Hagel, Sturm

Hagel und Sturm richten SchÀden an - Baum fÀllt auf Auto

19.06.2024 - 12:22:12

Von wegen SommermĂ€rchen! KrĂ€ftige Gewitter machen zur Fußball-EM vielen Menschen zu schaffen. Mehrere Fanzonen wurden geschlossen. Die Unwettergefahr nimmt ab, ist aber nicht vollstĂ€ndig gebannt.

Bei Unwettern in Teilen Deutschlands sind mindestens zwei Menschen schwer verletzt worden. An HĂ€usern entstand hoher Schaden. Bei krĂ€ftigen Gewittern, die mitunter Unwetter-Potenzial hatten, stĂŒrzten mancherorts BĂ€ume um, es wurden DĂ€cher abgedeckt. Am Mittwoch liefen die AufrĂ€umarbeiten, gebannt ist die Gefahr aber noch nicht. Örtlich können weitere starke Gewitter auftreten. Fußballfans blicken deshalb mit Sorgen zum Himmel: Am Mittwochabend sollte bei der Fußball-EM die deutsche Nationalmannschaft in Stuttgart gegen Ungarn spielen.

Von den Gewittern am Dienstag waren Regionen in einem breiten Streifen in der Mitte Deutschlands von West nach Ost betroffen. Mit deutlichen Worten hatten Meteorologen auf mögliche Gefahren hingewiesen - auch weil wegen der EM viele unter freiem Himmel die Spiele verfolgen. So wurden vorsorglich Fanzonen in mehreren BundeslĂ€ndern geschlossen. Zumindest bis Mittwochmittag gab es keine Berichte ĂŒber neuerliche Schließungen.

Hagelkörner beschÀdigen Autos

Überwiegend kam Deutschland bei den Gewittern vergleichsweise glimpflich davon, vereinzelt war die Lage aber dramatisch. In Kirtorf im hessischen Vogelsbergkreis wurden durch ein Unwetter rund 30 HĂ€user beschĂ€digt. Laut Polizei fielen BĂ€ume um. Auf die Bundesstraße 62 wurden Schlamm und Geröll gespĂŒlt. 

Ob es sich bei dem Wetterereignis um einen Tornado gehandelt hat, konnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch zunÀchst nicht bestÀtigen - schloss es aber auch nicht aus. Bisher liege dem DWD kein entsprechendes Bild- oder Videomaterial und keine Informationen eines passenden Schadensbildes vor Ort vor, erklÀrte ein Sprecher.

Auch einen zweiten Fall prĂŒfte der DWD: Im Landkreis Meißen in Sachsen habe die Feuerwehr der Leitstelle einen Tornado in der Kleinstadt Gröditz gemeldet, teilte ein Polizeisprecher mit. Am Mittwoch sagte ein Sprecher der DWD-Tornado-Expertengruppe: «Einen Tornado können wir nach aktueller Sachlage nicht bestĂ€tigen.» 

Baum fÀllt auf Auto

Auf den Straßen kam es wetterbedingt zu UnfĂ€llen. Tragisch endete eine Fahrt im SĂŒden Brandenburgs. Dort war auf einem Waldweg in der NĂ€he von Großthiemig ein Baum auf ein Auto gefallen und hatte zwei MĂ€nner eingeklemmt - beide wurden schwer verletzt, einer von ihnen schwebte am Mittwochmittag in Lebensgefahr.

Im SĂŒden ThĂŒringens beschĂ€digten grĂ¶ĂŸere Hagelkörner Autos und WellblechdĂ€cher. Menschen wurden laut Polizei nicht verletzt. Eine Straße im Landkreis Hildburghausen wurde komplett mit golfballgroßen Hagelkörnern bedeckt. Die Straße sei gerĂ€umt worden und wieder befahrbar, teilte die Polizei mit. UnfĂ€lle habe es keine gegeben.

Menschen stecken in ĂŒberfluteter UnterfĂŒhrung fest

Auch im nordrhein-westfĂ€lischen Grevenbroich hatte die Feuerwehr wegen heftiger RegenfĂ€lle zu tun. In zwei FĂ€llen hĂ€tten Autoinsassen gerettet werden mĂŒssen, die mit ihren Fahrzeugen in ĂŒberfluteten UnterfĂŒhrungen hĂ€ngen geblieben seien, teilte die Feuerwehr der Stadt mit. In vom Regen besonders betroffenen Stadtteilen habe das Wasser in Kellern teils bis zu einem Meter hoch gestanden, Wasser sei aus KanĂ€len in Wohnungen gelangt.

Weitere Gewitter möglich

Ganz gebannt ist die Unwettergefahr in Deutschland noch nicht - in einigen Gebieten kann es auch am Mittwoch heftige RegenfĂ€lle und Gewitter geben. Vor allem fĂŒr Fußballfans stellte sich die Frage, wie das Wetter beim zweiten EM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wird. «Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Stuttgart trocken ist zum Zeitpunkt des Spiels, steht ganz gut», sagte der DWD-Meteorologe Tobias Reinartz.

Allerdings könnten sich vereinzelt Gewitter bilden. «Wenn die sich bilden wird es heftig», sagte Reinartz der Deutschen Presse-Agentur. Dann sei die Luftmasse «explosiv» - Hagel, Starkregen und Orkanböen wĂ€ren nicht ausgeschlossen. «Die ganz große Unwettergefahr wie am Dienstag haben wir aber nicht mehr.»

Auch in anderen Regionen Deutschlands könnten Fußballfans beim Public Viewing nass werden. Im Norden soll es gegen Nachmittag trockener werden, bei einigen Wolken könnte aber auch der ein oder andere Schauer auftreten. 

@ dpa.de