa T.“ (07.11.2026)
Der Beitrag bestätige das Verschwinden auf dem Schulweg und den Verdacht einer Straftat. Er setze einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die Suchmaßnahmen vom Samstag und erinnere an den weiterhin ungelösten Fall Rebecca Reusch.
ZDFheute: „Berlin-Marzahn: 13-Jährige vermisst - mehr als 140 Beamte suchen“ (07.11.2026)
Der Artikel ordne den Begriff Kapitalverbrechen als Sammelbezeichnung für besonders schwere Straftaten ein und beschreibe den Einsatz von Polizei, Spürhunden und Hubschrauber. Anders als die dpa-Meldung lege er den Schwerpunkt auf die rechtliche Bedeutung des Ermittlungsbegriffs; offen bleibe weiterhin, wo sich Lisa befindet.
Beide Beiträge schilderten die Suche im Bezirk und den Verdacht eines möglichen Verbrechens. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung der Suchmaßnahmen und der Einordnung des Begriffs Kapitalverbrechen.
