VerspÀtung, Tokio

VerspĂ€tung auf Tokioter Ringlinie sorgt fĂŒr Schlagzeilen

24.07.2023 - 07:53:31

VerspĂ€tungen bei Bahnreisen in Deutschland sind schon fast alltĂ€glich. In Japan allerdings immer wieder ein Grund fĂŒr Schlagzeilen.

Dass es im Bahnverkehr zu VerspĂ€tungen kommt, ĂŒberrascht in Deutschland lĂ€ngst niemanden mehr, anders dagegen in Japan. Dort sind VerspĂ€tungen derart selten, dass es bisweilen zur Top-Nachricht wird, wenn es doch mal vorkommt.

So geschehen heute Morgen in Tokio auf der Yamanote-Linie, eine der verkehrsreichsten und wichtigsten Bahnlinien der Metropolregion: Es fielen wegen einer Signalstörung gleich am Morgen die ersten planmĂ€ĂŸigen ZĂŒge aus. FĂŒr Japans Medien war das prompt die Hauptnachricht. Rund 110.000 Menschen seien von der Betriebsstörung betroffen gewesen.

Zwar konnte der Betrieb der Ringlinie, die die wichtigsten Pendlerknotenpunkte und GeschĂ€ftsgebiete Tokios miteinander verbindet, bereits gegen 09.00 Uhr Ortszeit wieder aufgenommen werden. Der Fahrplan sei aber «erheblich beeintrĂ€chtigt und die Pendler stark betroffen», berichteten lokale Medien. «Ich wollte eigentlich frĂŒh im BĂŒro sein, aber jetzt schaffe ich es nicht zu einem Meeting», wurde ein 29-jĂ€hriger Mann zitiert.

Dass ein solcher Vorfall solche Schlagzeilen liefert, kann nicht verwundern, denn in Japan sind ZĂŒge zu 99 Prozent pĂŒnktlich. Davon können andere Nationen nur trĂ€umen.

Auch Japans Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, der Stolz der ganzen Nation, ist berĂŒhmt fĂŒr seine PĂŒnktlichkeit. Außer bei Naturkatastrophen kommt es auch hier kaum zu VerspĂ€tungen. Kommt es aber doch mal zu VerspĂ€tungen von nicht einmal einer Minute, fĂŒhrt dies zu wiederholten Entschuldigungen. Im Jahr 2017 hatte sich eine Bahngesellschaft zu einer Entschuldigung gezwungen gesehen, weil eine Tokioter Vorortbahn nicht zu spĂ€t abgefahren war, sondern zu frĂŒh: um nĂ€mlich 20 Sekunden. Dabei hatte sich ĂŒberhaupt keiner beschwert.

@ dpa.de