GefÀhrliche, BÀrin

GefÀhrliche BÀrin am Gardasee abgeschossen

30.07.2024 - 12:00:28

Vor drei Wochen ging KJ1 auf einen Jogger aus Frankreich los. Trotz Protesten wurde sie jetzt erschossen. FĂŒr eine andere gefĂ€hrliche BĂ€rin gibt es eine andere Lösung: Sie soll nach Deutschland.

In den italienischen Alpen haben die Behörden eine BĂ€rin abgeschossen, die zur Gefahr fĂŒr Touristen geworden war. Das Tier mit der amtlichen Bezeichnung KJ1 wurde in der norditalienischen Provinz Trentino von Förstern mithilfe seines Halsbandes lokalisiert und dann getötet, wie die Provinzregierung in Trient mitteilte. Die BĂ€rin hatte vor drei Wochen oberhalb des Gardasees einen 43 Jahre alten Jogger aus Frankreich angegriffen und schwer verletzt. Im Trentino sowie in der Nachbarregion SĂŒdtirol verbringen derzeit auch viele BundesbĂŒrger ihren Sommerurlaub.

Die BĂ€rin, die mit drei Jungtieren in der NĂ€he der Gemeinde Tenno durch die WĂ€lder streunte, war nach Angaben der Provinzverwaltung zuvor schon mehrmals durch «problematisches Verhalten» aufgefallen. Das bedeutet, dass sie sich in der NĂ€he von bewohnten Gebieten aufhielt oder auch anderswo Menschen zu nahe kam. Die Provinzverwaltung sprach von mindestens sieben FĂ€llen. Bei KJ1 habe es sich um ein «gefĂ€hrliches Exemplar» gehandelt, das schnellstmöglich aus dem Verkehr habe gezogen werden mĂŒssen. TierschĂŒtzer hatten auf juristischem Weg versucht, die Tötung zu verhindern - ohne Erfolg. 

Im Trentino kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen BÀren und Menschen. Vergangenes Jahr war dort sogar ein 26 Jahre alter Jogger von einer BÀrin getötet worden. Dieses Tier mit der amtlichen Bezeichnung JJ4 - auch bekannt unter dem Namen Gaia - soll nach Angaben der Behörden in den kommenden Wochen nach Deutschland umgesiedelt werden. Im «Alternativen Wolf- und BÀrenpark» bei Bad Rippoldsau-Schapbach im Schwarzwald wird dazu derzeit ein Gehege gebaut. Im Unterschied zur jetzt getöteten BÀrin war JJ4 lebend gefangen worden. Derzeit lebt sie in einem Gehege in der NÀhe von Trient. 

Im «Alternativen Wolf- und BĂ€renpark» sind Tiere untergebracht, die aus Notlagen gerettet wurden. Dazu gehört auch die BraunbĂ€rin Jurka, Gaias Mutter. Gaias Bruder Bruno war im Sommer 2006 der erste BĂ€r, der nach 170 Jahren seine Tatzen auf bayerischen Boden setzte. Der «ProblembĂ€r» wurde im bayerischen Rotwandgebiet abgeschossen. Gaia soll, wenn sie einmal in Deutschland ist, aber nicht zur Schau gestellt werden. Ihr Gehege soll fĂŒr Besucher nicht zu sehen sein.

 

 

@ dpa.de