Versicherer wollen lĂ€ngeres Alkoholverbot fĂŒr junge Fahrer
18.07.2025 - 05:30:39Angesichts vieler VerkehrsunfĂ€lle junger Autofahrer unter Alkoholeinfluss sprechen sich die Versicherer fĂŒr eine Ausweitung des Alkoholverbots um vier Jahre aus. FĂŒr mehr Verkehrssicherheit wĂ€re es sinnvoll, die VerlĂ€ngerung dieser Regelung bis zum 25. Geburtstag zu prĂŒfen, wie der Gesamtverband der Versicherer in Berlin mitteilte. Dies könne helfen, «nĂŒchternes Fahrer idealerweise zur Gewohnheit werden zu lassen». Aktuell gilt ein striktes Alkoholverbot am Steuer bis zum 21. Geburtstag.
Nach Zahlen der Unfallforschung der Versicherer haben Autofahrer und -fahrerinnen im Alter von 18 bis 24 Jahren 2023 insgesamt 1.287 UnfÀlle unter Einfluss von Alkohol verursacht. Dabei seien 18 Menschen ums Leben gekommen und 372 schwer verletzt worden. Knapp zwei von drei dieser UnfÀlle verursachten demnach die 21- bis 24-JÀhrigen. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2023 bundesweit insgesamt 2.839 Tote bei VerkehrsunfÀllen.
Wo lauern Gefahren bei jungen Fahrern?
«Junge Fahrende ĂŒberschĂ€tzen sich hĂ€ufiger selbst, sind risikogeneigter und weniger fahrerfahren. Auch bestehen WissenslĂŒcken zum Alkoholabbau und Restalkohol», sagte die Leiterin der Unfallforschung, Kirstin Zeidler. «Das Alkoholverbot ist fĂŒr 18- bis 20-jĂ€hrige FahranÂfĂ€ngeÂrinnen und FahranfĂ€nger eine Art Schutzschild vor sich selbst und Ă€uĂeren EinflĂŒssen.»
«Den FĂŒhrerschein zu riskieren, hĂ€lt sie meist davon ab, sich alkoholisiert ans Steuer zu setzen», stellte Zeidler fest. «Auch ihr Umfeld akzeptiert dies in aller Regel und animiert nicht, mitzutrinken.» Untersuchungen belegen dem Gesamtverband zufolge den Erfolg dieses Verbots.
Wie ist die aktuelle Regelung?
Wer bis 21 mit Alkohol am Steuer erwischt wird, dem drohen laut dem Automobilclub ADAC 250 Euro BuĂgeld sowie ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. Fahren unter Alkohol wĂ€hrend der zweijĂ€hrigen Probezeit hat noch mehr Konsequenzen.
Aus Sicht der Versicherer Ă€ndert sich mitunter das Verhalten mit dem 21. Lebensjahr. Sobald das Alkoholverbot und damit das Schutzargument wegfalle, werde fĂŒr viele Fahren unter zumindest geringen Alkoholmengen zur neuen Norm, so der Verband. Dabei sei den meisten nicht beÂkannt, dass auch unterhalb von 0,5 Promille rechtliche Konsequenzen drohen können.
Was fordern Experten?
Die Experten der Unfallforschung forderten, in der Fahrausbildung verpflichtend den Umgang mit Situationen zu trainieren, in denen sich junge Menschen zwischen Alkoholkonsum und Fahren entscheiden mĂŒssten. Zudem seien schĂ€rfere Alkoholkontrollen nötig. «Viele sind es gewohnt, nicht entdeckt zu werden», hieĂ es in der Mitteilung.
Entscheidend fĂŒr weniger AlkoholunfĂ€lle junger Fahrender sei nicht zuletzt ein breites Angebot des öffentlichen Nahverkehrs, an Fahrgemeinschaften oder alternativer Angebote wie Taxifahrten zum halben Preis.


