Europol: Immer mehr Kokain nach Europa geschmuggelt
03.07.2024 - 04:30:37 | dpa.de
Der Kokain-Schmuggel nach Europa nimmt nach Analysen von Europol weiter zu. Die Rekordwerte bei der weltweiten Kokainproduktion spiegele sich auch in den Riesenmengen, die derzeit in Europa beschlagnahmt wĂŒrden, sagte eine Europol-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Den Haag. Auch die mit dem Handel verbundene Gewalt nehme schnell zu.Â
Gut 70 Prozent des Kokains kommt nach Angaben von Europol ĂŒber die HĂ€fen vor allem in Antwerpen und Rotterdam nach Europa. Zugleich zielten die Banden zunehmend auch auf kleinere HĂ€fen, um Kontrollen zu umgehen.Â
In der EU werden nach Angaben von Europol jĂ€hrlich illegale Drogen im Wert von mehr als 31 Milliarden Euro gehandelt. Dabei ist Cannabis Droge Nummer eins mit rund 12 Milliarden Euro, gefolgt von Kokain mit rund 11,6 Milliarden Euro.Â
Im vergangenen Jahr waren mehr als 300 Tonnen Kokain in Europas HĂ€fen beschlagnahmt worden. Allein in Antwerpen stellten die Ermittler 2023 die Rekordmenge von 121 Tonnen Kokain sicher - etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. In den Niederlanden wurden rund 60 Tonnen sichergestellt. Auch die Einzelmengen werden nach der Analyse von Europol immer umfangreicher. So wurde in Rotterdam im vergangenen Jahr die bisher gröĂte Einzelmenge sichergestellt: rund 8000 Kilogramm Kokain im Wert von rund 600 Millionen in einem Container mit Bananen.
Die Erfolge der Drogenfahnder zeigten auch, dass Ermittler immer mehr Einsicht in die Arbeitsweise der Banden hĂ€tten, sagte die Sprecherin. Grundlage dafĂŒr war unter anderem das Knacken krimineller digitaler Kommunikationsnetzwerke wie Encrochat. KĂŒrzlich hatte Europol die 821 gefĂ€hrlichsten Netzwerke des organisierten Verbrechens in der EU identifiziert.Â
Europol weist zudem auf die zunehmende Gewalt durch den Kokain-Schmuggel hin. «Die groĂen Profite beim Kokainhandel haben viele Verbrecher-Netzwerke in der EU angelockt, um sich auch einzumischen», sagte die Sprecherin. Die Konkurrenz fĂŒhre zunehmend zu gewalttĂ€tigen Auseinandersetzungen. Europol registriert mehr Morde, SchieĂereien, SprengstoffanschlĂ€ge, EntfĂŒhrungen, Folter und Brandstiftungen.
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